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Schwellenländer Asiens Landwirtschaft schiebt Wirtschaft und Aktienkurse an

 ·  In Asien entwickelt sich nicht nur die Industrie beachtlich, sondern öffentliche Förderungsprogramme könnten auch die Wirtschaft und die Aktien im Agrarbereich in Indien und China in Fahrt bringen.

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Die Landwirtschaft in Asien steht vor einem Aufschwung, sagen Analysten. Die Regierungen in Indien und China, den beiden bevölkerungsreichsten Länder der Welt, haben Programme aufgelegt, die den heimischen Anbau von Nahrungsmitteln fördern und die Einkommen der Landwirte verbessern sollen.

In den kommenden sechs bis zwölf Monaten sollten die Landwirte die ersten Resultate in ihrem Geldbeutel spüren. "sie werden einen Geldsegen erleben", sagt Sean Darby, Chefstratege für Asien bei Nomura Securities in Hongkong.

Agraraktien könnten von vorteilhafter Entwicklung profitieren

Er setzt auf Agraraktien. Seine Favoriten sind der indische Traktorhersteller Mahindra & Mahindra und der südkoreanische Maschinenbauer Doosan Heavy Industries & Construction, der Frischwasseranlagen herstellt. Darby hat ebenfalls Kubota , den größten japanischen Produzenten landwirtschaftlicher Geräte, auf seine Liste mit Kaufempfehlungen gesetzt. "Die Landwirte haben mehr Geld zur Verfügung", bestätigt Ray Jovanovich, Leiter der Vermögensverwaltung der Credit Agricole Asset Management in Hong Kong. Entsprechende Programme in Indonesien hätten einen Wirtschaftsaufschwung eingeleitet. Jovanovich erwartet eine ähnliche Entwicklung in Indien und China.

Nachdem die Kongreßpartei im Mai nach acht Jahren wieder die Regierung in Indien übernahm, ist der Aktienkurs von Mahindra mit Sitz in Mumbai um 23 Prozent gestiegen. Den Wahlerfolg hatte die Partei vor allem den Landwirten zu verdanken. 58 Prozent der über eine Milliarde zählenden indischen Bevölkerung lebt auf dem Land und nach Angaben der Regierung macht die Landwirtschaft ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts aus.

Investitionen im ländlichen Raum in Indien ...

Die neue Regierung hat 100 Milliarden Rupien oder umgerechnet 1,76 Milliarden Euro mehr für Investitionen in Bewässerung und Wasserversorgung im Haushalt vorgesehen. 22,47 Milliarden Rupien sollen in den ländlichen Wohnungsbau investiert werden. Die Banken sollen das Kreditvolumen für Landwirte um 30 Prozent auf 1,05 Bill. Rupien erhöhen. Außerdem schaffte die Regierung eine Steuer auf Traktoren ab. Das werde den Verbrauch der Landbevölkerung steigern, sagt Jon Thorn, Fondsmanager bei India Capital Fund in Hongkong. "Die Nachfrage nach Bewässerungsanlagen und Düngemittel wird steigen und die Leute werden auch mehr konsumieren. In China leben Zweidrittel der Bevölkerung auf dem Lande. Die Landwirtschaft machte 2002 15 Prozent am Bruttoinlandsprodukt aus, zeigen Zahlen der Asian Development Bank.

... und auch in China

Auch die chinesische Regierung hat Kreditgenossenschaften angewiesen, den Kreditrahmen der Landwirte zu erhöhen. Steuersenkungen im Volumen von 23 Milliarden Yuan oder 2,23 Milliarden Euro und Subventionen in Höhe von 11 Milliarden Yuan dieses Jahr haben im ersten Quartal bereits für einen Anstieg der Einkommen um voraussichtlich 9,2 Prozent auf 834 Yuan (82 Euro) monatlich geführt, das ist die höchste Rate seit 1996, berichtet China Daily.

"Gut für Agraraktien", sagt Andrew Salton, Fondsmanager für die Region bei Standard Life Investments in Hongkong. Die Fondsgesellschaft ist in Chaoda Modern Agriculture (Holdings) Ltd., dem größten chinesischen Gemüse- und Obstanbauer investiert. Moody's Investor Service beschreibt das Unternehmen als "sehr wettbewerbsfähig". Die Expansionspläne des Unternehmens führen zu einer Bonitätseinstufung von Ba3, drei Stufen unter Investmentgrade. Der Aktienkurs liegt dieses Jahr mit 13 Prozent im Minus, der Hang Seng Index verzeichnet für den gleichen Zeitraum eine Minus von sechs Prozent.

Kubota erwartet ebenfalls weiter steigende Nachfrage aus China. Der Umsatz hatte sich bereits von 2002 auf 2003 auf 4,7 Milliarden Yen (35 Millionen Euro) verdoppelt. "Wir weiten die Produktion von Landmaschinen aus, um den Erwartungen gerecht werden zu können", Takashi Fukuda, Sprecher des Unternehmens. "Die beiden größten Schwellenländer haben den Fokus für Wirtschaftswachstum um 180 Grad verändert", so Darby in einem Bericht am Montag. "Die Reisschüssel entwickelt sich zu einer der wichtigsten wirtschaftlichen Triebfedern der Region - nur gemerkt hat es noch keiner."

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