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S&P-Chartanalyse Rally beeindruckend - noch nicht überzeugend

16.02.2005 ·  Der Markt verzeichnete in den vergangenen Tagen trotz der enttäuschenden Meldung von Dell gute Zugewinne. Zur Manifestierung eines weiteren Aufwärtstrends bedarf es allerdings eines höheren Handelsvolumens, so Mark Arbeter von S&P.

Von Mark Arbeter, technischer Chefanalyst bei S&P
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Der Markt hätte gute Gründe finden können, um zum Ende der vergangenen Woche schwächer zu tendieren. Doch einmal mehr täuschte er die meisten Anleger und legte statt dessen kräftig zu.

Der Technologieriese Dell gab am zehnten Februar nach Handelsschluß enttäuschende Umsätze für das letzte Quartal bekannt und wurde tags darauf mit einem Abschlag von sechs Prozent bestraft. Zu Anfang wurde der Gesamtmarkt zwar dadurch belastet, doch im weiteren Handelsverlauf ließ er die Dell-Meldung hinter sich und setzte zu einer kräftigen Rally an.

Halbleiterwerte und auch der S&P 500 arbeiten am Ausbruch nach oben

Wirklich beeindruckend war am Freitag das Verhalten der Halbleiterwerte, verzeichnete der Philadelphia Semiconductor Index doch einen Anstieg von circa vier Prozent und versucht derzeit, aus einer schmalen Basis auszubrechen. Die nach den schwachen Unternehmenszahlen verzeichnete Rally ist sicherlich beeindruckend, allerdings gibt es unseres Erachtens nach wie vor ein gutes Stück Arbeit zu tun, bevor ein weiterer Aufwärtstrend Form annehmen kann.

Der S&P 500 Index wurde auf seinen höchsten Stand seit Ende Dezember getrieben und nähert sich nun einem wichtigen Chartwiderstand im Bereich von 1.215 Punkten. Das letzte Schlußhoch im Dezember wurde bei 1.213,55 markiert, während das Intraday-Hoch bei 1.217,90 lag. Eine kräftige Schlußnotierung über diesen letzten Höchstständen, bei gleichzeitig hohen Umsätzen, würde dem Markt den nötigen Auftrieb geben. Sollte der S&P 500 den Ausbruch schaffen, peilen wir als nächstes Ziel die Marke bei 1.253 Punkten an.

Nach unten hin findet sich kurzfristige Chartunterstützung bei 1.192 Punkten. Es handelt sich dabei um das jüngste Kurstief. Der exponentiell gleitenden 50-Tage-Durchschnitt, der als Unterstützung oder Widerstand fungieren kann, befindet sich bei 1.184 Zählern. Die nächste Chartunterstützung kommt bei 1.164 Punkten ins Spiel, dem im Januar markierten Schlußtief. Mittelfristig sehen wir eine breite Chartunterstützung, die bei 1.160 einsetzt und sich nach unten hin bis zur Marke von 1.100 Punkten erstreckt. Die von den Tiefständen im August und Oktober abgeleitete Trendlinienunterstützung findet sich bei 1.145. Der exponentiell gleitende 200-Tage-Durchschnitt liegt ebenfalls bei 1145 Punkten.

Trotz der Schwäche im Januar zeigte sich der Kurstrend beim S&P 500 aus mittelfristiger Sicht weiter positiv. Will heißen, daß die Serie von höheren Höchst- und höheren Tiefständen intakt blieb. Die auf dem Kursverhalten des S&P 500 basierenden mittelfristigen Momentumindikatoren haben sich jedoch ins Negative gedreht. Der wöchentliche MACD (Moving Average Convergence/Divergence) und die wöchentlichen Stochastikindikatoren präsentieren sich nach wie vor bearish. Während der „500“ auf neue Höchststände stieg, hat der wöchentliche MACD außerdem ein niedrigeres Tief markiert und damit eine negative Divergenz aufgebaut. Sollte der Markt auf kurze Sicht seinen Höhenflug fortsetzen können, wird sich das vom wöchentlichen MACD ausgesendete Verkaufssignal selbst umkehren.

Der stochastische Oszillatorindikator auf Wochenbasis brach ein, nachdem er zuvor in stark überkauftes Terrain vorgedrungen war, und verstärkte damit die Bedeutung dieses Signals. Während die wöchentlichen Daten von Pessimismus zeugen, sind die Momentumindikatoren auf Tagesbasis positiv und befinden sich noch nicht in überkauftem Terrain.

Nasdaq bereitet Kopfzerbrechen

Was uns nach wie vor Kopfzerbrechen bereitet, ist der Nasdaq Composite Index. Während der S&P 500 und der Dow Jones sich so verhalten, als wollten sie demnächst neue Erholungshöchststände erklimmen, dümpelt der Nasdaq weiter vor sich hin. Der mittelfristige Kurstrend des Nasdaq zeigt sich seit der zweiten Januarwoche bearish, und auch auf kurze Sicht ist er negativ. Der Index muß erst noch das seit seinem Höchststand im Dezember intakte Muster niedrigerer Höchst- und Tiefstände durchbrechen. Unserer Einschätzung zufolge werden die Standardwerte den Nasdaq entweder nach oben hieven oder sie werden von ihm mit nach unten gezogen. Es ist zum Beispiel unwahrscheinlich, daß der S&P 500 einem nachhaltigen Aufwärtstrend Folge leistet, während sich der Nasdaq weiter auf Talfahrt begibt.

Auf kurze Sicht trifft der Nasdaq bei 2.087 und dann bei 2.106 Punkten auf Chartwiderstand. Der im Dezember markierte Höchststand lag bei 2.180 Zählern. Kurzfristige Chartunterstützung findet sich bei 2.009 Punkten bzw. dem Tief vom Januar. Aus mittelfristiger Sicht haben wir den exponentiell gleitenden 200-Tage-Durchschnitt bei 2.003 und den einfach gleitenden 200-Tage-Durchschnitt bei 1.978 Punkten. Die von den Tiefständen im März 2003 und August 2004 abgeleitete langfristige Trendlinienunterstützung kommt bei 1975 Punkten ins Spiel.

Ungeachtet seiner an den Tag gelegten Volatilität hat sich der Nasdaq seit mehr als einem Jahr kaum von der Stelle bewegt. Der Index befindet sich nach wie vor in einer ausgeprägten Bodenbildungsformation, die im Jahr 2001 generiert wurde. Derart ausgeprägte Bodenbildungsformationen sind bei Indizes und Einzelwerten, die eine größere Baisse durchlebt haben, recht häufig anzutreffen. Ein solcher Prozeß kann sich über mehrere Jahre, wenn nicht Jahrzehnte (wie im Fall des japanischen Nikkei-Index) hinziehen, während der Markt langsam die einstigen Favoriten aussortiert und neue Wege des Wachstums für sich entdeckt. Die Nachfrage nach Aktien zu bedeutend höheren Kursen war so groß, daß das immense Angebot für eine sehr lange Zeit auf dem betreffenden Index oder Einzeltitel lasten kann.

Der Rentenmarkt schlug gegen Ende der Woche die entgegengesetzte Richtung ein, nachdem die Rendite zehnjähriger amerikanischer Treasuries kurzzeitig unter die vier Prozent gesackt war. Die Rendite fiel am Mittwoch bis auf 3,97 Prozent, bevor sie die Woche im Plus bei 4,09 Prozent beenden konnte. Wie wir bereits letzte Woche bemerkt haben, ist der Chartwiderstand im Bereich von 3,9 bis 3,96 Prozent sehr ausgeprägt. Die zehnjährige Rendite hatte im Oktober 2004 bei 3,94 Prozent, im September 2004 bei 3,96 Prozent, im Januar 2004 bei 3,92 Prozent und im Oktober 2003 bei 3,91 Prozent ihren Tiefpunkt erreicht.

Langfristig gesehen befindet sich der Rentenmarkt in einer ähnlichen Situation wie der Nasdaq, wenngleich sie sich bei Ersterem noch einen Tick dramatischer darstellt. Der Bondmarkt jagt seit 1981 einen Höchststand nach dem anderen, doch dieser Trend kann nicht ewig wären. Nach unserem Dafürhalten generiert der Markt zur Zeit eine massive Bodenbildungsformation, und früher oder später werden die Renditen ihren langfristigen Abwärtstrend ins Gegenteil verwandeln und nachhaltig anziehen.

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SDAX 4.817,28 +0,29%
REX 434,70 −0,15%
Eurostoxx 50 2.161,87 +0,25%
F.A.Z. EURO 69,61 +0,13%
Dow Jones 12.454,80 −0,60%
Nasdaq 100 2.527,05 −0,17%
S&P500 1.317,82 −0,22%
Nikkei225 8.580,39 +0,20%
EUR/USD 1,2515 −0,14%
Rohöl Brent Crude 106,90 $ +0,14%
Gold 1.569,50 $ +0,06%
Bund Future 144,35 € +0,25%