13.08.2002 · Welche Rechte haben Kleinaktionäre? Wie können sie sich durchsetzen? Bei dem Weg durch den Börsendschungel wollen Aktionärsschützer helfen.
Während des Börsenbooms Ende der 90-er nahm auch die Anzahl der Aktionäre deutlich zu. Die dramatischen Kursverluste der vergangenen Monate ließen dann so manches als Altersvorsorge gedachte Depot empfindlich schrumpfen. Der Glaube der Neulinge an die wohlstandsspendende Kraft des Aktienmarkts wurde schwer getroffen.
Immer mehr Anleger werden sich gefragt haben, was der Grund dafür gewesen sein dürfte - und was man dagegen unternehmen könnte. Ein typischer Fall für die Aktionärsschützer. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, Kleinanleger bei der Wahrung ihrer Rechte zu unterstützen.
Aktionärsschützer wollen die Kleinanleger stärken
In Deutschland gibt es zwei Aktionärsschutzverbände: Die Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und ihre Schwesterorganisation, die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK). Beide haben sich die Vertretung der Interessen von Kleinaktionären auf Ihre Fahnen geschrieben. Wenn der kleine Aktionär allein nicht mehr weiterkommt, wollen sie helfend einspringen.
Dafür kann es verschiedene Gründe geben. DWS und SdK melden sich zum Beispiel zu Wort, wenn eine Aktie stark unter Druck gerät, ein Unternehmen wichtige Informationen nur bruchstückweise oder gar nicht an seine Aktionäre weitergibt, eine Firma pleite macht, die Regierung ein neues Finanzmarktgesetz auf den Weg bringt oder die Interessen der Kleinanleger auf einer Hauptversammlung oder in einem Aufsichtsrat vertreten werden sollen.
Neben solchen Dienstleistungen wollen sie auch die Aktienkultur in Deutschland fördern und das Wissen über das Anlagemedium Aktie verbessern. Aus diesem Grund veranstalten sie Seminare zu unterschiedlichen Themen rund um die Börse. Um den Anlegern nicht nur die Aktienanlage, sondern auch die Aktiengesellschaften selbst näher zu bringen, gibt es Aktienforen, Betriebsbesichtigungen und Aktienclubs.
Arbeit dürfte nach der geplatztem Bubble nicht so schnell ausgehen
Die Gefahr, dass den Aktionärsschützern Arbeit ausgeht, besteht kaum. Drängten gerade in den 90-er Jahren die Unternehmen an die Börse und entdeckten immer mehr deutsche Sparer die Aktie als Anlagealternative, so dürften die Verbände heutzutage mit den Folgen der geplatzten Börsenblase zu tun haben. Der durch Betrügereien bei EM.TV, Comroad, Infomatec oder durch die starken Kursverluste bei den „Volksaktien“ wie Deutsche Telekom oder Deutsche Post entstandene Schaden ist beträchtlich. Die Aufarbeitung der zahlreichen und komplexen Fälle könnte DWS und SdK noch eine Weile beschäftigen.
Die FAZ.NET-Serie soll die Arbeit der Aktionärsschützer vorstellen. Wie sehen sich die Organisationen selbst, wie ist ihre rechtliche Stellung, wie finanzieren sie sich? Gibt es auch im Ausland Aktionärsschützer? Auch auf mögliche Interessenkonflikte wird eingegangen. Kritiker bemängeln beispielsweise, dass viele Anlegerschützer in den Aufsichtsräten der Unternehmen sitzen, die sie im Interesse ihrer Aktionäre beobachten sollten. Ob die Vorwürfe berechtigt sind, soll ein eigener Beitrag beantworten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |