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Roth & Rau Gewinnmitnahmen nach dem Aufstieg

05.06.2008 ·  Der Anlagenbauer für die Solarindustrie ist in den Tec-Dax aufgestiegen. Doch am Donnerstag haben erst einmal Gewinnmitnahmen das Bild geprägt. Die allgemeinen Aussichten in der Solarbranche werden zurückhaltend beurteilt.

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Die Solarbranche hatte es zuletzt etwas schwerer an der Börse, nachdem sich Monate lang zu den Favoriten am deutschen Aktienmarkt gezählt hatte. Doch die Kürzung der Förderung, auf die sich die große Koalition in Berlin geeinigt hatte und große Ungleichgewichte auf dem Weltmarkt für Solarzellen hatten die Aktienkurse zuletzt unter Druck gesetzt.

Für Roth & Rau sind jedoch sonnigere Zeiten antreten. Schon vom heutigen Donnerstag an rückt die Aktie des ostdeutschen Solarspezialisten in den Tec-Dax auf. Und damit dürfte sich das Interesse der institutionellen Anleger auf den Titel richten. Vor allem Investmentfonds, die ihren Anlageschwerpunkt auf erneuerbare Energie gesetzt haben, werden nun wohl zukaufen müssen.

Tagesverlierer im Tec-Dax

Am Donnerstag jedoch standen erst einmal Gewinnmitnahmen an. Um 3,4 Prozent auf 174,70 Euro stürzte der Kurs schon vorbörslich beim Makler Lang & Schwarz. Denn der Aufstieg in den Tec-Dax ist schon weitgehend im Aktienkurs von Roth & Rau berücksichtigt. Im offiziellen Handel zählt die Aktie dann zu den meistgehandelten im Tec-Dax, führte aber mit einem Verlust von 2,2 Prozent auf rund 175 Euro die Liste der Tagesverlierer im Index an.

In den vergangenen Monaten ist der Kurs nach einem Aufstieg auf bis zu 273 Euro stark gefallen. In diesem Jahr hat sich der Kurs lustlos um die Marke von 150 Euro gependelt, ohne dass sich eine klare Tendenz herausgebildet hätte. Erst in den vergangenen Tagen zogen die Notierungen auf zuletzt 180 Euro an.
Damit dürfte das weitere Kurspotential für den Titel begrenzt sein, obwohl die Geschäfte bei Roth & Rau im vergangenen Jahr gut gelaufen sind.

Roth & Rau kommt für Tele Atlas

Der Anlagenbauers für die Solarindustrie Roth & Rau im Tec-Dax ersetzt die Titel des Anbieters von digitalen Landkarten Tele Atlas, die nach der Übernahme durch Tom Tom den Index außerplanmäßig verlassen, wie die Börse am Dienstag mitgeteilt hatte. An den vergangenen fünf Handelstagen haben Roth & Rau mehr als 10 Prozent zugelegt. Um 240 Prozent ist der Umsatz auf 146 Millionen Euro gestiegen, der Jahresüberschuss sogar um 300 Prozent auf 11,7 Millionen Euro. Dadurch hat sich das Ergebnis je Aktie von 1,44 Euro auf 4,88 Euro erhöht. Allerdings ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27,3 auf Basis des für 2008 geschätzten Gewinns schon sehr hoch bewertet.

Die übrigen Indexänderungen im M-Dax und im S-Dax, die die Deutsche Börse am Mittwochabend beschlossen hatte, werden zum 23. Juni wirksam. Unter anderem werden die Aktien des Schmierstoffherstellers Fuchs Petrolub im M-Dax die Beteiligungsgesellschaft Arques Industries ersetzen.
Durch die Aufnahme von Roth & Rau wird der Tec-Dax noch solarlastiger. Das Unternehmen stellt Anlagen und Maschinen für die Fertigung von Solarzellen her, zum Beispiel Anlagen zur Beschichtung von Siliziumsolarzellen. Außerdem hat Roth & Rau ein Konzept zur kostengünstigen Massenfertigung von Solarzellen entwickelt.

1990 wurde das Unternehmen im Geburtsort von Karl May Hohenstein-Ernstthal bei Chemnitz gegründet und ging vor gut zwei Jahren an die Börse. Geleitet wird Roth & Rau von Dietmar Roth, der das Unternehmen zusammen mit seiner Frau Silvia Roth und seinem Partner Bernd Rau aufbaute. Allerdings hat nur noch Dietmar Roth eine offizielle Funktion in dem Unternehmen inne.

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