08.10.2003 · Die Ratingagentur S&P hat die Kreditwürdigkeit von Indonesien, Thailand und Malaysia auf das höchste Niveau seit 1997 angehoben. Die ohnehin gefragten Börsen bekommen durch den Vertrauensbeweis einen weiteren Schub.
Vorteilhafte makroökonomische Entwicklungen haben die Ratingagentur Standard & Poor´s zur Wochenmitte dazu bewogen, die Kreditwürdigkeit asiatischer Länder gleich reihenweise hochzustufen.
Konkret wurde das Rating für Indonesien bei den langfristigen Fremdwährungskrediten um eine Note auf B+ erhöht, was aber noch immer fünf Stufen unter dem Investmentgrad liegt. Schon eine Stufe besser als Investmentgrad ist das ebenfalls um einen Schritt auf BBB erhöhte Rating für Thailand. Und Malaysias Kreditwürdigkeit liegt nach der Anhebung um ebenfalls eine Stufe auf A- schon fünf Stufen über dem Investmentgrad.
Börsen reagieren mit Kursgewinnen
Das verhilft den betroffenen Aktienmärkten, die bereits auf eine längere Erfolgsstory zurückblicken können, zu einer positiven Tagesbilanz. So klettert der indonesische Jakarta Composite Index um 1,5 Prozent auf 624 Punkte und markiert damit ein Dreijahreshoch. Beim malaysischen Kuala Lumpur Composite Index war das von Plus von 1,5 Prozent auf knapp 760 Punkte gleichbedeutend mit einem 16-Monatshoch. Der thailändische SET-Index kam nach dem größten Tagesgewinn seit dem 2. Juli um drei Prozent auf fast 561 Punkte voran. Damit ist der Index in diesem Jahr auf Dollar-Basis schon um 73 Prozent gestiegen.
„Die Hochstufungen bedeuten geringere Kosten bei der Kreditaufnahme“, erklärt Steven Lim, Fondsmanager bei Daiwa SB Investments, einen der Vorzüge der S&P-Entscheidung, die vornehmlich mit immer besser im Griff befindlichen Staatschulden begründet wurde. Auch Nasu Chunsom, Fondsmanager bei Aberdeen Asset Management, glaubt: „Die Hochstufung verbessert die Stimmung unter den Anlegern.“ Und mit etwas Glück kommt es sogar noch etwas besser. Denn Alvon Pattisahusiwa, Fondsmanager bei MeesPierson Finas Investment, meint: „Die Unternehmen verdienen ebenfalls eine Hochstufung des Ratings, da das geringer eingeschätzte Länderrisiko auch ihr Risiko verringert“.
Wachstumsperspektiven werden derzeit vorteilhaft beurteilt
Diese Aussicht, zusammen mit den günstigen Wachstumsperspektiven scheinen eine gute Grundlage für eine Fortsetzung des seit längerer Zeit anhaltenden Kursaufschwung an den Börsen dieser Länder zu sein. Für Thailand wird in diesem Jahr jedenfalls mit einem Wachstum von 6,4 Prozent gerechnet, in Malaysia soll die Wirtschaftsleistung um 4,5 Prozent zulegen und in Indonesien um vier Prozent. Angesichts solcher Raten wundert es nicht, daß sich die Investoren angezogen fühlen. Zumal auch die Währungen auf einen stabilen Pfad zurückgefunden haben und Dank der günstigen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen tendenziell sogar steigen.
Noch eine viel stärkere Schubkraft auf die Kurse als die sich bessernde Kreditwürdigkeit kann sogar ein anderer Faktor langfristig ausüben. Gemeint ist damit der Plan der südostasiatischen Staaten zur Schaffung einer gemeinsamen Freihandelszone. Unter dem Einschluß von China, Japan und Indien könnte ein solches Bündnis zwei Milliarden Menschen betreffen und einen riesigen Absatzmarkt mit einem Bruttoinlandsprodukt von fast drei Billionen Dollar darstellen.
Manche Beteiligten kommen angesichts dieser Dimensionen bereits ins Schwärmen. So träumt Südkoreas Präsident Roh Moo Hyun: „Wenn wir unsere Kräfte bündeln, werden (Süd-)Korea und die Asean-Mitglieder und darüber hinaus ganz Ost-Asien der Wachstumsmotor der Weltwirtschaft werden, und das 21. Jahrhundert wird das Zeitalter Ostasiens sein.“ Werden die Pläne mit Leben erfüllt, dürften sich davon Investoren angelockt fühlen, auch wenn die Bewertungen nach den bereits starken Kursgewinnen nicht mehr so niedrig sind wie noch vor ein pder zwei Jahren..
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |