Home
http://www.faz.net/-gv7-pyjy
Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

SDax Ertrag bestätigt Kursgewinne der Pfleiderer-Aktie

 ·  Die Aktie von Pfleiderer verbuchte in den vergangenen Monaten deutliche Kursgewinne. Sie werden bestätigt durch die deutliche Rückkehr in die Gewinnzone. Die Aktie ist fair bewertet, der Trend zeigt weiterhin nach oben.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Mit einem leichten Kursgewinn von 1,79 Prozent auf 12,50 Euro reagiert am Donnerstag die Aktie des Holzverarbeitungs-Unternehmens Pfleiderer auf die Umsatz- und Ertragszahlen des vergangenen Jahres. Das mag verhalten erscheinen, denn immerhin ist das Unternehmen nach einem Verlust im Vorjahr wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt.

Die verhaltene Reaktion wird allerdings relativiert durch die Kursentwicklung der vergangenen Monate. Denn die Aktie hat seit ihrem Tief im März des Jahres 2003 bei 1,63 Euro inzwischen satte 663 Prozent zugelegt und damit schon einiges der nun operativ positiven Entwicklung vorweggenommen. Der Trend zeigt jedoch weiterhin nach oben.

Deutliche Steigerung des operativen Gewinnes

Das Vorsteuerergebnis der fortgeführten Bereiche - Holzwerkstoffe und Infrastrukturtechnik - sei im abgelaufenen Geschäftsjahr um 76,5 Prozent auf 31,6 Millionen Euro gestiegen, teilte das im Kleinwerteindex SDax gelistete Unternehmen am Donnerstag mit. Nach Steuern und vor Minderheitsanteilen verbuchte Pfleiderer einen Gewinn von 50,1 Millionen Euro. Im Jahr 2003 waren noch 41,1 Millionen Euro Verlust angefallen. Der Konzernumsatz habe mit 901 Millionen Euro um sechs Prozent über Vorjahr gelegen.

Auf Grund der im Jahr 2003 tief roten Zahlen hatte sich das Unternehmen neu ausgerichtet. Als Kernbereiche wurden die Fertigung von Spanplatten für die Möbelindustrie und der Bau von Bahnschwellen definiert. Im Dezember trennte sich Pfleiderer von seinem Masten-Geschäft der Tochter Poles & Towers. Das gesamte Vorsteuerergebnis - einschließlich der abgestoßenen Sparten - belief sich im Jahr 2004 auf 58,9 Millionen Euro nach einem Verlust von 33,6 Millionen Euro 2003.

Zügiger als geplant habe sich auch der Schuldenabbau entwickelt. Per Ende 2004 halbierte sich die Konzern-Nettoverschuldung auf 122,9 Millionen Euro auf 55,8 Millionen Euro noch im Jahr zuvor. „Damit wurde die ursprünglich anvisierte Senkung auf 150 Millionen Euro deutlich übertroffen", hieß es. Als Folge des positiven operativen Ergebnisses und im Zusammenhang mit einer im Juni des Jahres 2004 erfolgreich platzierten Kapitalerhöhung des polnischen Tochterunternehmens Grajewo stieg die Eigenkapitalquote auf aktuell 32,3 Prozent.

Optimistischer Blick auf die weitere Entwicklung

VorstandssprecherHans H. Overdiek berichtet von einer insgesamt zufrieden stellenden Entwicklung im Bereich Holzwerkstoffe. Speziell die osteuropäischen Märkte geben Anlaß zu begründetem Optimismus. Mit der Modernisierung der Rohspananlagen im polnischen Grajewo werde weiteres organisches Wachstum erwartet. Eine komplett neue Rohspanproduktionsstätte entstehe derzeit im russischen Novgorod und werde voraussichtlich im Herbst diesen Jahres planmäßig in Betrieb genommen. Wirkung zeigten auch die in Deutschland durchgeführten Maßnahmen zur Marktkonsolidierung. Nach Schließung des Standorts Rheda-Wiedenbrück seien die verbliebenen deutschen Produktionskapazitäten, auch aufgrund einer starken Auslandsnachfrage, voll ausgelastet.

Einen Rekordumsatz von 138,2 Millionen Euro erwirtschaftete Pfleiderer mit dem auf Bahnschwellen konzentrierten Bereich der Infrastrukturtechnik. Vor allem das internationale Projektgeschäft wurde weiter ausgebaut: für den größten Schwellenlieferungsauftrag in der Geschichte der Pfleiderer track systems wurden für die Modernisierung der Eisenbahntrasse von Ankara nach Istanbul allein 680.000 Betonschwellen eingesetzt.

Zum angelaufenen Jahr äußert sich Overdiek ebenfalls optimistisch: "Unser Osteuropageschäft wird sich auf dem bisherigen Niveau weiter positiv entwickeln. Wir sehen eine weiterhin verbesserte Entwicklung im europäischen Geschäft mit erhöhten Umsätze und Margen. Auch die Infrastrukturtechnik wird weiter wachsen." Mit der geplanten Übernahme der Kunz-Gruppe strebt Pfleiderer zudem eine deutlich verbesserte Präsenz auf dem deutschen, osteuropäischen und einem wachsenden nordamerikanischen Markt an. Ein Abschluß der laufenden Verhandlungen und Prüfverfahren wird noch im ersten Halbjahr 2005 angestrebt.
Mit einem Kurs-Gewinnverhältnis von 15,8 und 13,3 auf Basis des abgelieferten Gewinns und der Gewinnschätzung für das kommende Jahr scheint die Aktie vernünftig bewertet zu sein. Und auch der Trend spricht noch für die Aktie. Allerdings rechnen Analysten im laufenden Jahr mit einem Gewinnrückgang. Auf dieser Basis dürften sich Absicherungsstrategien gegen mögliche zwischenzeitliche Enttäuschungen empfehlen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Emittenten-News
Anzeige
Für die Inhalte sind die Emittenten verantwortlich
Weitersagen

Aktienmärkte
Name Kurs Änderung
  FAZ-INDEX --  --
  DAX --  --
  Dow Jones --  --
  Nikkei225 --  --
  Hang Seng --  --
  FAZ-Euro-Index --  --
  Eurostoxx 50 --  --
  S&P500 --  --
  Nasdaq 100 --  --
  M-Dax --  --
  Tec-Dax --  --
  SDAX --  --
  Dax Future --  --
Wertpapiersuche