12.02.2007 · Im Rahmen steigender Rohstoffpreise hat in den vergangenen Monaten auch der Uranpreis angezogen. Spekulieren lässt sich darauf über einen ETF, die entsprechenden Minenwerte oder Basket-Zertifikate. Fragt sich, ob es sich noch lohnt.
Der Rohstoff- und Energieboom der vergangenen Jahre hinterlässt in vielen Bereichen seine Spuren. Nicht nur bei den alternativen Rohstoffen, sondern auch bei den konventionellen. Insbesondere auch beim viel geschmähten Uran. In den vergangenen sechs Jahren hat sich der Preis für Uranoxyd verzehnfacht.
Im Hintergrund stehen die sich intensivierende Klimadiskussion und die hohen Energiepreise im allgemeinen, insbesondere jedoch die Endlichkeit des leicht und kostengünstig erschließ-, förder- und verwendbaren fossilen Brennstoffes Öl. Sollte der Ölpreis aufgrund der anhaltenden Nachfrage hoch bleiben, werden andere Energiequellen wettbewerbsfähiger. Angefangen bei der Umwandlung nachwachsender Rohstoffe in Energie über die Kohleverflüssigung, der Reinigung reichlich vorkommender Ölsände bis hin zur Stromproduktion mittels Kernenergie.
Kernenergie vor der Renaissance?
Letztere scheint direkt oder indirekt wieder eine Renaissance zu erleben: Sowohl rasch wachsende Staaten wie China, Indien oder Russland planen neue Reaktoren und selbst in Kanada wird darüber nachgedacht, den Energiebedarf für die Aufbereitung der Ölsände über die Kernenergie zu decken. Auf diese Weise nimmt die Nachfrage nach Uran zu, während auf der anderen Seite in die Suche und Förderung lange Zeit wenig bis nichts investiert worden ist.
In den vergangenen Jahren ist eine Angebotslücke entstanden, die im Jahr 2005 knapp 70 Millionen Pfund betragen haben soll. Das hohe Preisniveau bringt inzwischen jedoch neue Impulse. So hat sich in den vergangenen Monaten die Suche und die Erschließung von Uranvorkommen deutlich intensiviert. Auch die Anleger sind inzwischen längst auf den Zug aufgesprungen. Das zeigt sich unter anderem an den zum Teil deutlichen Kursgewinnen der in diesem Bereich tätigen Unternehmen. Sie werden sowohl durch die operativen Perspektiven erfolgreicher Minen- und Verarbeitungsunternehmen ausgelöst, als auch durch die zunehmenden Fusions- und Übernahmeaktivitäten.
Diese zeigen sich an der Mitteilung der SXR Uranium One, UrAsia Energy für 3,1 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen, um auf diese Weise mit einer Jahresförderung von etwas mehr als sieben Millionen Pfund bei Förderkosten von zehn bis zwölf Dollar den zweitgrößten Uranproduzenten der Welt hinter Cameco zu formen. Die neue Gesellschaft soll unter dem Namen Uranium One firmieren und sich dadurch auszeichnen, als einziges Unternehmen der Branche in allen großen Vorkommen weltweit präsent zu sein, das heißt in Kasachstan, Südafrika, Australien, den Vereinigten Staaten und nicht zuletzt auch in Kanada.
Operative Risiken der Uranunternehmen nicht unterschätzen
Das klingt gut, allerdings hat die Geschichte einen Haken: Viele dieser Unternehmen haben bisher kein Geld verdient. Ob sie es tun können und werden, hängt davon ab, ob sie tatsächlich überhaupt Vorkommen haben oder finden, zu welchen Kosten sie sie erschließen und ausbeuten können und wie hoch zu diesem Zeitpunkt der am Markt realisierbare Preis sein wird. Das sind viele Unbekannte, die die Aktien solcher Unternehmen hoch spekulativ machen.
Immerhin gibt es Informationen, nach denen Hedge-Fonds große Positionen an Uran aufgebaut haben, die sie irgendwann auch wieder verkaufen wollen. In diesem Fall und mit zunehmendem Angebot dürfte eine Konsolidierung des Uranpreises und der „spekulativ erhitzten“ Uranwerte kaum überraschen. Am sichersten scheint noch eine Wette auf die etablierten Unternehmen zu sein. Zum Beispiel auf die Aktien von Cameco. Allerdings befinden sie sich charttechnisch in einer Konsolidierungsphase und sind zudem mit einem Kurs-Gewinnverhältnis von knapp 24 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende Jahr schon etwas teuer. Das ändert sich, wenn man auf die Gewinnerwartungen für das kommende Jahr blickt. Dann läge das KGV bei akzeptablen 14,6.
Interessanter, wenn auch nicht weniger spekulativ, scheint es damit zu sein, direkt auf die Preisentwicklung von Uran zu setzen. Das ist mit einem ETF unter der Isin CA9170171057 möglich. Auf Sicht eines Jahres hat er sich immerhin verdoppelt. Dagegen sehen die beiden Uran-Basket-Zertifikate von Merrill Lynch unter der Isin DE000ML0BDN5 und UBS unter der Isin CH0025274710 etwas blass aus. Das bestätigt wieder einmal die These, dass man solche Produkte nicht wirklich braucht.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |