11.03.2003 · Der Kabelnetzbetreiber rüstet seine Netze auf, reduziert seine Schulden und verbucht steigende Umsätze bei zunehmenden Margen. Auf dieser Basis scheint das Papier unterbewertet zu sein, meint S&P-Analyst Tuna Amobi.
Von Tuna Amobi, Analyst bei S&P-Market ScopeDer amerikanische Kabelnetzbetreiber scheint nach Ansicht der S&-Analysten gut positioniert zu sein. Nach der Übernahme von AT&T Broadband im November des Jahres 2002 hat Comcast ihre gesamte Abonnentenzahl auf 33 Millionen mehr als verdoppelt.
Damit ist Comcast der größte Multi-Service-Kabelnetzbetreiber in den USA. Daneben hält Comcast eine Mehrheitsbeteiligung in Höhe von 57 Prozent an QVC, einem elektronischen Einzelhändler in den USA, der gerade seine Einkaufssender auch in Europa und Japan eingeführt hat.
Starkes Jahresergebnis sollte positiv inspirieren
Über seine Tochtergesellschaften bietet Comcast auch Content- und Programmdienste an. Anfang März hat Comcast sein außergewöhnlich starkes Jahresergebnis vorgelegt. Nach Ansicht von S&P dürfte dies als kurzfristiger Katalysator für eine positive Aktienentwicklung dienen. Die Comcast-Class-A-Aktie ist Bestandteil des S&P 500 und trägt mit fünf Sternen das höchste S&P-Investmentranking.
Auf Grund der jüngsten Finanzergebnisse geht S&P davon aus, dass die Integration von AT&T Broadband gut verläuft. Dieser Eindruck entspricht auch den bisherigen Erfolgsgeschichten des Managements bezüglich vorangegangener Unternehmenseingliederungen. Da Comcast die Breitbandsysteme aufrüstet, erwartet S&P bedeutende im Vergleich mit der bisherigen Ausstattung Synergieeffekte. Ein vollständiges Upgrade bis im Jahr 2004 auf den neuesten Stand der Technik erscheint realistisch.
Zahl der Abonnenten bleibt weitgehend stabil ...
Die Hochgeschwindigkeitsdatenübertragung dürfte für das Kabelgeschäft kurzfristig der Fokus bleiben. Für diesen Bereich werden für das laufende Jahr 1,35 Millionen neue Abonnenten und eine Gesamtnutzerzahl von fünf Millionen zum Jahresende veranschlagt. Unterstützt durch Video-On-Demand-Dienste und hochauflösendes Fernsehen dürfte das Wachstum im Geschäftsbereich Digitales Video ebenfalls robust bleiben. Hier werden ungefähr 7,6 Millionen Kunden bis Jahresende erwartet, davon dürften rund eine Million Neukunden sein. Bei Standard-Kabelanschlüssen konnte der Strom abspringender Kunden gestoppt werden. Die Kundenzahlen dürfte unverändert bei rund 21 Millionen verbleiben. Der Bereich Telefon hingegen wird 2003 wahrscheinlich eine moderate Abnahme der Kundenzahlen verzeichnen müssen.
... der Schuldenabbau macht Fortschritte ...
Standard & Poor's ist der Überzeugung, dass sich Comcast gut positioniert hat, um den wachsenden Verpflichtungen durch seine langfristige Schuldenlast in Höhe von 29,5 Milliarden Dollar begegnen zu können. Für 2003 werden einige Maßnahmen zum Schuldenabbau erwartet.
... und die Margen steigen
S&P schätzt, dass Comcast für 2003 ein Pro-Forma-Ebitda aus dem Kabelgeschäft von ungefähr 6,25 Milliarden Dollar erreichen kann. Die gesamten Ebitda-Margen dürften zwischen 33 und 37 Prozent liegen. Im Jahr 2002 lagen sie nur zwischen 25 und 30 Prozent. Die gesamten Pro-Forma-Umsätze dürften im hohen einstelligen Bereich oder sogar im niedrigen zweistelligen Bereich wachsen. Das gesamte Ebitda wird voraussichtlich um mehr als 25 Prozent auf knapp sieben Milliarden Dollar zulegen. Basierend auf der S&P-Methode zur Berechnung des Kerngewinns schätzen wir, dass Comcast für 2002 einen S&P-Kerngewinn von minus 40 Cents je Aktie 2002 erzielt. Darin enthalten sind Ausgaben für Aktienoptionen in Höhe von 0,15 Dollar je Aktie. Geht man von einer Annäherung an die Gewinnschwelle auf Cash-flow-Basis (und auf Basis des operativen Gewinns) 2003 aus, rechnen wir mit einem S&P-Kerngewinn für 2003 in Höhe von -0,13 Dollar je Aktie. Die Ausgaben für Aktienoptionen betragen dabei 0,14 Dollar.
Aktie derzeit unterbewertet
Die Aktie wird derzeit mit einem künftigen EV/EBITDA von neun bewertet. Damit liegt sie im Vergleich zu anderen Kabelgesellschaften im Mittelfeld. Auf Grund der Aussichten auf die unmittelbar bevorstehende Generierung eines positiven Cashflows und weitergehenden Synergieeffekten durch die Eingliederung, glauben wir allerdings, dass das Unternehmen einen konservativen Aufschlag von 20 Prozent gegenüber seinen Wettbewerbern verdient. Daher bewegt sich unser Kursziel für die nächsten sechs bis zwölf Monate zwischen 32 und 33 Dollar. Dies entspricht einem Aufschlag zwischen 15 und 18 Prozent im Vergleich zum aktuellen Kursniveau.
Zu den größten Risikofaktoren bei einer Investition in Comcast zählen mögliche negative Auswirkungen durch Regulierungsgesetze, Unsicherheiten bei der Unternehmenseingliederung, eine härtere Konkurrenz durch Betreiber von direktstrahlenden Satelliten (direct broadcast satellites, DBS) , Unbeständigkeiten im Werbemarkt sowie erhöhte makroökonomische Risiken durch den kürzlich erfolgten Einbruch im Konsumentenvertrauen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |