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Rüstung Aktie von Cobham auf neuen Höhen

 ·  Steigende Rüstungsausgaben in Amerika kommen auch europäischen Unternehmen zugute, so auch dem britischen Luftverteidigungsspezialist Cobham, dessen Aktienkurs ein neues Allzeithoch erreicht hat.

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Keine Frage bewegt die Aktienanleger so sehr in einer Krise wie die nach dem richtigen Zeitpunkt für den Wiedereinstieg. Vor allem dann, wenn sich die Aussichten so wie am vergangene Freitag wieder zu verbessern scheinen.

Noch kniffliger erscheint die Frage nach dem richtigen Objekt, sehen doch die wenigsten Kursbilder attraktiv aus und sind die meisten Kursgewinner des vergangenen Monats doch die Verlierer der vorangegangenen Wochen.

Auf neuen Höhen

Indes gibt es Ausnahmen, so beispielsweise die Aktie des britischen Spezialisten für Luftfahrt- und Verteidigungssysteme Cobham. Am Freitag markierte der Anteilsschein bei 230,25 Pence ein neues Allzeithoch.

Dies hatte sich die Notierung wohl mühsamer erkämpfen müssen als in früheren Jahren. Nichtsdestotrotz hat sie damit unterstrichen, dass sie den Widerstand aus dem Doppelgipfel der Hochs aus dem Juni 2007 und dem vergangenen Mai von rund 223 Pence hinter sich gelassen hat.

Einige gute Unternehmensmeldungen haben den Kurs in den vergangenen Wochen beflügelt. Ausgangspunkt war Mitte Juli die Meldung über den Zuschlag für die Lieferung von Funkausrüstung für die amerikanische Marine.

Amerikanische Rüstungsausgaben beflügeln

Unter diesen positiven Vorzeichen wurden die Halbjahresergebnisse Anfang August um so positiver aufgenommen. Der Gewinn war um 24 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode auf 107 Millionen Pfund gestiegen. Das lag über den durchschnittlichen Analystenprognosen von 100,5 Millionen Pfund, zudem stellte Cobham in Aussicht, dass man die Wachstumsziele für das laufende Jahr leicht übertreffen werde.

In der Folgezeit konnte Cobham einen Auftrag für die Ausstattung des neuen Großraumflugzeugs A350 XWB mit Audio-Systemen vermelden sowie die Übernahme der Vermögenswerte der Allied-Defense-Tochter GMS, die Mikrowellen-Kommunikationsgeräte herstellt.

Insgesamt kommen Cobham genau wie dem größeren britischen Rüstungsunternehmen BAE die erhöhten Rüstungsausgaben der Vereinigten Staaten zugute. In den vergangenen Jahren hat man sich von einigen weniger rentablen Engagements getrennt und sich auf zahlreiche Nischen wie konzentriert, von denen die spektakulärsten die Herstellung von Luft-Boden-Raketen oder Luftauftanksysteme sind.

Übernahme möglich?

Die Analysten von JP Morgan zeigten sich unlängst angetan von dieser Aufstellung und verweisen obendrein auf den hohen Cashflow und die geringe Verschuldung des Unternehmens, die es zu einem interessanten Übernahmeziel mache.

Auf Basis der durchschnittlichen Analystenprognosen ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis für das laufende Jahr von 15,6 und für das kommende Jahr von 13,9 allerdings bereits recht gut bewertet. So sind die Aktien von BAE, der italienischen Finmeccanica oder der französischen Thales mit KGVs für das laufende Jahr von 12 bis 14 günstiger.

Dafür weisen sie eine weniger günstige Kursentwicklung aus. Am ehesten lässt sich bei BAE noch auf einen ähnlichen Ausbruch wie jüngst bei Cobham hoffen. Indes hängt die Zukunft der Kurse auch vom Ausgang der amerikanischen Präsidentschaftswahlen ab. Ein verringertes militärisches Engagement wie es unter einem möglichen Amtsinhaber Barrack Obama zumindest möglich erscheint, dürfte die positive Stimmung für Rüstungsaktien, und damit auch für Cobham trüben.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: mho
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