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Rohstoffe Aktie von BHP Billiton dürfte gut in Form bleiben

29.06.2005 ·  BHP Billiton profitiert wie andere Minenkonzerne vom Rohstoff-Boom. Nach einem schwachen Frühjahr blickt die Aktie wieder nach oben. Analysten rechnen mit anhaltend starken Zahlen und sehen den Titel als unterbewertet an.

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Ein Totel Return aus Kursgewinnen und Dividende von mehr als 50 Prozent binnen Jahresfrist, ein Umsatzplus von 47 Prozent, eine Gewinnsteigerung um 78 Prozent sowie eine Netto-Profitmarge von fast 15 Prozent im Jahr 2004 - diese Zahlen haben die Aktie des australisch-britischen Minenkonzerns BHP Billiton aus der Sicht von Standard&Poor´s und Businessweek zum besten Blue Chip an den europäischen Börsen werden lassen. Mithin führt BHP Billiton das aktuelle „Performance Ranking S&P 350“ an.

Ob dieser Wert auch das nächste Mal diese Spitzenposition einnehmen kann, wird sich weisen. Konzernchef Charles „Chip“ Goodyear jedenfalls gibt sich selbstbewußt: „Komme was wolle: Wir bleiben profitabel“, sagte er zu Businessweek, anspielend auf die Sorge, Chinas Nachfrage nach Rohstoffen könnte nachlassen und das Wachstum von BHP sich abschwächen. Immerhin standen chinesische Käufe für zwölf Prozent des Konzernjahresumsatzes.

Kursdelle vom Frühjahr vollständig ausgebeult

Diese Sorge hatte im Frühjahr zu einem merklichen Kursabschwung bei diesem Wert geführt: Die britische Variante der Aktie verbilligte sich am deutschen Markt von ihrem am 28. Februar markierten Rekord bei 11,61 Euro auf bis zu 9,08 Euro. Doch seit dem Tief von Mitte Mai ist es fast störungsfrei wieder aufwärts gegangen. Am Dienstag beendete die Notiz mit einem Plus von 3,76 Prozent auf 11,05 Euro den Handel; in London ging es um 2,13 Prozent auf 719,50 Pence aufwärts. Mithin ist die Kursdelle vom Frühjahr vollständig ausgebeult.

Aus Sicht von Analysten ist die Aktie aber immer noch zu billig. Gerade haben die Deutsche Bank und Goldman Sachs den Titel für unterbewertet erklärt und folgerichtig zum Kauf empfohlen. Dabei sind die Amerikaner (noch) „bullisher“ eingestellt als die Deutsch-Banker.

Goldman Sachs sieht „überlegene Wachstumspläne“

„Kaufen vor neuen Nachrichten und den Zahlen zum Geschäftsjahr“, rät Goldman Sachs und stuft die Aktie mit „outperform/attractive“ ein, erwartet also eine bessere Kursentwicklung, als der Markt durchschnittlich abliefern soll. „Wir glauben, daß BHP Billiton vor der neuen Runde starker Resultate und angesichts der Annahme, daß Rohstoffpreise anhaltend hoch bleiben werden, attraktiv wirkt“, heißt es in einer Kurzstudie.

Für die nächsten zwei Jahre erwartet Goldman Sachs zwölf neue Minenprojekte, die den Cashflow von BHP Billiton jährlich um etwa acht Prozent anschwellen lassen sollten. BHP Billiton mache eine beispiellose Wachstumsphase durch und habe „überlegende Wachstumspläne“ im Vergleich zu anderen Minenkonzernen.

Die australisch-britische Unternehmensgruppe hat schon Ende der neunziger Jahre mit der Großinvestition in ein Aluminium-Projekt in Mocambique ihr Näschen bewiesen. Sie wird stärker als Konkurrenten von der Nachfrage nach Rohstoffen profitieren, wie die Analysten meinen. Als Risikofaktoren nennt die Investmentbank unerwartete Verzögerungen bei Projekten sowie stärker als prognostiziert ausfallende Rohstoffpreise. Aus heutiger Sicht liege der faire Wert bei 900 Pence je Aktie, das sind 25 Prozent mehr als aktuell.

Die Deutsche Bank nennt zwar nur ein Kursziel von 800 Pence, hat gleichwohl den Titel von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft. Durch die Übernahme von WMC Resources werde das Edelstahl-Geschäft gestärkt. Die Aktie habe sowohl als kurz- als auch auf langfristige Sicht weiteres Aufwärtspotential.

Aktie auch im Branchenvergleich nicht teuer

Die Deutsche Bank und Goldman Sachs rechnen für das laufende Geschäftsjahr fast mit einer Verdoppelung des Gewinns je Aktie sowie auch für 2005/06 mit einem starken, wenn auch abgeschwächten Wachstum. Gemessen an der Konsensprognose ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10,3 für dieses Jahr (und etwa 8,9 für 2006) nicht teuer und im Branchenvergleich unauffällig bewertet; Rio Tinto ist mit 11,1 bewertet, Xstrata mit 8,2.

Auch charttechnisch sieht es wieder gut aus, seitdem der kurzfristige Abwärtstrend überwunden ist. Um technische Kaufsignale zu senden, muß die Aktie über das Hoch bei 11,61 Euro oder 776,50 Pence klettern. Zuvor ist der Widerstand bei 11,20 Euro oder 753 Pence zu überwinden. Solange die Nachfrage nach Rohstoffen nicht merklich nachläßt, dürfte die Aktie ihren Besitzern weiter Freude bereiten; zwischenzeitliche, spekulativ bedingte Schwächephasen sind nicht auszuschließen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi
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