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Rohstoffe RMC-Übernahme macht Cemex-Aktie nicht zur Überfliegerin

27.09.2004 ·  Mit einem massiven Kurssprung reagiert die Aktie der RMC-Group auf eine Übernahmeangebot der mexikanischen Cemex S.A.. Das neue Gebilde dürfte allerdings höchstens als Dividendentitel interessant werden.

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Mit Kursgewinnen von bis zu 43,6 Prozent auf bis zu 860 Pence im bisherigen Tageshoch reagiert die Aktie des britischen Baustoffherstellers RMC Group auf ein Übernahmeangebot des mexikanischen Zementherstellers Cemex im Gegenwert von 3,4 Milliarden Euro in bar.

Das drittgrößte Zementunternehmen der Welt verspricht sich durch den Zukauf eine Verdopplung des Jahresumsatzes von zuletzt 7,2 Milliarden Dollar. Da Cemex auch die Verbindlichkeiten des britischen Konzerns übernehmen werde, belaufe sich der Gesamtwert des Geschäfts auf rund 4,7 Milliarden Euro, teilten beide Unternehmen am Montag mit. Dies wäre die bislang größte Übernahme durch ein mexikanisches Unternehmen. Cemex würde auf diese Weise seine Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich mit den größeren Konkurrenten aus Frankreich und der Schweiz, Lafarge und Holcim, am europäischen Markt stärken. Der weltgrößte Fertigbeton-Hersteller RMC ist in Deutschland mit der Ratinger Readymix vertreten.

Deftiger Aufschlag für die RMC-Aktie

Nach der Vereinbarung beider Konzerne zahlt Cemex 855 Pence je Aktie, was einem Aufschlag von 43 Prozent auf den Schlußkurs vom Freitag entspricht. Bis zum Mittag hatte Cemex nach Firmenangaben bereits rund 19 Prozent an RMC am Markt erworben. Aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen verlautete, Cemex finanziere den Kaufpreis über Kredite. In Frankfurt zogen auch die Aktien von HeidelbergCement um knapp zwei Prozent an, nachdem durch die RMC-Übernahme Spekulationen über weitere Fusionen in der Branche ausgelöst wurden.

„Unsere weltweite Präsenz bei Zement-Produkten wird weiter ausgebaut, unsere Position in den Baustoff-Märkten der Welt entscheidend verbessert", kommentierte Cemex-Chef Lorenzo Zambrano die geplante Übernahme. „Die Transaktion stärkt unsere Position in Märkten mit hohen Wachstumsraten, wie beispielsweise Osteuropa, und in stabileren Märkten mit geringeren Kapitalkosten", sagte Zambrano weiter. „Sie wird sich umgehend positiv auf unseren freien Cashflow und den Reingewinn je Aktie auswirken", gab er sich optimistisch. Eine Entscheidung über Stellenkürzungen sei noch nicht gefallen. Cemex verspricht sich bis 2007 jährliche Synergien von rund 163 Millionen Euro.

„Großzügiges Angebot“

Analysten werteten das Übernahme-Angebot als großzügig. „Es sieht nach einem absolut unschlagbaren Preis aus", sagte Kevin Cammack von CAI Cheuvreux der Nachrichtenagentur Reuters. Cemex-Aktien waren am Freitag in Mexiko nahe ihres Zwölf-Monats-Hochs aus dem Handel gegangen. Das Unternehmen hatte in den neunziger Jahren durch zahlreiche Zukäufe den Aufstieg in die Weltliga der Zementhersteller geschafft. In Europa ist Cemex bislang in Spanien aktiv. Weltweit operiert das Unternehmen in mehr als 30 Ländern.

Die britische RMC steckt derzeit inmitten einer Umstrukturierung: Sie hat unter anderem wegen der kriselnden deutschen Baubranche in den vergangenen beiden Jahren rund 5.000 der ehemals 33.000 Stellen abgebaut. Auf den britischen und den deutschen Markt zusammen entfallen 45 Prozent der Jahresumsätze von zuletzt 4,9 Milliarden Pfund. RMC hatte im September allerdings von einem anziehenden Geschäft in Deutschland berichtet.

Beide Aktien waren Dividendenwerte

Mit 71,25 Pesos hat die Aktie von Cemex noch vor wenigen Tagen ein neues Allzeithoch markiert, befindet sich allerdings in einem Seitwärtstrend. Das dürfte unter anderem auf die Gewinnentwicklung zurückzuführen sein. Denn im Gegensatz zum Umsatzwachstum stagniert die Gewinnentwicklung je Aktie seit Jahren. Daran dürfte die Übernahme von RMC vorerst wenig ändern, muß der zunächst einmal finanziell und operativ verdaut werden.

Die bisherigen Kurs-Gewinnverhältnisse von 10,5 und 9,5 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Jahr dürften sich verschlechtern. Denn die „Ratios“ liegen bei RMC auf Grund der gestiegenen Aktienkurses darüber. Da jedoch beide Unternehmen in der Vergangenheit stetig attraktive Dividenden zahlten - bei Cemex liegt die Dividendenrendite auf Basis der jüngsten Ausschüttung bei 3,41 Prozent und bei 3,66 Prozent - könnte das Gesamtunternehmen zu einem interessanten Dividendentitel werden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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