16.08.2005 · Gute Ergebnisse für das dritte Quartal legte der Kupfererzeuger Norddeutsche Affinerie am Dienstag vor. Damit hat die Aktie die Chance, ihr Allzeithoch vom Montag noch einmal zu übertreffen.
Die Metallpreise bewegen sich auf einem hohen Niveau wie schon seit Jahrzehnten nicht. Davon profitieren auch die Verarbeitungsbetriebe, die früher eher magere Jahre hatten. Das macht sich auch bei der Norddeutschen Affinerie bemerkbar, die mit guten Zahlen am Dienstag die Möglichkeit hat, das Rekordhoch vom Montag noch einmal zu überbieten.
Der Umsatz des Kupfererzeugers ist in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2004/05, das am 30. September endet, vor allem aufgrund höherer Metallpreise um knapp 20 Prozent auf 2,125 Milliarden Euro gestiegen. Der Produktabsatz habe sich wenig verändert auf “hohem Niveau“ bewegt. Der Gesamtdurchsatz von Kupferkonzentraten stieg um 6,6 Prozent auf 822.000 Tonnen, die Kathodenproduktion stieg um 8,9 Prozent auf 415.000 Tonnen. Insgesamt aber ist die Auslastung weitergut - die kumulierte Produktion aller Kupferprodukte habe annähernd die Spitzenwerte des vergangenen Geschäftsjahres erreicht.
Kapazitätsausbau geplant
Bemerkbar hätten sich auch die Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen gemacht. So stieg der Konzernüberschuß um 140 Prozent auf 36 Millionen Euro bzw. auf ein Ergebnis je Aktie von 0,45 auf 1,08 Euro. Im dritten Quartal wurden so die Markterwartungen leicht übertroffen
Für das Gesamtjahr 2004/05 geht die Gesellschaft von einem „sehr gutem“ Jahresergebnis aus. Der positive Geschäftsverlauf mache überdies eine Dividendenerhöhung möglich, da der Vorstand davon ausgeht, daß das freundliche Umfeld anhält und sich die Effizientverbesserungsmaßnahmen weiter positiv auswirken. Negativ könnte sich der unverändert schwache Dollar sowie die Preisentwicklung auf den Energiemärkten auswirken. Dies könne aber kompensiert werden. Auf weitere Energiepreissteigerungen habe die NA bereits reagiert und Gegenmaßnahmen eingeleitet.
Der Norddeutsche Affinerie will die Kupfererzeugung schrittweise ausbauen und Prozesse und Abläufe weiterentwickeln. Mittelfristig werde man die Erzeugung von Primärkupfer nochmals steigern. Dabei würden internationale Chancen durch Kooperation bzw Integration genutzt. Kontakte zu internationalen Partnern, unter anderem in Asien, würden bereits verfolgt.
Profitieren vom Rohstoffboom
Auch die Recyclingkompetenz soll auf nationaler und internationaler Ebene ausgebaut werden. Im dritten Quartal waren die Kapazitäten für Altkupfer voll ausgenutzt. Im Markt für Kupfergießwalzdraht will die Norddeutsche Affinerie die Marktposition in Europa weiter ausbauen Internationalisierung des Geschäftes vorantreiben. In Asien sehe man eine „sehr interessante“ Chance, eine neue Produktion in unmittelbarer Nähe zu einem Hüttenprojekt zu errichten.
Bei Kupferformaten konzentriere sich das Unternehmen auf die Stabilisierung und den Ausbau ihrer Marktführerschaft. Der Erhalt und der Ausbau der Kundenbeziehungen zu Kernkunden habe dabei vorrangige Bedeutung. Die Vorwärtsintegration in dem Bereich Band-/Flachprodukte entspreche bisher marktbedingt nicht den Erwartungen, heißt es weiter Die Norddeutsche Affinerie arbeite daher an einem international ausgerichteten Gesamtkonzept.
Wie es aussieht, ist es dem Kupfererzeuger nach den kritischen Geschäftsjahren zwischen 2001 und 2003 gelungen, die positiven Trend an den Rohstoffmärkten nicht für eine Ertragswende auszunutzen, sondern er kann davon nachhaltig profitieren.
Voll im Trend mit glänzender Dividendenrendite
Bewertet ist die Aktie auf Basis der aktuellen Prognosen derzeit auf Basis der aktuellen Prognosen für das laufende Geschäftsjahr mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,6 und für das kommende Geschäftsjahr für 12,5. Dabei muß man indes berücksichtigen, daß sich die durchschnittlichen Gewinnschätzung für das laufende Geschäftsjahr auf 1,353 Euro je Aktie beläuft. Indes brummt das Geschäft derzeit derart, daß mit 48 Cent je Aktie im abgelaufenen Quartal ein Ergebnis erzielt wurde, das es seit 2001 nicht mehr gegeben hatte und den Mehrjahresrekord des zweiten Quartals noch übertraf. Damit würde sich die Bewertung auch etwas relativieren.
Selbst bei einem vierten Quartal, das etwas ertragsschwächer ausfiele als das dritte, könnten damit mehr als 1,353 Euro drin sein. Allerdings hängt dabei viel von der Kupferpreisentwicklung ab. Doch hier stehen die Zeichen weiter gut. Unlängst erst bezeichnete die Deutsche Bank die aktuelle Verfassung des Kupfermarkt als „den größten Bullenmarkt seit den Siebziger Jahren“.
Nach Meldungen des „Tagesspiegels“ von gestern hat die Aktie ein neues Allzeithoch aufgestellt. Charttechnisch liegt damit ein Kaufsignal vor, so daß sich der seit 2003 bestehende Aufwärtstrend weiter fortsetzen könnte. Den Kurseinbruch des Frühjahrs hat die Aktie jedenfalls bereits überstanden. Außerdem macht die Dividendenrendite sehr viel Lust auf das Papier. Laut Prognose liegt diese bei aktuell 4,97 Prozent.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |