04.05.2006 · Im Rahmen der allgemeinen Rohstoffhausse und der immer weiter zunehmenden Nachfrage nach Energie ist in den vergangenen Monaten nach Jahren der Stagnation auch die Kohle wieder gefragter geworden. Kohleförderer profitieren davon.
Im Rahmen der allgemeinen Rohstoffhausse und der immer weiter zunehmenden Nachfrage nach Energie ist in den vergangenen Monaten nach Jahren der Stagnation auch die Kohle wieder gefragter geworden.
Das dürfte kaum verwundern. Denn wenn die Preise für Öl und Gas immer weiter steigen, wird die Suche nach preiswerteren Alternativen immer interessanter und führt auf diese Weise auch in weiteren Bereichen zu frischer Dynamik. Aus diesem Grund hat in den vergangenen Monaten auch der Kohlepreis im Trend angezogen.
Kohleförderer verbuchen steigende Umsätze und Gewinne
Davon profitieren natürlich auch die in diesem Bereich tätigen Unternehmen, konnten sie ihre Umsätze und insbesondere auch die Gewinne in den vergangenen Monaten deutlich steigern. So dürfte es kaum verwundern, daß sich die Kurse der börsennotierten Kohleunternehmen in jüngster Zeit prächtig entwickelten und zum Teil eindrucksvolle Aufwärtstrends etablierten.
Die Dynamik zeigt sich beispielsweise am Plus des S&P Coal & Consumable-Fuels Index, der auf Sicht eines Jahres satte 125 Prozent zulegen konnte, während der S&P Composite 1.500-Index gerade einmal auf ein Plus von 15 Prozent kam.
Stellt man die Frage, ob sich diese Entwicklung fortsetzen kann, so wird sie von den Analysten von S&P mit einem Ja beantwortet. Denn nach massiven Überkapazitäten noch in den achtziger und neunziger Jahren habe die Branche inzwischen deutlich konsolidiert, so daß sich die steigenden Preise aufgrund der zunehmenden Nachfrage positiv auf die Gewinnentwicklung der Unternehmen auswirken würden.
Die Energy Information Administration geht gleichzeitig für das Jahr 2006 von weiter steigenden Kohlenpreisen aus. Die Nachfrage komme dabei vor allem vom Kraftwerksektor. 40 Prozent des Stroms weltweit werde mit Kohle produziert, 92 Prozent der gesamten Kohlenachfrage weltweit wurde zur Stromproduktion verwendet. Dabei anhaltendem weltwirtschaftlichem Wachstum auch der Strombedarf weiter steigen dürfte, wird wohl auch die Nachfrage nach Kohle weiter zunehmen.
Unterdurchschnittliche Lagerbestände
Kurzfristig dürfte der Preis nach Einschätzung des S&P-Analysten John Hingher nicht nur von der zunehmenden Grundnachfrage profitieren können, sondern auch von der Tatsache, daß die Lagerbestände vieler Kraftwerke unterdurchschnittlich seien. Dazu kämen insbesondere in den Vereinigten Staaten logistische Schwierigkeiten, da zum Beispiel die Eisenbahngesellschaften des Landes an ihren Kapazitätsgrenzen arbeiteten. Auch immer strenger werdende Umweltstandards in den Industriestaaten bei der Förderung und der Verbrennung würden Spuren hinterlassen.
Auf dieser Basis dürften die Kohleaktien nach wie vor einen Blick wert sein. Der „Top-Pick“ ist bei S&P die Aktie von Consol Energy. Das Papier befindet sich in einem eindrucksvollen Aufwärtstrend, der von einem Zwischentief bei 9,8 Dollar im Juli des Jahres 2002 nach einem Plus von etwas mehr als 800 Prozent auf einen Kurs von zuletzt 89 Dollar führte. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 17,3 und 13,5 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr scheint die Aktie allerdings kurzfristig kein ausgeprägtes Schnäppchen mehr. Eine Zwischenkorrektur dürfte wohl im Rahmen einer wirtschaftlichen Abschwächung kaum überraschen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |