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Rohstoffe Aktie von Petrobras scheint günstig zu sein

16.08.2005 ·  Wie viele andere Unternehmen der Branche auch profitiert die Aktie von Petroleo Brasileiro vom anhaltenden Öl- und Rohstoffboom. Nicht nur der langfristige Trend zeigt nach oben, sondern auch die Bewertung ist noch sehr vernünftig.

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Die europäischen Börsen sind in den vergangenen Wochen überraschend gut gelaufen und werden die Anleger zufriedener machen, als sie es zuvor schon waren. Wer auf Sicht eines Jahres jedoch besonders gute Kursgewinne einfahren wollte, mußte auf kleine und mittelkapitalisierte Unternehmen setzen, auf bestimmte Börsen in den Schwellenländern oder auf die richtige Branche.

Oder auf eine Kombination mancher der genannten Faktoren. Zum Beispiel mit der Kauf der Aktie des brasilianischen Öl- und Gasunternehmens Petrobras. Das Papier befindet sich nicht nur in einem langfristigen Aufwärtstrend, sondern kann von der vorteilhaften Entwicklung im Rohstoffbereich in den vergangenen Jahren profitieren.

Umsätze und Gewinne nehmen in Trend zu

Auf Grund der Preisentwicklung bei Öl und Gas, aber auch mit Blick auf das Wirtschaftswachstum in Brasilien selbst dürfte es kaum verwundern, daß das Unternehmen den Umsatz im langfristigen Trend kontinuierlich steigern konnte. Auch die Gewinnentwicklung zeigt deutlich nach oben.

Das zeigt sich unter anderem auch an der Entwicklung im zweiten Quartal des laufenden Jahres. In diesem Zeitraum konnte das Unternehmen den Umsatz im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 18,9 Prozent auf 32,36 Milliarden Reais oder umgerechnet 11,32 Milliarden Euro steigern. Der Nettogewinn legte um 28,56 Prozent auf 4,93 Milliarden Reais oder 4,495 Reais je Aktie zu. Das kann sich sehen lassen.

Petroleo Brasileiro hat damit den Gewinn das fünfte Quartal in Folge gesteigert. Dazu beigetragen hat eine Erhöhung bei den Kraftstoffpreisen, außerdem stieg die Ölförderung auf Rekordniveau. Analysten hatten mit allerdings mit einem Gewinn von 5,7 Milliarden Reais gerechnet. Kapazitätsengpässe bei den Raffinerien und höhere Kosten für importiertes leichteres Rohöl drückten auf den Gewinn. Petrobras verfügt nicht über die Raffineriekapazitäten, das vor der Küste Rio de Janeiros geförderte Schweröl weiterzuverarbeiten. Es wird aus diesem Grund exportiert und dafür leichteres Öl, das teurer ist, importiert. Dieses importierte Öl wird dann in den brasilianischen Raffinerien weiter verarbeit, erläuterte Tony Queiroz, Öl- und Gasanalyst bei BES Securities in Rio de Janeiro, im Telefoninterview mit Bloomberg. Die Preisdifferenz zwischen Schweröl und Leichtöl war im zweiten Quartal mit 17 Dollar je Barrel mehr als dreimal so hoch wie im Vorjahr.

Aktie ist optisch sehr günstig

Das gemessen am Marktwert größte Unternehmen Lateinamerikas baute die Öl- und Gasproduktion im Juni im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent auf 2,296 Millionen Barrel täglich aus. „Im Vergleich zum Vorjahr war das ein gutes Ergebnis“, sagte Gina Montone, Öl- und Gasanalyst bei ABN Amro Bank NV in Sao Paulo. „Die Preise sind gestiegen und die Produktion ebenfalls, dadurch sind sowohl der Betriebs- als auch der Nettogewinn angekurbelt worden.“

Der Gewinnzuwachs dürfte Petrobras-Chef Jose Sergio Gabrielli dabei helfen, bis im Jahr 2010 das Ziel zu erreichen, aus dem Unternehmen einen der weltgrößten Eigentümer von Ölreserven zu machen. Der Erfolg des Expansionsplans mit einem Volumen von 54 Milliarden Dollar hängt davon ab, wie gut es Petrobras gelingt, die Kosten für Förderung, Exploration und Personal unter Kontrolle zu halten, erklärte Ricardo Fernandez, Öl- und Gasanalyst bei ING Bank in Sao Paulo.

Insgesamt dürften die Perspektiven des Unternehmens in einem anhaltend freundlichen weltwirtschaftlichen Umfeld mit anhaltend hohen Ölpreisen nicht schlecht sein. Dazu kommt die Tatsache, daß die Aktie des Unternehmens mit Kurs-Gewinnverhältnissen von sechs und 5,3 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Jahr und mit Blick auf den anhaltenden Aufwärtstrend geradezu günstig zu sein scheint. So dürfte es kaum verwundern, daß das Papier von allen 21 Analysen, die sich mit dem Unternehmen beschäftigen, zum Kauf empfohlen wird.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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