27.12.2004 · Tausende von Toten in Asien nach Erdbeben und Flutwellen können die Börsianer kaum beeindrucken. Die Börse in Indonesien bestätigte am Montag ihren Aufwärtstrend, und auch in Thailand blieben größere Kursbewegungen aus.
Während alle Welt mit Grauen auf die Auswirkungen der Tsunamis in Asien blickt und die immer größer werdende Zahl der Toten registriert, geben sich die Börsianer wieder einmal grauenhaft nüchtern. Während die Börse in Sri Lanka immerhin geschlossen blieb, gab der thailändische SET um 0,97 Prozent auf 663,86 Punkte nach, während der Jakarta Composite Index am Montag 1,12 Prozent zu auf 997,52 Punkte zulegte und nur knapp unter seinem Allzeithoch von 1.003 Zählern aus dem Handel ging.
Beides sind keine weltbewegenden Kursänderungen, wie sie angesichts der vielen Toten erwartet worden sein könnten. Aber schon die indonesische Regierung hatte am Sonntag verlauten lassen, die Erdbeben und die resultierenden Tsunamis spielten wirtschaftlich so gut wie keine Rolle und änderten an den Wachstumserwartungen des Landes grundsätzlich nichts. Das Defizitziel liege nach wie vor bei 1,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und die Wachstumsprognose für das laufende Jahr bei etwas mehr als fünf Prozent.
Überschwemmung mit begrenzter wirtschaftlicher Auswirkung
Die Auswirkungen seien gering, da die betroffene Aceh-Provinz auf Sumatra wirtschaftlich nicht so bedeutend sei, um das Wachstum des Landes maßgeblich zu beeinträchtigen, sagte ein Fondsmanager. Deutliche Kursgewinne von 5,6 Prozent auf 17.900 Rupien gab es am Montag beim Zementhersteller PT Semen Gresik. Das muß allerdings nicht auf die Vermutung zurückzuführen sein, das Unternehmen könnte von der nun sehr wahrscheinlich anstehenden Reparaturaktivität profitieren. Sondern es gab auch Neuigkeiten über den Übernahmeversuch durch die mexikanische Cemex.
Grundsätzlich zeigt der Trend des Index nach wie vor nach oben. Und das dürfte angesichts der Wachstumserwartungen, der Gewinnentwicklung der Unternehmen und der selektiv noch vernünftigen Bewertung der Aktien in einem anhaltend positiven weltwirtschaftlichen Umfeld und bei Ausbleiben politischer Turbulenzen nicht verwundern.
In Thailand sieht es etwas anders aus. Nach einer massiven Kursrally im vergangenen Jahr befindet sich der SET-Index in einer Konsolidierungsphase. Nach einem Hoch bei 802,19 Punkten im Januar gab der Index bis auf 576 Punkte nach. Er konnte danach zwar einen leichten Aufwärtstrend etablieren, ist allerdings bisher immer an der Widerstandsmarke von 685 Punkten gescheitert.
Thailands Börse auf der Suche nach neuen Impulsen
Hintergrund der verhaltenen Entwicklung dürfte ein Gemisch aus verschiedenen Argumenten sein: die Unruhen im Süden des Landes, der hohe Ölpreis, Sorgen über nachlassendes Wachstum in China und nicht zuletzt die zwischenzeitlichen Turbulenzen bei Rohstoffpreisen. Grundsätzlich scheint der Markt jedoch eher günstig zu sein. Denn das Kurs-Gewinn-Verhältnis der im SET-Index enthaltenen Werte liegt auf Basis der Gewinnprognosen für das kommende Jahr bei gerade einmal 9,1. Dabei wird ein Gewinnwachstum von 18 Prozent unterstellt.
Das scheint nicht unbegründet zu sein. Denn der private Konsum hat im Oktober 3,9 auf Quartalsbasis zugelegt, die Kapazitätsauslastung ist um 5,9 auf 74 Prozent gestiegen und Ex- und Importe haben deutlich angezogen. Gleichzeitig bleibt die Preisentwicklung noch vergleichsweise verhalten. Auf dieser Basis dürfte die thailändische Börse nach Einschätzung von Fondsmanagern mittelfristig wieder Rückenwind erhalten.
Eine gezielte Auswahl der Branchen und Einzeltitel dürfte ratsam sein. Doug Barnett von Quest Management, er kann auf eine überdurchschnittliche Performance zurückblicken, setzt vor allem auf den Transportsektor, die Banken und die Energiewerte. Er baut unter anderem stark auf die Aktien der Kreditkartenunternehmens Krungthai Card und des Chemieunternehmens Thai Olefins. Dagegen dürfte der Tourismussektor allerdings zumindest kurzfristig eher vorsichtig betrachtet werden müssen. Denn viele potentielle Gäste dürften verunsichert sein und könnten künftig ausbleiben.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |