05.05.2006 · Die Aktie des schwedischen Minenunternehmens Boliden AB befindet sich im Höhenrausch. Kein Wunder, denn das Unternehmen profitiert vom anhaltenden Preis- und Produktionsboom im Rohstoffbereich und verbucht deutlich steigende Gewinne.
Die Preise für Kupfer und Zink scheinen keine Grenzen nach oben mehr zu kennen. Der Kupferpreis hat an der London Metal Exchange alleine seit Jahresbeginn rund 75 Prozent auf zuletzt 7.650 Dollar je Tonne zugelegt, der Kursgewinn von Zink beträgt seit Jahresbeginn 79 Prozent auf zuletzt 3.440 Dollar je Tonne.
Für diese Entwicklung gibt es verschiedene Gründe. Einmal ist es das anhaltende Weltwirtschaftswachstum, das sich insbesondere in den Schwellenländern durch eine verstärkte Nachfrage nach Rohstoffen bemerkbar macht. Sie werden beim Ausbau der Infrastruktur benötigt. Das zeigt sich insbesondere am Kupfermarkt, der in manchen Teilen der Welt regelrecht leergefegt zu sein scheint.
Kupferminen und -verarbeitungsunternehmen profitieren von den hohen Preisen
Auf der anderen Seite mögen auch spekulative Effekte einen Rolle spielen. Manche Anleger scheinen auf die bestehenden Trends aufzuspringen, andere wollen sich offensichtlich mit dem Kauf von Rohstoffen diversifizieren gegen die latente Dollarschwäche und alle nur denkbaren Risiken an den Finanzmärkten. Rohstoffe sind aufgrund ihres „abnormen“ Preisverhaltens zumindest zum Teil statistisch dazu geeignet.
Wer Kupfer bei den hohen Preisen kaufen muß, hat sicherlich ein Problem. Ganz anderes sieht es jedoch mit den Kupferminen und -verarbeitungsunternehmen aus. Denn sie profitieren von der Preisentwicklung und den steigenden Ertragsmargen. So dürfte es kaum verwundern, daß beispielsweise die Aktien der schwedischen Boliden AB in den vergangenen Monaten aus ihrem Seitwärtstrend nach oben ausgebrochen ist und inzwischen satte Kurszuwächse verbuchen konnte.
Ausgehend von einem Zwischentief bei 27,5 schwedischen Kronen im Mai des vergangenen Jahres konnte die Aktie inzwischen einen eindrucksvollen Aufwärtstrend etablieren und inzwischen etwas mehr als 480 Prozent auf zuletzt 160 Kronen in lokaler Währung zulegen. Der Trend zeigt weiterhin nach oben.
Das dürfte angesichts der gerade vorgelegten Zahlen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres kaum überraschen. Denn das Unternehmen konnte den Umsatz im Vergleich mit der Vorjahresperiode um knapp 64 Prozent auf 7,337 Milliarden Kronen steigern. Der operative Gewinn legte um 340 Prozent auf 1,75 Milliarden Kronen zu und der Nettogewinn um 384 Prozent auf 1,239 Milliarden Kronen oder 4,28 Kronen je Aktie.
Aktie noch fair bewertet
Die weiteren Aussichten scheinen nicht schlecht zu sein. Denn aufgrund von „Produktionsschwierigkeiten im Minenbereich und von Problemen beim Betreiben und der Erstellung neuer Kupferhütten dürfte der Kupfermarkt erst Ende des Jahres oder Anfang des kommenden Jahres wieder ausgeglichen sein“, erläuterte Unternehmenschef Jan Johansson die aktuelle Situation. Auch der Zinkmarkt werde vorerst stark bleiben, hieß es weiter.
Das Unternehmen konnte in den vergangenen Monaten nicht nur seine Schulden günstig refinanzieren, sondern die Kontraktpreise deutlich erhöhen, neue Kontrakte abschließen und vor allem auch die Erzreserven von 3,6 auf 10,6 Millionen Tonnen steigern. Es wurde ein Drei-Jahresvertrag mit der amerikanischen OM Gruppe und mit Inco unterzeichnet, die zu einer Verarbeitung von jährlich 240.000 Tonnen Nickelkonzentrat in der Harjavalta-Kupferschmelze und damit zu einer Vollauslastung führen werden.
Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 9,5 und 10,8 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftjahr ist die Aktie trotz der massiven Kursgewinne angesichts der Marktlage noch nicht überteuert. Sie dürfte jedoch bei einer Entspannung anfällig für Gewinnmitnahmen sein. In diesem Sinne können Absicherungsstrategien sicherlich nicht schaden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |