13.11.2008 · Der Ölboom brachte jede Menge Geld in die Länder rund um den Persischen Golf. Gestiegene Ausgaben, ein niedrigerer Ölpreis und nicht zuletzt auch die Folgen der Kreditkrise bringen nun auch in dieser Regierung die Börsen in Turbulenzen.
Die Börsen der arabischen Ölstaaten am Persischen Golf hatten sich in den vergangenen Jahren im Rahmen des Ölbooms teilweise beachtlich robust entwickeln können. So erreichte der Kuwait Stock Exchange Unweighted Index noch im Juni des laufenden Jahres nach einem mehrjährigen Aufwärtstrend ein Rekordhoch bei 15.655 Zählern.
Seitdem geht es jedoch zusammen mit dem Ölpreis nach unten. Inzwischen liegt der Index rund 45 Prozent unter dem damals erreichten Niveau. Die Börse in Kuwait hat am Donnerstag auf die Talfahrt der Kurse reagiert und den Handel ausgesetzt. Allein in dieser Woche sank der Index um zehn Prozent und rutschte damit auf den niedrigsten Stand seit Juli des Jahres 2005. Am nächsten Montag wird das Gericht, das den Handel vorerst beendete, um die Anleger vor weiteren Kursverlusten zu schützen, entscheiden, ob der Handel weiterhin ausgesetzt bleibt.
„Dies ist eine negative Entwicklung'“, sagte Sherif Abdel Khalek von Beltone Securities Brokerage in Dubai der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Den Markt zu schließen löst die Probleme nicht. Diese Maßnahme verschlechtert nur die Stimmung der Anleger.“ Am anderen Ende des Persischen Golfs schloss die Börse von Dubai den sechsten Tag in Folge im Minus. Der Dubai Financial Market General Index gab 4,9 Prozent nach auf 2.106,41 Punkte und weitete die Verluste in dieser Woche damit auf 25 Prozent aus.
Problembereiche: Öl und Immobilien
Im benachbarten Abu Dhabi knickte der Aktienmarkt 1,5 Prozent ein. „Dubai und Abu Dhabi sind in besonders starkem Maße der Entwicklung am Immobilienmarkt ausgesetzt“, erklärte Ajeev Gopinathan von Gulf Baader Capital Markets SAOC in Oman. „Das macht die Anleger nervös.“ Anleger befürchten, dass der bislang boomende Immobilienmarkt wegen der Kreditklemme und nachlassender Öleinkommen abkühlen könne. In der Vergangenheit ermöglichte der Ölreichtum Dubai, spektakuläre Infrastrukturprojekte wie die Aufschüttung der künstlichen Palminseln und den Bau von Hochhäusern der Superlative zu finanzieren.
So zählten Unternehmen wie der Immobilienentwickler Emaar Properties PJSC und der Baumaterialien-Anbieter Arkan Building Materials am Donnerstag zu den großen Verlierern. Der Aktienkurs von Emaar, das angesichts der aktuellen Entwicklung die bisherige Einstellungspolitik prüfen will, fiel am Donnerstag um 5,6 Prozent auf 3,18 Dirham - das entspricht dem niedrigsten Kurs seit Oktober 2004. Die Papiere von Arkan verloren 4,7 Prozent auf 4,27 Dirham. Nach den jüngsten Kursverlusten werden die in Dubai gelisteten Unternehmen gerade noch mit dem Fünffachen der Gewinne bewertet. Zum Vergleich: Beim Deutschen Aktienindex (Dax) liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 9,84 und beim amerikanische Börsenbarometer S&P 500 Index bei 18,40. Allerdings sind solche Bewertungskennzahlen mit Vorsicht zu genießen, basieren sie doch vielfach auf optimistischen Gewinnprognosen. Genau diese lassen sich angesichts der Kredit- und Wirtschaftskrise hinterfragen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.682,89 | −1,11% |
| FAZ-INDEX | 1.490,65 | −1,16% |
| TecDAX | 768,45 | −1,60% |
| MDAX | 10.198,90 | −1,49% |
| SDAX | 4.972,24 | −0,97% |
| REX | 421,24 | −0,10% |
| Eurostoxx 50 | 2.468,15 | −1,03% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 79,68 | −1,08% |
| Dow Jones | 12.781,00 | −0,76% |
| Nasdaq 100 | 2.556,01 | −0,75% |
| S&P500 | 1.343,23 | −0,54% |
| Nikkei225 | 9.238,10 | −0,24% |
| EUR/USD | 1,3006 | −0,42% |
| Rohöl Brent Crude | 118,68 $ | −0,30% |
| Gold | 1.733,00 $ | +0,64% |
| Bund Future | 139,33 € | +0,20% |