25.08.2002 · Der Rückkauf von Aktien kann für Unternehmen durchaus Sinn machen. Zum Beispiel dann, wenn damit auf eine angestrebte Eigenkapitalquote abgezielt wird.
Von Bruno Hidding, freier FinanzjournalistDie Aktienbaisse der vergangenen gut zwei Jahre hat auch viele heilsame Wirkungen. Die Anleger sind wesentlich misstrauischer und vorsichtiger geworden. Sie glauben nicht mehr alles, was ihnen Fondsmanager oder auch selbsternannte Börsengurus vorsetzen. Es wird wieder mehr geprüft und analysiert, bevor man überhaupt erst daran geht, Anlageentscheidungen zu treffen.
Diese Veränderung in der Grundeinstellung gilt auch in Bezug auf das Instrument der Aktienrückkäufe. In den Boomjahren, in der auch in Deutschland hunderte von jungen Unternehmen neu an die Börse kamen, waren Aktienrückkäufe kein Thema. Erst mit dem Abflauen der Börsenbegeisterung und dem Absinken der Kurse kamen diese Aktienrückkäufe in Mode. Das zeigt schon, dass in vielen, um nicht zu sagen in den meisten Fällen die Motivation für solche Rückkaufaktionen in dem Bemühen lagen, positive Kurswirkungen zu erzeugen und die Kursentwicklung möglichst wieder an die Zeiten der Hausse anschließen zu lassen. Doch das geht in der Regel ins Auge. Wenn hinter einem Aktienrückkauf nur der Wunsch steht, den Kurs ins Rollen zu bringen, ansonsten aber der Aktienrückkauf keinen Sinn macht oder durch die Verminderung des Eigenkapitals sogar kontraproduktiv wirkt, dann machen Anleger dieses Spiel vernünftigerweise nicht mehr mit.
Die wahren von den Scheinargumenten trennen
Es ist folglich wie bei allen anderen Börseneinflussfaktoren auch: Der Anleger muss prüfen und werten. Viele der in Zusammenhang mit Aktienrückkäufen vorgebrachten Argumente halten einer genauen Überprüfung nicht stand. So können über dieses Vehikel Börsenkurse sicher nicht dauerhaft ins Rollen gebracht und auch nicht gegen eine abwärts gerichtete Börsentendenz Kursgewinne aus dem Hut gezaubert werden. Nachdenklich stimmen muss, dass solche Aktionen meist dann aus dem Köcher gezogen werden, wenn eine Börsenhausse zu Ende geht, also bei der Anlegerschaft noch eine gewisse Kauf- beziehungsweise Mitläuferbereitschaft vermutet wird. Negativ zu werten ist von vorneherein der Versuch, nur über die Ankündigungswirkung einer solchen Aktion den Kurs positiv zu beeinflussen.
Und auch Rückkaufaktionen, die vom Unternehmen mit Fremdkapital finanziert werden müssen, sind ausgesprochen negativ zu werten. Denn durch den Abbau des Eigenkapitals und die gleichzeitige Aufnahme von Fremdkapital verschlechtert sich die Finanzierungssituation des Unternehmens eventuell schlagartig, was vor allem - aber nicht nur - für den Bondholder, sondern auch für die Aktionäre negativ zu werten ist.
Hier eine sinnvolle, dort eine sinnlose Aktion
Sinn machen hingegen Operationen, die primär der Herstellung einer optimalen oder angestrebten Eigenkapitalquote dienen, wie dies bei den zur Zeit laufenden Aktionen von Deutsche Bank, BASF und Schering der Fall ist. Hier werden teilweise Erlöse aus Beteiligungsverkäufen dazu eingesetzt, sowohl die Eigenkapitalquote, als auch das Kernkapital zu optimieren und die Aktienrückkäufe zu finanzieren. Wenn dann - zumal die Aktionen auf einen dauerhaften optimalen Finanzierungsmix angelegt sind - die Kurse positiv beeinflusst werden, weil auch die finanzanalytischen Daten sich verbessern (Gewinn je Aktie steigt, Kurs-Gewinn-Verhältnis sinkt), dann ist das eine schöne Begleiterscheinung, aber eben nicht das Hauptziel der ganzen Aktion. In diesem Sinne sollte der Anleger solche Rückkaufaktionen bewerten. Erst genau analysieren, dann werten. Derartige Aktionen können Sinn machen, aber auch unsinnig sein.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |