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Richemont Gefragter Luxus: Fabelhaftes Nahost-Geschäft für Cartier & Co.

16.11.2007 ·  Luxus geht immer, heißt es. Aber immer weniger in Europa und immer mehr im Nahen und Fernen Osten, wie der Schweizer Markenkonzern Richemont feststellt.

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Luxus geht immer, heißt es. Inzwischen müsste man konkretisieren: Immer weniger in Europa, immer mehr in nahen und fernen Osten. Diese Erfahrung macht der weltweit zweitgrößte Luxushersteller Richemont, der am Freitag seine Halbjahreszahlen vorlegte.

Das Genfer Unternehmen, zu dem unter anderem die Marken Cartier, Montblanc und Jaeger-LeCoultre gehören, ist nach Einschätzung seines Vorstandschefs Norbert Platt in guter Verfassung. Die dynamische Entwicklung soll sich fortsetzen. Vor allem in Asien, dem Nahen Osten und Russland wächst das Geschäft kräftig. Damit könnten in der Zukunft mögliche Dellen auf gesättigten Märkten kompensiert werden.

Finanzkrise? Kennen wir nicht

Insbesondere der Zuwachs im Nahen Osten sei „einfach fabelhaft“, so der Manager. Angesprochen auf die Wachstumsstrategie des Luxusgüterkonzerns sagte Platt, man wolle weiterhin in die bestehenden Marken investieren und die geografische Präsenz erweitern. Für die nähere Zukunft fand er jedoch auch warnende Worte. Trotz der gesunden weltweiten Nachfrage könnte die Schwäche des amerikanischen Dollars die Ergebnisse in der zweiten Jahreshälfte belasten.

Immerhin: Ein Überspringen der Finanzmarktkrise auf das Geschäft von Richemont lasse sich derzeit nicht feststellen, sagte Finanzchef Richard Lepeu. Die Nachfrage nach Uhren liege weiterhin auf hohem Niveau. Zudem seien die jüngsten Auktionen von Juwelen erfolgreich gewesen.

Gewinnprognosen übertroffen

Richemont hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2007/08 die Gewinnerwartungen übertroffen. Der Umsatz legte zwischen April und Ende September von 2,303 auf 2,548 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen in Genf mitteilte. Damit traf der Konzern die Erwartungen am Markt. Die Umsatzsteigerung entspricht einem Plus von elf Prozent. Zu konstanten Wechselkursen lag das Wachstum bei 16 Prozent, wobei vor allem die Region Asien sich besonders stark entwickelt habe.

Auch unterm Strich blieb für den Cartier-Konzern ordentlich etwas übrig. Das operative Ergebnis legte dank verbesserter Margen von 436 auf 560 Millionen Euro zu. Im Durchschnitt hatten Analysten mit 512 Millionen Euro gerechnet. Der Gewinn betrug 824 Millionen Euro nach 645 Millionen vor einem Jahr. Ohne den Anteil am Tabakkonzern British American Tobacco (BAT) legte der Gewinn von 371 auf 490 Millionen Euro zu.

Gute Marktbedingungen für Luxusanbieter

Insgesamt blieben die Marktbedingungen für Luxusgüter vorteilhaft, sagte Unternehmenschef Johann Rupert. Richemont sei gut positioniert gewesen, um von dieser Situation profitieren zu können. Auch ins zweite Halbjahr sei der Konzern gut gestartet. Der positive Trend des ersten Semesters sei im Oktober, dem ersten Monat des zweiten Halbjahres, fortgesetzt worden. Das Wachstum betrug elf Prozent beziehungsweise 18 Prozent zu konstanten Währungskursen. Rupert wertete diese Entwicklung als „ermutigend“ für das wichtige Weihnachtsgeschäft. Für das Gesamtjahr zeigt sich das Management optimistisch, das Resultat des Vorjahres klar zu übertreffen.

Richemont liegt damit im Branchentrend, der generell aufwärts zeigt. Auch die Nummer eins unter den Luxuskonzernen, LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton, hatte vor einem Monat gute Quartalszahlen vorgelegt. In den ersten drei Quartalen wies LVMH ein Umsatzwachstum von 7,7 Prozent auf 11,446 Milliarden Euro aus. Auch der Pariser Konzern litt unter dem schwachen Dollar, stellte eine wachsende Nachfrage in Asien fest und konstatierte eine deutliche Gewinndynamik in den vergangenen Monaten.

Luxusaktien - Standard oder Luxus im Depot?

Luxusgüter sind in konjunkturell schwächeren Zeiten relativ unelastisch in der Nachfrage. Die Schwankungen im Geschäft halten sich in Grenzen, und das ist auch an den Aktienkursen abzulesen. Ob Richemont, Swatch oder LVMH - langfristig weist der Trend nach oben, kurzfristig tendenziell seitwärts. Manager von Luxusfonds, wie Caroline Reyl von Pictet (Premium-Brands-Fonds) sind überzeugt, dass Luxusartikel sich auch dann behaupten, wenn sich die Stimmung des normalen Konsumenten verdüstert.

Zuletzt haben sich die Kurse der Luxusartikler in Einklang mit dem Markt deutlich ermäßigt. Die Aktien von LVMH und Richemont sind jetzt rund zehn Prozent günstiger zu haben als noch vor einem Monat. Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von jeweils 19 (2007) - auch Swatch liegt in dieser Größenordnung - sind die Papiere auch in etwa gleich teuer. Gilt damit „Gutes billig“, wie eine Ramschladenkette einmal warb? Das lässt sich besser im neuen Jahr beurteilen - wenn die Verkaufszahlen aus dem so wichtigen Weihnachtsgeschäft vorliegen.

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