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S&P-Analyse Barnes & Noble ist die Aktie der Woche

 ·  Mit fünf Sternen bewertet Standard & Poor's den US-Buchhändler Barnes & Noble. Die neue PC-Spielära sorgt für Fantasie.

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Mit fünf Sternen und damit dem höchsten Investmenranking bewertet Standard & Poor's (S&P) die Aktien von Barnes & Noble. Der größte amerikanische Buchhändler hat weit bessere Aussichten als die übrigen Einzelhändler. Zudem ist die Aktie im Vergleich zu den Wettbewerbern günstiger bewertet. Daher raten wir zum Kauf.

Barnes & Noble betreibt mehr als 900 Buchläden sowie 978 Fachgeschäfte für Software und Videospiele. Außerdem besitzt es eine 36-prozentige Beteiligung an dem Online-Buchhändler Barnesandnoble.com. S&P prognostiziert einen Umsatzanstieg von 3,5 bis 4,5 Prozent in den seit mindestens einem Jahr bestehenden Buchgeschäften für das Gesamtjahr 2002.

Harry-Potter-Zauber fehlt

Gleichwohl dürften die Vergleichszahlen für das zweite Quartal um zwei bis drei Prozent schwächer sein, was das Harry-Potter-Phänomen des letzten Jahres widerspiegelt. Den fehlenden Zauber-Boom dürfte der Buchhandel im laufenden Jahr spüren, doch der fünfte Band des Harry-Potter-Zyklus könnte gegen Ende 2002 erscheinen und den Umsätzen und Gewinnen in 2003 weiteren Auftrieb verleihen. Die Brutto- und Nettogewinnspannen im Bucheinzelhandel bei Barnes & Noble verbessern sich ständig. Eine unternehmensweite Prüfung von 50 Kostenfaktoren durch das Management soll den Nettogewinn in 2002 um 30 Millionen Dollar erhöhen.

Fantasie für die Softwareläden von Barnes & Noble

Der Videospielsektor ist in einer einzigartigen Lage, denn zum ersten Mal werden drei Spieleplattformen angeboten. Dadurch müsste sich das Geschäft nach einem trüben Jahr 2000, als der Software- und Zubehörmarkt in den USA einen 5,8-prozentigen Umsatzrückgang verbuchte, im laufenden Geschäftsjahr wieder deutlich beleben. Microsoft wird am 8. November 2001 mit dem lange erwarteten Start seiner Xbox-Game-Konsole ins Videogame-Hardware-Geschäft einsteigen und zunächst 15 bis 20 Spiele anbieten. Nintendos neuer GameCube soll am 5. November mit einer vollständigen Kollektion seiner populären Software in den Regalen liegen. Und die Sony PlayStation 2 lief bereits im November 2000 von Stapel.

Management will Prognosen übertreffen

Wir glauben, dass sämtliche Konsolenproduzenten ihr Marketing in der kommenden Ferienzeit kräftig anheizen. Im Unterschied zum letzten Jahr, als Sony zu wenig Geräte lieferte, bedeutet der heiße Wettbewerb, dass es sich 2001 niemand leisten kann, seine Kunden durch einen Mangel an Konsolen zu enttäuschen. Ein weiterer positiver Faktor ist der Start eines neuen Nintendo GameBoy im Juni 2001. All das sind gute Nachrichten für die Softwareläden Babbage's von Barnes & Noble. Das Management hofft, seine Prognosen zu übertreffen. Derzeit geht das Unternehmen für 2002 von einem Anstieg der Umsätze im Software- und Videospielsegment von 35 bis 40 Prozent aus und von durchschnittlich wenigstens 25 Prozent in den folgenden Jahren. Bis Jahresende will Barnes & Noble zudem 80 neue Geschäfte eröffnen.

Günstiges Kurs-Gewinn-Verhältnis

Für 2002 (Geschäftsjahr endet am 31. Januar) rechnen wir mit einem konsolidierten Gewinn von 1,74 Dollar je Aktie, einem Aufschlag von 0,68 Dollar auf gegenüber dem Vorjahr. Für 2003 erwarten wir einen konsolidierte Gewinn von ungefähr 2,20 Dollar je Aktie. Zum gegenwärtigen Kurs von 32 Dollar ist Barnes & Noble eine solide Anlage. Das geschätzte 2002er Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 18 und das 2003er KGV von 14,5, liegt am unteren Ende der durchschnittlichen Bewertungsspanne der letzten vier Jahre. Die Aktie wird erheblich unter dem dynamischen KGV für 2002 (65 Prozent) und für 2003 (26 Prozent) gehandelt.

Kursziel bei 46 Dollar

Zudem glauben wir, dass Barnes & Noble Schutz vor weiteren wirtschaftlichen Schwächen im Einzelhandelssektor bietet, da der größte Teil seines mutmaßlichen Wachstum von einem ungewöhnlich starken Produktzyklus bei Babbage's, einem relativ stabilen Umsatzzuwachs bei den Buchläden und sinkenden Internetverlusten, hauptsächlich durch Kosteneinsparungen, herrührt. Unser Zwölfmonatskursziel von 46 Dollar repräsentiert ein 2003er KGV von 21, das S&P für eher konservativ halten.

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