14.03.2005 · Die Beate Uhse-Aktie rutscht zu Wochenbeginn auf ein Allzeittief. Der Grund: Der Verkauf von Anteilen an Erotic Media ist gescheitert. Dadurch wird der Konzern weniger Gewinn ausweisen als geplant und die Dividende streichen.
Ob Richard Orthmann sich mächtig ärgert? Erfreut kann der Investor über sein in diesem Jahr erst verstärktes Engagement beim Erotikkonzern Beate Uhse nicht sein. Der Mehrheitsaktionär muß zu Wochenbeginn mit ansehen, wie die Beate Uhse-Aktie kräftig verliert. Im Verlauf des Vormittags ist der Titel um bis zu 13 Prozent abgesackt. Damit hängt der Titel nicht nur am Ende des SDax ab: Ein Kurs von acht Euro bedeutet gleichsam ein neues Rekordtief; der zuvor niedrigste Kurs von 8,70 Euro stammte aus dem Jaht 2002.
Der Grund für den Absturz: Der Erotikkonzern kann sich nicht wie geplant in diesem Jahr von Anteilen an der Erotic Media und seinen Fernsehbeteiligungen trennen. Durch das Scheitern des Verkaufs wird das Unternehmen für 2004 weniger Gewinn ausweisen als geplant und die Dividende komplett streichen. Zudem reizen weder die Bewertung noch das Kursbild zum Kaufen des Titels.
Buchgewinn von 70 Millionen Euro fehlt
„Die Almira S.A. hat der Beate Uhse AG heute mitgeteilt, die Übernahme der Erotic Media-Aktien nicht in dem ursprünglich vorgesehenen Zeitrahmen realisieren zu können“, hieß es in einer Mitteilung am Freitagabend. Deshalb seien die Verkaufsverhandlungen über den Großteil der 34prozentigen Beteiligung an dem Schweizer Filmrechtehändler vorerst abgebrochen. Auch werde Erotic Media vorerst nicht die 49prozentige Beteiligung an Beate Uhse TV übernehmen.
Damit falle der für das Geschäftsjahr 2004 eingeplante Erlös aus dem Verkauf der Erotic-Media-Anteile von 102 Millionen Euro und der damit verbundene Buchgewinn von 70 Millionen Euro weg. Deshalb werde das Vorsteuerergebnis nur bei 16 Millionen Euro liegen. Eigentlich hatte Beate Uhse mit 22 Millionen Euro gerechnet, das Gewinnziel aber im November wegen hoher Anlaufverluste eines Logistik-Zentrums in den Niederlanden abgeschwächt.
Konzern wollte eigentlich Dividende erhöhen
Der Umsatz solle im abgelaufenen Geschäftsjahr 278 Millionen Euro betragen, teilte das im SDax gelistete Unternehmen mit. Das Nachsteuerergebnis werde auf Vorjahresniveau liegen. Die Aktionäre gehen nun für 2004 bei der Dividende leer aus. Im Jahr zuvor hatte der Konzern zehn Cent je Aktie ausgeschüttet und hatte eigentlich eine Anhebung in Aussicht gestellt. Der Jahresabschluß werde Mitte April veröffentlicht.
Wie die Börse ist Aussichten beurteilt, ist am Aktienkursverlauf abzulesen. Ob es weiter abwärts geht, wird sich weisen. Aktuell sollten Anleger die Finger von dem Papier lassen. Nach dem gescheiterten Verkauf sind die Gewinnschätzungen hinfällig, die aber ohnehin auf ein hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis von gut 39 hinausliefen. Auf Basis des Ergebnisses je Aktie für 2003, das jenem für das abgelaufene Jahr entsprechen dürfte, ergibt sich ein KGV von fast 47. Schon gar kein Kaufgrund ist aus dem Chart abzulesen. Der Trend weist nach einem Jahresverlust von 44 Prozent und einem Minus von 28 Prozent in den jüngsten drei Monaten verstärkt abwärts.
Wann der Boden erreicht ist und ein Einstieg erwogen werden kann, wird der Chart zeigen. Dessenungeachtet braucht es einen ermutigenden Ausblick, um für Umsatz- und Ergebnisphantasie zu sorgen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |