Home
http://www.faz.net/-gv7-6knz3
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Seltene Erden Die Lynas-Aktie ist derzeit nicht zu stoppen

06.09.2010 ·  Das Thema Seltene Erden elektrisiert derzeit wegen der zunehmenden strategischen Bedeutung dieser Rohstoffe die Anleger. Dem Aktienkurs der australischen Lynas Corp. hat das seit Juni schon ein Plus von 164 Prozent beschert.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (1)

Sehen lassen kann sich die Kursentwicklung auch seit der Erstbesprechung des Titels an dieser Stelle (siehe Link: In der Lynas-Aktie schlummert viel Kurspotenzial). Denn als das am 12. Juli geschah, kostete der Wert noch 0,625 Austral-Dollar. Verglichen damit hat sich die Notiz glatt verdoppelt.

Angetrieben wird die Notiz dabei von positiven Nachrichten aus dem Umfeld als auch durch erfreuliche Nachrichten aus dem Unternehmen selbst. So konnte Lynas erst an diesem Montag die Ressourcenschätzungen deutlich nach oben korrigierten.

Ressourcenschätzungen deutlich angehoben

Konkret erhöhten die Australier die Ressourcenschätzung für das Mount Weld Projekt in Westaustralien verglichen mit einer im März 2008 abgegebenen Prognose um 18 Prozent und man erwartet nun ab dem nächsten Jahr eine Produktion von 1,4 Millionen Tonnen Seltene-Erden-Oxid. Damit ist Lynas nach wie vor auf einem guten Weg, der größte Produzent von Seltenen Erden außerhalb Chinas zu werden.

Das ist natürlich Musik für die Ohren der Anleger und sie hievten den Kurs zum Wochenauftakt auch prompt um 15 Prozent nach oben. Zumal der Preis für den Korb an Seltenen Erden, den Lynas fördern will, sich in der Vorwoche um weitere 10 Prozent auf nunmehr 50,50 Dollar das Kilo erhöht hat. Das ist nicht nur eine weitere Rekordmarke, sondern auch drei Mal mehr als der Durchschnittspreis aus dem Vorjahr.

Der Preisanstieg ist dabei vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Chinesen als die mit Abstand größten Produzenten von Seltenen Erden (97 Prozent der globalen Minenproduktion fällt auf China) ihre Ausfuhrquote für das zweite Halbjahr 2010 um 72 Prozent gesenkt haben. Nicht zuletzt wegen dieser Ausfuhrbeschränkungen gehen Experten bis 2014 von einem Angebotsdefizit bei den Seltenen Erden von 20.000 Tonnen aus.

Nettoinventarwert lässt derzeit theoretisch noch immer Luft nach oben

Stimmt diese Annahme, könnte es durchaus sein, dass die Preise für Seltene Erden weiter hoch bleiben. Doch schon auf Basis der aktuellen Notierungen beziffert Wilhelm Schröder, Rohstoffaktienexperte und Berater des Nestor Australien Fonds, den Nettoinventarwert von Lynas auf fast vier Austral-Dollar. Alleine diese Kennziffer signalisiert, der der Aktienkurs mit derzeit 1,24 Austral-Dollar langfristig noch immer nicht ausgereizt sein muss. Allerdings darf auch nicht vergessen werden, dass das Unternehmen bis zur Produktionsaufnahme erst noch einige Arbeiten erledigen muss.

Für den Titel spricht außerdem auch die Größe der Vorkommen, denn das dürfte früher oder später wegen der wachsenden strategischen Bedeutung von Seltenen Erden für wichtige Zukunftstechnologien (gebraucht werden sie unter anderem für Hochleistungsmagnete, iPods, Touchscreens, Solaranlagen oder Windturbinen) Übernahmeinteressenten anlocken. Das sieht man offenbar auch bei J.P.Morgan so, denn dort hat man zuletzt den an Lynas gehaltenen Aktienanteil auf 5,01 Prozent erhöht.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @JüB
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel
28.05.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.323,19 −0,26%
 OK
29.05.2012
Name Kurs Prozent
DAX 6.323,19 −0,26%
FAZ-INDEX 1.376,76 −0,07%
TecDAX 755,97 +0,47%
MDAX 10.262,40 +0,65%
SDAX 4.815,92 −0,03%
REX 435,43 +0,17%
Eurostoxx 50 2.147,92 −0,65%
F.A.Z. EURO 69,41 −0,29%
Dow Jones 12.454,80 −0,60%
Nasdaq 100 2.527,05 −0,17%
S&P500 1.317,82 −0,22%
Nikkei225 8.593,15 +0,15%
EUR/USD 1,2527 −0,11%
Rohöl Brent Crude 107,03 $ −0,21%
Gold 1.574,60 $ +0,32%
Bund Future 144,31 € −0,03%