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Schwellenländer Petrobras zieht den Bovespa nach oben

08.11.2007 ·  Während an vielen Märkten die Nervosität und die Volatilität in den vergangenen Tagen zugenommen hat, läuft der brasilianische Markt zumindest im Trend immer weiter nach oben. Die Aktie von Petrobras ist im Index stark gewichtet.

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Während an vielen internationalen Börsen die Nervosität und damit die Volatilität in den vergangenen Tagen zugenommen hat, läuft der brasilianische Markt zumindest im Trend immer weiter nach oben.

Ein Grund dafür ist die Tatsache, dass die Aktien der Rohstoffwerte des Landes im Bovespa stark gewichtet sind. Mit Abstand die „schwersten“ Werte sind die Papiere von Petroleo Brasileiro, kurz Petrobras genannt, mit einem Indexgewicht von 16,79 Prozent und jene von Cia Vale do Rio Doce, kurz CVRD genannt mit einem Indexgewicht von 11,88 Prozent. Nach den beiden Öl- und Bergbauunternehmen kommt lange nichts mehr.

Hohe Energie- und Rohstoffpreise ziehen den Bovespa mit nach oben

So dürfte es kam verwundern, dass der Index im Rahmen des anhaltenden Booms im Energie- und Rohstoffbereich immer weiter nach oben geht. Immerhin sind die Bodenschätze anhaltend teuer und der Ölpreis erreicht schon seit Wochen beinahe täglich ein Rekordhoch nach dem anderen. Aus diesem Grund nehmen nicht nur die Erlöse und Gewinne dieser Unternehmen deutlich zu, sondern werden gleichzeitig auch die unverbrauchten Reserven und Lagerstätten mehr wert.

Dieser Effekt zeigt sich am Donnerstag eindrucksvoll am Beispiel der Petrobras-Papiere, die mit Kursgewinnen von bis zu neun Prozent auf ein Allzeithoch von 88,90 Real an der Spitze des Bovespa liegen und dem Index im frühen Handel zu Kursgewinnen von bis zu 2,3 Prozent verhelfen, obwohl der Ausverkauf an der amerikanischen Börse weiterzugehen scheint.

Die Gründe dafür sind einfach auszumachen. Erstens ist es der anhaltend hohe Ölpreis an sich. Zweitens ist es eine mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 14,7 und 15 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr noch relativ vernünftige Bewertung. Drittens hat das staatskontrollierte Unternehmen bekannt gegeben, die Reserven im Tupi-Feld des Santos Bassins könnten nach Ergebnissen einer zweiten Testquelle zwischen fünf und sieben Milliarden Barrel Öl enthalten. Petrobras hält einen Anteil von 65 Prozent am Feld, weitere 25 Prozent werden von der BG Group und zehn Prozent von Galp Energia gehalten.

Die Aktie von Petrobras ist im Index stark gewichtet

Die Kapazität des Feldes entspräche im Maximum etwa den gesamten Reserven, über die Norwegen nach Angaben von BP gegenwärtig noch verfügt. Damit erhöhen sich die gesamten nachgewiesenen Ölreserven des Landes deutlich, nachdem sie Ende des vergangenen Jahres noch auf insgesamt 11,3 Milliarden Barrel geschätzt worden waren. Petrobras selbst hatte Ende des vergangenen Jahres noch Reserven in Höhe von 15,02 Milliarden Öläquivalenten ausgewiesen, die auch Gasreserven beinhalten.

Das war schon deutlich mehr als im Jahr zuvor. Das zeigt, dass das Unternehmen zumindest bisher in der Lage ist, nicht nur die Produktion stetig zu steigern, sondern auch die verbrauchten Reserven mehr als zu ersetzen. Bis ins Jahr 2015 soll die Tagesproduktion auf 3,5 Millionen Barrel Öläquivalenten täglich zunehmen. Damit dürfte sich die stetige Umsatzsteigerung der vergangenen Jahre ebenso fortsetzen lassen und die des Gewinnzuwachses zumindest im Trend.

Das dürfte allerdings nur dann gelten, wenn die Energie- und Rohstoffpreise so hoch bleiben wie gegenwärtig oder gar weiter steigen. Das ist weniger sicher als die Tatsache, dass die Entdeckung und die Förderung verbliebener Öl -und Gasreserven bei allem technologischen Fortschritt immer teurer werden. Aus diesem Grund können auch hier bei allem Energieoptimismus Absicherungsstrategien nicht schaden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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