Die Hängepartie um Griechenlands Verbleib in der Euro-Zone demoralisiert die Anleger an den europäischen Aktienmärkten. Auch die Sorge um die Finanzkraft Spaniens belastete am Montag die Börsen von London bis Frankfurt. Der Dax schloss 2,1 Prozent niedriger bei 6132,39 Punkten. Die Umsätze blieben dabei mit rund 2,6 Milliarden Euro erneut dünn. Der marktbreite F.A.Z.-Index verlor 2,1 Prozent auf 1335 Punkte.
Der Euro-Stoxx 50 büßte sogar 2,4 Prozent auf 2134 Zähler ein. Noch stärker waren die Verluste in Mailand, wo der Mib um vier Prozent einbrach. In Madrid verlor der Ibex 3,7 Prozent. An den US-Börsen ging es ebenfalls deutlich nach unten. „Griechenland versucht, auf Zeit zu spielen, und wird damit bei den EU-Partnern auf Granit beißen“, erklärte ein Händler. „Damit sind wir in der Schuldenkrise wieder zurück auf ’Start’.“
Griechenlands Zukunft in der Euro-Zone bleibt Börsianern zufolge ein wichtiges Thema für den Markt, nachdem die Troika aus EU, IWF und EZB ihre für Montag geplante Reise nach Athen verschoben hat. Der neue Ministerpräsident Antonis Samaras wird zudem nicht am EU-Gipfel ab Donnerstag teilnehmen. Bei Investoren wuchs zudem die Skepsis, ob bei dem Treffen ein Durchbruch im Kampf gegen die Krise erreicht wird. Die Einigung Deutschlands, Frankreichs, Italiens und Spaniens auf ein Konjunkturprogramm von bis zu 130 Milliarden Euro ließ die Anleger dagegen weitgehend kalt. „Denn einerseits ist dieser Betrag wohl zu klein, um Europa aus der Rezession zu helfen. Andererseits ist er zu groß angesichts der Tatsache, dass Europas fiskalischer Handlungsspielraum längst aufgebraucht ist“, kritisierten die Analysten der Commerzbank.
Händler sahen darüber hinaus in dem formalen Antrag Spaniens auf EU-Hilfen für den angeschlagenen Bankensektor einen Belastungsfaktor für den Aktienmarkt. In New York spekulierten einige Börsianer, dass das Land bald ganz unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen könnte.