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Rohstoffe Aktie der Boliden AB hebt ab

06.02.2006 ·  Die Aktie des schwedischen Minenunternehmens Boliden AB befindet sich im Höhenrausch. Kein Wunder, denn das Unternehmen profitiert vom anhaltenden Preis- und Produktionsboom im Rohstoffbereich und verbucht deutlich steigende Gewinne.

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Die Preise für Kupfer und Zink scheinen keine Grenzen mehr zu kennen. Nachdem der Kupferpreis in den vergangenen Monaten aus seinem langfristigen Seitwärtstrend nach oben ausgebrochen ist, erreichte er mit 5.020 Dollar je Tonne an der London Metals Exchange am Freitag ein neues Mehrjahreshoch. Bei Zink sieht es ähnlich aus.

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Der erste ist das anhaltende Wirtschaftswachstum in China. Dort macht sich nicht nur der rasch wachsende Produktionssektor mit zunehmender Nachfrage bemerkbar, sondern auch die Investitionen in die Infrastruktur. Vor allem die Hersteller von Draht und Kabeln scheinen sich im Moment bei sinkenden Lagerbeständen kurzfristig auf die saisonal stärkste Nachfragephase des Jahres vorzubereiten. Langfristig nimmt der Kupferverbrauch pro Kopf der Bevölkerung bei zunehmendem Wohlstand ebenfalls zu.

Hohe Nachfrage - sowohl fundamental als auch spekulativ

Aber das ist nicht alles. Denn gleichzeitig sind Hedge- und normale Investmentfonds auf die Trends im Rohstoffbereich aufgesprungen und sind dabei, mit relativ viel Liquidität in einen relativ engen Markt einzusteigen. Alleine schon aus diesem Grund - einer überaus hohen Liquiditätsversorgung - können die Preise weiter nach oben getrieben werden. Dieser Effekt ist einerseits verbunden mit den Risiken, daß sich die hohen Rohstoffpreise früher oder später auf die Produzenten- und auch die Konsumentenpreise durchschlagen. Andererseits sind auch jederzeit größere Korrekturen denkbar.

Wer Kupfer bei den hohen Preisen kaufen muß, hat sicherlich ein Problem. Ganz anderes sieht es jedoch mit den Kupferminen und -herstellern aus. Denn sie profitieren davon. So dürfte es kaum verwundern, daß die Aktien von lange Zeit unbeachteten und deswegen auf unentdeckten Unternehmen wie der schwedischen Boliden AB deutliche Kurszuwächse verbuchen können.

Das Papier des schwedischen Kupfer- und Zinkminen- und verarbeitungsunternehmens mit Aktivitäten in Schweden, Finnland, Norwegen und Irland hat alleine seit einem Zwischentief bei 27,50 schwedischen Kronen im Mai des vergangenen Jahres inzwischen knapp 300 Prozent auf zuletzt 109 Kronen zugelegt. Der Trend zeigt inzwischen schon parabolisch nach oben.

Boliden AB verbuchte Gewinnsprung im vierten Quartal

Das dürfte mit Blick auf die vorläufigen Ertragszahlen des vergangenen Jahres kaum verwundern. Denn das Unternehmen konnte den Vorsteuergewinn im Vergleich mit der Vorjahresperiode um satte 346 Prozent auf 1,57 Milliarden Kronen steigern. Dabei spielte zwar auch die Lagerbestandsaufwertung von 363 Millionen Kronen eine Rolle, aber trotzdem konnten die Erwartungen des Marktes deutlich übertroffen werden.

Aufgrund dieser Entwicklung dürfte es kaum überraschen, daß die Analysten bei der Betrachtung des Unternehmens immer optimistischer werden und die Kursziele entsprechend nach oben schrauben. Und das ist logisch, den bei anhaltend hohen oder gar weiter steigenden Preisen dürfte Boliden die Umsätze und Gewinne weiter steigern können, zumal das Unternehmen gedenkt, die Produktion auszuweiten. So wurde ein Drei-Jahresvertrag mit der amerikanischen OM Gruppe und mit Inco unterzeichnet, die zu einer Verarbeitung von jährlich 240.000 Tonnen Nickelkonzentrat in der Harjavalta-Kupferschmelze führen und damit zu einer Vollauslastung führen werden.

Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 16,6 und knapp zehn auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Jahr ist die Aktie bei anhaltend vorteilhaften Bedingungen noch relativ günstig zu haben und dürfte noch weiteres Kurspotential bieten. Die Risiken des Papiers dürften in einer nie auszuschließenden Korrektur im Rohstoffbereich liegen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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