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Rüstungskonzerne Rheinmetall-Aktie zeigt sich solide

09.08.2004 ·  Gerüchte um einen möglichen Verkauf eines großen Aktienpakets stützen die Vorzüge von Rheinmetall. Dazu hat der Konzern gute Zahlen und einen schönen Ausblick geliefert. Die Aktie ist recht günstig und im Aufwärtstrend.

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Die Vorzugsaktien von Rheinmetall haben zu Wochenbeginn im MDax gegen den Trend gewonnen und zeigen sich robust. Das Papier hat kurz nach Handelsauftakt um bis zu 3,8 Prozent zugelegt, anschließend sind die Gewinne abgebröckelt. Gegen 13.55 Uhr notiert die Aktie gegenüber dem Schlußkurs vom Freitag um 0,9 Prozent höher bei 32,28 Euro. Ein Bericht über Pläne der Unternehmerfamilie Röchling zum Verkauf ihres Rheinmetall-Anteils hat der Aktie des Autozulieferers und Rüstungskonzerns Auftrieb gegeben. Zudem sind noch die guten Zahlen vom Ende vergangener Woche in Erinnerung.

Die Unternehmerfamilie Röchling sucht dem Magazin „Der Spiegel“ zufolge einen Käufer für ihren Anteil von 42 Prozent an Rheinmetall. In den vergangenen Wochen habe es Gespräche mit potentiellen Investoren gegeben.

Analyst: Verkauf erhöhte den Streubesitz und täte der Aktie gut

„Zwei Sachen geben der Aktie heute Auftrieb: der Bericht über die Verkaufspläne von Röchling, der die Übernahmespekulationen wieder angefacht hat. Dazu kommt das gute operative Ergebnis, das im schwachen Markt am Freitag nicht genügend gewürdigt wurde“, sagte Stefan Maichl, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg. Er wies zudem darauf hin, daß Spekulationen um einen Verkauf des Röchling-Anteils an Rheinmetall schon des öfteren aufgekommen seien. Alfred Kaiser, Marktanalyst bei MWB, äußerte sich ähnlich. Der Ausblick für das zweite Halbjahr sei sehr gut gewesen. Langfristig wären Verkäufe von Röchling positiv für den Streubesitz zu sehen, fügte er hinzu.

Ein Sprecher von Rheinmetall wollte den Bericht nicht kommentieren. Er verwies ebenfalls darauf, daß Spekulationen über einen Ausstieg von Röchling nichts grundsätzlich Neues seien. In der Branche wird die Logik eines Ausstieg zum jetzigen Zeitpunkt in Frage gestellt. „Da haben sie (die Röchlings) Jahre lang jede Strategieänderung mitgetragen und jetzt, wo die neue Strategie Früchte trägt, sollen sie verkaufen?“, fragt ein Branchenexperte laut Reuters.

Im ersten Halbjahr erheblich besser als erwartet - Zuversicht

Gemessen an der Geschäftsentwicklung müßten die Röchlings zu dem Konzern stehen. Denn zuletzt hat er die Erwartungen des Marktes weit übertroffen. Trotz zahlreicher Firmenverkäufe steigerte Rheinmetall seinen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 30 Millionen Euro auf 89 Millionen Euro, teilte das Düsseldorfer Unternehmen am Freitag in seinem jüngsten Zwischenbericht mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem Ebit von 69 Millionen Euro gerechnet. Auch beim Vorsteuergewinn von 55 Millionen Euro übertraf Rheinmetall sowohl sein Vorjahresergebnis von 20 Millionen Euro als auch die Schätzung von 40 Millionen Euro deutlich.

Im zweiten Halbjahr will Rheinmetall weiter wachsen. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen beim Ebit eine deutlich verbesserte Rendite. Sie habe im ersten Halbjahr 5,5 Prozent betragen, verglichen mit 2,8 Prozent im ersten Halbjahr 2003. Erstmals seit vielen Jahren werden alle Geschäftsbereiche mit einem positiven Ergebnis abschließen, wie es hieß.

Aktie recht günstig und im Aufwärtstrend

Gemessen an den Fundamentaldaten müßte es mit der Notiz aufwärts gehen. Auch die charttechnische Lage und die Bewertung gestalten sich vorteilhaft. Der Titel ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12,1 noch recht günstig. Dieser Befund wird durch die nur 0,14 betragende Relation von Börsenwert zum Umsatz deutlich gestützt. Zudem befindet sich die Notiz im Aufwärtstrend, sowohl kurz- als auch langfristig. Um sich neues Kurspotential zu erschließen und technische Kaufsignale zu senden, müßte sie die Hürde bei 33,40 Euro nehmen und das Jahreshoch bei 36,16 Euro übertreffen.

Bis dahin ist es indes ein weiter Weg: Um 13 Prozent müßte die Aktie dafür zulegen, die sich innerhalb eines Jahres um 61 Prozent verteuert hat, während der MDax lediglich 26,8 Prozent gewonnen hat. Auch auf Monatsbasis ist Rheinmetall besser gelaufen als der robuste Index. Ob die Aktie aufwärts streben kann, dürfte aber auch und gerade von der Verfassung des Gesamtmarktes abhängen - und diese ist derzeit nicht gut, auch wenn sich der MDax wacker schlägt und mehr als 200 Punkte von seinem Jahrestief entfernt ist.

Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Rheinmetall-Aktie seit fünf Jahren.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi mit Reuters
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