12.11.2007 · Volle Auftragsbücher und nettes Umsatz- und Gewinnwachstum lassen die Rheinmetall-Aktie robust aussehen. Die Titel sind noch vergleichsweise vernünftig bewertet. Ein wichtiger Großauftrag: Der Bau des Schützenpanzers Puma.
Nach Kursgewinnen von bis zu 600 Prozent von März des Jahres 2003 bis in den Mai des laufenden Jahres ist die Aktie des Rüstungsunternehmens und Automobilzulieferers Rheinmetall in den vergangenen Monaten etwas volatiler geworden. Seit Jahresbeginn liegt sie gerade einmal mit 1,34 Prozent im Plus.
Das dürfte sich am Montag ändern. Denn in einem schwächlichen Börsenumfeld verbucht die Aktie des Unternehmens zumindest vorbörslich nette Kursgewinne. Das dürfte kaum verwundern. Denn die Umsatz- und Ertragszahlen in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres können sich sehen lassen.
Nettes Umsatz- und überproportionales Gewinnwachstum
So konnte das Unternehmen in diesem Zeitraum den Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um 10,5 Prozent auf 2,84 Milliarden Euro steigern. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen legte um 41,4 Prozent zu auf 157 Millionen Euro, der Nettogewinn um 46,3 Prozent auf 79 Millionen Euro und das Ergebnis je Aktie um 47,3 Prozent auf 2,18 Euro. Bei den Erlösen zeigte der Verteidigungsbereich mit einem Plus von 24 Prozent ein überproportional Wachstum, während die Automobilsparte mit einem Plus von gerade einmal drei Prozent stagnierte.
Die weiteren Aussichten scheinen nicht schlecht zu sein. Denn das Unternehmen konnte in der ersten neun Monaten Aufträge im Werte von 2,966 Milliarden Euro in die Bücher nehmen. Das sind 18,8 Prozent mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Der Auftragsbestand lag Ende September bei 3,33 Milliarden Euro und damit rund 17 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.
Das operative Ergebnis der Sparte Automotive beträgt nach den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres nach Unternehmensangaben 82 Millionen und liegt damit um acht Millionen Euro oder 10,8 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreswert. Ein wichtiger Grundstein für das künftige Wachstum des Unternehmensbereichs Automotive sei mit dem Auftrag eines großen europäischen Automobilherstellers gelegt worden, mit dem Kolbenschmidt Pierburg die umfassende Motorenkompetenz des Unternehmens auf den Gebieten Emissions- und CO2-Reduzierung sowie im Leichtbau unter Beweis stelle, heißt es in einer Unternehmensmitteilung.
Neben einem Abgasrückführungssystem mit Kühler und Bypass liefere Kolbenschmidt Pierburg auch das Zylinderkurbelgehäuse, Alukolben, neueste Gleitlagertechnologie sowie Öl- und Wasserpumpen. Das jährliche Umsatzvolumen betrage bei voller Lieferstückzahl rund 170 Millionen Euro. Positive Wachstumsperspektiven zeige außerdem auch das Geschäft mit den japanischen Automobilherstellern, in dem sich mim Jahr 2007 erstmals ein Umsatzvolumen von mehr als 100 Millionen Euro abzeichne.
Ein wichtiger Großauftrag: Schützenpanzer Puma
Der Rüstungsbereich verzeichnete im Berichtszeitraum Bestellungen in Höhe von 1.267 Millionen Euro, 48 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ein wichtiger Großauftrag stehe mit dem neuen Schützenpanzer Puma für die Bundeswehr an, dessen Beschaffung der Deutsche Bundestag am 8. November mit einem Auftragsvolumen von insgesamt rund drei Milliarden Euro brutto gebilligt habe. Die Hälfte des Auftragswerts entfalle auf Rheinmetall. Der Unternehmensbereich hat das Ergebnis vor Zinsen und Ertragssteuern in den ersten drei Quartalen 2007 mit 81 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zudem nahezu verdoppelt. Die operative Rendite konnte in den ersten neun Monaten von 4,7 auf 7,1 Prozent gesteigert werden.
Für das Geschäftsjahr 2007 rechnet Rheinmetall im Konzern mit einem Umsatzwachstum von zehn Prozent auf rund vier Milliarden Euro. Beim Ergebnis vor Zinsen und Ertragssteuern erwartet man eine klar über dem Umsatzwachstum liegende Verbesserung auf 250 bis 260 Millionen Euro. Voraussetzung dafür sei eine sich weiter positiv entwickelnde Weltkonjunktur sowie stabile Rohstoffpreise und Währungsrelationen.
Auf Basis der robusten Daten dürfte die Aktie Anlegern noch gewisse Reize bieten. Immerhin sind die Aufträge im Verteidigungsbereich - sie stehen für die Hälfte der Erlöse - relativ konjunkturunabhängig. Zum anderen sind die Papiere mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 13,6 und 10,7 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr noch vergleichsweise vernünftig bewertet.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |