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S&P-Chartanalyse Börsen auf dem Weg zum Comeback

08.02.2005 ·  Haben die Börsen im Januar eher enttäuscht, so geht S&P-Markttechniker Mark Arbeter weiterhin davon aus, daß es bei den wichtigsten Indizes im ersten Halbjahr 2005 zu einer Erholung mit neuen Kurshochs kommen wird.

Von Mark Arbeter, technischer Chefanalyst bei S&P
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Der Referenzindex S&P 500 verzeichnete vergangene Woche eine recht ordentliche Kursentwicklung, nachdem er zuvor im Bereich um 1160 Zähler auf Chartwiderstand gestoßen war. Während sich der kurzfristige Trend im Januar unfreundlich zeigte, blieben die mittelfristigen Aussichten positiv. Obwohl wir auf kurze Sicht weiterhin vorsichtig bleiben, da es bislang keine kräftigen Handelsvolumina bei steigenden Kursen gab, glauben wir nach wie vor, daß es im ersten Halbjahr 2005 zu einer Erholung mit neuen Kurshochs kommen wird.

In der vergangenen Woche entwickelten sich die Exchange Traded Funds (ETF) mit Schwerpunkt auf Lateinamerika, die Energiebranche, junge Wachstumsunternehmen, Versorgungsunternehmen und Rohstoffwerten. Einzelne Unternehmen aus einer Vielzahl von Branchen verzeichneten ein 52-Wochen-Hoch. Dazu gehörten unter anderem Hausbauunternehmen, Hersteller von Metallprodukten, Öl- und Gasbohrunternehmen, Öl- und Gasraffinerien, Anlagenbauer, Stahlunternehmen, Konsumgüterproduzenten, Versorger, Pflegeheime, Medizinprodukte und Freizeitprodukte.

Positiver Ausblick mit gewissen Vorsichtszeichen

Wie wir schon häufig angemerkt haben, ist einer der Hauptfaktoren für einen Bullenmarkt der Wechsel zwischen den verschiedenen Unternehmen und Branchen. Das Geld bleibt im Markt, während sich die institutionellen Anleger rasch bewegen, um den neuesten Trend zu erwischen. Bärenmärkte sind dagegen durch einen Abfluß von Kapital charakterisiert, wenn alternative Investments attraktiver als Aktien eingeschätzt werden.

Auf mittelfristige Sicht ist die Kursentwicklung des S&P 500 positiv einzuschätzen. Dennoch erhalten wir gemischte Zeichen von vielen Momentum-Indikatoren, die auf der Kursentwicklung des S&P basieren. Aus Wochensicht sind die Zeichen des gleitenden Wochendurchschnitts des Convergence/Divergence-Verhältnisses (Wochen-MACD) ebenso wie die wöchentlichen Stochastik-Indikatoren auch nach dem Rollover noch negativ. Der Wochen-MACD hat ein neues Tief erreicht, während der „500“ neue Hochstände verzeichnete, und damit eine negative Divergenz gebildet. Der wöchentliche Stochastik-Oszillator brach ebenfalls seinen Trend, nachdem er sehr überkaufte Werte zeigte. Dies macht das Signal noch signifikanter.

Während die Wochenwerte bearish sind, haben die täglichen Momentum-Indikatoren ins Positive gedreht und sind noch nicht im überkauften Bereich. Falls diese eine überkaufte Position aufweisen und den Trend brechen, während die wöchentlichen Indikatoren negativ bleiben, könnte dies weitere Kursverluste bedeuten.

Unserer Ansicht nach ist die wichtigste Widerstandszone des S&P 500 auf 1.160 Punkte gesunken. Dieses Niveau ist aus einer Reihe von Gründen bedeutend. Erstens repräsentiert es den Deckel der Konsolidierung in 2004 und ist daher der wichtigste Breakout-Punkt des Indizes. Wie bereits häufig besprochen, wird eine einzelne Aktie oder ein Index den Breakout-Punkt mehrmals testen, bevor sie/er den Anstieg fortsetzt. Zwei weitere Widerstandsfaktoren liegen ebenfalls im Bereich um 1.160 Zähler: der exponentiell gleitende 80-Tages-Durchschnitt sowie ein Fibonacci-Retracement von 38,2 Prozent des Kursanstiegs seit Oktober.

Weiter oben gibt es wenig Chartwiderstand für den S&P 500. Der höchste Schlußkurs vom 18. Januar lag bei 1195,98 Punkten, während der höchste Schlußkurs im Dezember bei 1.213,55 und das Intra-Day-Hoch bei 1.217,90 Zählern lag. Unterhalb von 1.160 Punkten gibt es reichlich charttechnische Unterstützung für den S&P-500-Index. Ein Retracement von 50 Prozent des Kursanstiegs seit Oktober ergibt ein Niveau von 1.154 Punkten. Der exponentiell gleitende 150-Tages-Durchschnitt liegt bei 1.153 Punkten. Die Gipfel von Oktober, Juni und April sind ebenfalls potentielle Unterstützungspunkte, sie liegen alle im Bereich zwischen 1140 und 1150 Zählern.

Nasdaq in einer etwas schwächeren Position als der S&P 500

Rückblickend auf die Gründe für die Wertverluste im Januar ist uns eine wichtige technische Erklärung für die Kursschwäche aufgefallen. Wie so oft erfordert die Analyse des Marktes, von Irrtümern oder verpaßten Gelegenheiten einen Ansatz am Zeichenbrett. Die Fibonacci-Analyse ergibt wunderbar verläßliche Werte für Kursziele nach oben oder unten. Nachdem der Markt nach der Konsolidierung im Jahr 2004 nach oben ausgebrochen war, hätte ein erstes Fibonacci-Ziel, basierend auf 161,8 Prozent der Breite der Konsolidierung, als Stop-Marke für die Rally getaugt. Die Breite dieser Konsolidierung betrug 94,53 Punkte.

Wenn man diesen Wert mit 1,618 multipliziert, erhält man 153 Punkte. Diesen Wert zum Boden der Konsolidierung bei 1.063,23 Punkten gezählt, ergibt sich ein erstes Fibonacci-Kursziel von 1.216,18. Das Intra-Day-Hoch während der Rally im Dezember lag bei 1.217,90 Zählern. Falls der S&P-Index diese Linie durchbrechen kann, liegt das nächste entsprechend berechnete Fibonacci-Kursziel bei 1.311 Punkten. Wenn man die Breite der Konsolidierung mit 2,618 multipliziert und dies zum Boden der Konsolidierung hinzuzählt, ergibt sich dieser Wert. Während wir unsere Kursprognose für den S&P-500-Index bei 1.253 Punkten belassen, halten wir zusätzliche 50 oder 60 Zähler nicht für völlig abwegig.

Der Nasdaq-Index ist aus technischer Sicht in einer etwas schwächeren Position als der S&P 500. Der Index hat die meiste Zeit dieser Woche damit verbracht, ein Preisgefälle zu überwinden, das durch den Kurseinbruch am 20. Januar entstanden war. Die wichtigsten kurzfristigen charttechnischen Widerstände liegen direkt darüber. Der exponentiell gleitende 50-Tages-Index liegt bei 2.076 Zählern, während das letzte Kurshoch vom Januar bei 2.106 Punkten liegt. Wenn der Nasdaq die Linie von 2.06 Zählern durchbrechen kann, liegt der verbleibende charttechnische Widerstand bei 2.180 Punkten bzw. bei den Hochständen vom Dezember.

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