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Schwellenländer Bric-Protect-Zertifikat ohne umfassenden Schutz

30.01.2007 ·  „Chancen mal vier“, heißt es in der Werbung für ein neues Bric-Zertifikat von Credit Suisse. „Risiken mal vier“, sollte man ergänzen. Denn wenn nur ein Index während der Laufzeit einbricht, fällt der schöne Bonus aus.

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„Chancen mal vier“ - mit diesem Slogan wirbt Credit Suisse für ein neues Bric-Zertifikat, das den Anlegern die Schwellenmärkte Brasilien, Russland, Indien und China öffnen soll.

„Mit dem neuen 'Global Zertifikat Bric Protect' der Credit Suisse gibt es nun eine Möglichkeit, an den wirtschaftlichen Chancen der Bric-Länder zu partizipieren, ohne auf die Sicherheit eines Risikopuffers verzichten zu müssen“, schreiben die Zertifikatemacher. Papiere zu je 101,50 Euro (inklusive Ausgabeaufschlag) können bis 23. Februar gezeichnet werden. Bei hoher Nachfrage behält sich die Bank eine vorzeitige Schließung vor (Isin DE000CS0AHR4).

Auf vier Indizes kommt es an

Tatsächlich hört es sich nicht schlecht an, was das Zertifikat den Anlegern zu bieten hat. Am Fixingtag wird der Kurs der Indizes aus den vier Bric-Ländern zunächst auf jeweils 100 Prozent festgesetzt. Für Brasilien steht der Bovespa, für Russland der Russian Depository Receipts Index, für Indien der S&P CNX Nifty Index und für China der FTSE Xinhua China 25 Index.

„Nach dem ersten Beobachtungszeitraum nach 13 Monaten wird geprüft, wie sich die Indizes während des Beobachtungszeitraums gegenüber ihrem jeweiligen Fixingstand bewegt haben“, heißt es. „Hat keiner der vier Indizes seine jeweilige Barriere von 50 Prozent des Fixingstandes unterschritten, erhält der Anleger für diesen Beobachtungszeitraum einen Bonus von 14,50 Prozent.“

Kein Index darf zu viel verlieren

Diese Prozedur wiederholt sich nach 25 und nach 37 Monaten. Läuft alles glatt, hat also kein Index während der Laufzeit mehr als 50 Prozent an Wert verloren, bekommt der Anleger sein Geld zurück und dreimal eine Zahlung von 14,5 Prozent.

Unangenehm wird es aber, wenn ein Index auch nur kurze Zeit unter der Schwelle von 50 Prozent notiert: „Haben ein oder mehrere Indizes ihre jeweilige Barriere während der Laufzeit unterschritten, erfolgt die Rückzahlung in Höhe des Endstandes desjenigen Index, der während der Laufzeit seine Barriere am weitesten unterschritten hat.“

„Risiko mal vier“

Damit sollte der Slogan nicht nur „Chancen mal vier“ heißen, sondern auch „Risiko mal vier“. Dass es an den Schwellenmärkten auch bergab gehen kann, merkten die Anleger zuletzt im Mai vergangenen Jahres: In nur vier Wochen verlor der indische Sensex damals etwa 30 Prozent an Wert. Diese Delle ist inzwischen zwar längst wieder ausgebügelt, doch das nächste Mal muss es nicht so glimpflich ausgehen.

Darum sollten Anleger auch kritisch hinterfragen, was in der Werbung für das Zertifikat unter „Ihre Vorteile auf einen Blick“ steht: „Sie profitieren von einer geografisch breit diversifizierten Anlage.“ Schließlich gilt das Argument der Diversifikation nur eingeschränkt, wenn der Anlageerfolg maßgeblich von der Entwicklung von vier isoliert betrachteten Indizes abhängt.

Credit Suisse darf kündigen

Für das Zertifikat sprechen der recht hohe Bonus, die überschaubare Laufzeit von 37 Monaten und die Tatsache, dass Anleger kein Währungsrisiko eingehen. Wer das Zertifikat nicht bis zum Laufzeitende halten will, kann es börsentäglich im Frankfurter Freiverkehr verkaufen. Dort muss er dann aber den Preis akzeptieren, den der Emittent stellt.

Gegen ein Investment spricht das Argument, dass schon ein einziger schlechter Index ausreicht, um die Bonuszahlung zu kippen. Erholt sich dieser bis zum Laufzeitende nicht wieder, verbucht der Anleger sogar Verluste. Obendrein profitieren Zertifikateinhaber nur unterdurchschnittlich von der Entwicklung der Bric-Märkte, wenn diese um mehr als 14,5 Prozent im Jahr zulegen. Damit ist das Zertifikat nur für Investoren geeignet, die erwarten, dass die Bric-Märkte in den kommenden Jahren eher auf hohem Niveau seitwärts oder zumindest nur moderat abwärts tendieren.

Auch ein Passus aus den „Rahmendaten“ zum Zertifikat dürfte nicht allen Anlegern gefallen: „Die Emittentin hat das Recht, das Zertifikat zu jedem Bonustermin zu 100 Prozent des Nominalbetrages zu kündigen.“

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @bemi
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