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Rentenmarkt Manche Staaten nähern sich der „Schuldensättigung“

29.03.2010 ·  Das Niveau der Verschuldung eines Landes spielt in der konventionellen Makroökonomie bisher kaum eine Rolle. Wirtschaftliche Probleme werden regelmäßig mit neuen Schulden bekämpft. Irgendwann jedoch ist die „Schuldensättigung“ da.

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Wirtschafts- und Finanzkrisen scheinen langfristig kein Problem zu sein. Denn man brauche nur mit extrem lockeren Geldpolitiken und keyensianischen Ausgabenprogrammen auf Pump auf sie zu reagieren und schon habe man die schönste Erholung und stehe vor dem nächsten wirtschaftlichen Boom.

So oder so ähnlich lauten die gesammelten Erfahrung der vergangenen Jahrzehnte, in welchen immer wieder mit genau diesen Methoden auf Krisen reagiert wurde.

Viele „Wirtschaftsexperten“ ignorieren das absolute Niveau von Schulden

Das absolute Niveau von Schulden spielte in der konventionellen Makroökonomie dieser Art, wie sie an den Universitäten gelehrt und in der Praxis der etablierten „Wirtschaftsexperten“ gelebt wurde, kaum eine Rolle. Selbst die Finanzmärkte reagierten regelmäßig positiv auf die entsprechenden Strategien. Selbst nach der jüngsten Krise erholten sich die Börsen mit deutlichen Kursgewinnen von ihren Tiefs und die Renditen an den Rentenmärkten blieben bisher vergleichsweise tief.

Die Märkte scheinen also davon auszugehen, dass die versteckten Risiken in den Bankbilanzen, die hohen Verbindlichkeiten der Konsumenten, stagnierende Einkommen und rasant steigende Staatsschulden auch diesmal keine wesentliche Rolle spielen werden. Selbst die Aufregung um Griechenland scheint sich vorerst wieder gelegt zu haben.

Möglicherweise handelt es sich allerdings um die Ruhe vor dem nächsten Sturm. Denn die Verschuldung der meisten Industriestaaten bewegt sich rasant auf nicht mehr tragbare Grenzen zu. Nachdem sie schon seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse leben und sich Wachstum und eine gehörige Portion Scheinwohlstand auf Kredit erkauften, scheint sich die so genannte Grenzproduktivität der Staatsschulden dem Nullpunkt zu nähern oder ihn schon überschritten zu haben.

Manche Staaten nähern sich der „Schuldensättigung“

Das heißt, die weitere Verschuldung fördert nicht mehr das nominelle Wachstum, sondern bremst es aus, da die gesamtwirtschaftlichen Einkommen nicht mehr ausreichen, um die Verbindlichkeiten zu bedienen. In vielen Staaten zählen schon heute die Ausgaben für Zinszahlungen zu den größten Posten in ihren Haushalten. In Deutschland ist es der zweitgrößte Position. Sollten die Märkte misstrauisch werden, dürften sie höhere Renditen verlangen.

Bisher werden solche Bewegungen von Zentralbanken unterbunden, die Rentenpapiere der eigenen Staaten in großem Stile aufkaufen. Auch Anleger, die nach einer „Schuldensättigung“ dieser Art mit deflationär wirkenden Ausgabekürzungen oder der Erhöhung von Steuern und Abgaben rechnen, neigen neben den durch extrem tiefe Zinsen subventionierten Banken zum Kauf von Anleihen. Immerhin liegen die Renditen länger laufender Papiere über den offiziell ausgewiesenen Inflationsraten.

Auf der anderen Seite jedoch stehen erfahrene Strategen wie Bill Gross der für die der Allianz gehörende Vermögensverwaltungsgesellschaft Pimco den größten Rentenfonds der Welt verwaltet. Er warnt, die fast drei Jahrzehnte währende Rally an den Märkten für Festverzinsliche laufe aus. „Die Bonds haben ihre besten Tage hinter sich,“ erklärte er mit Blick auf amerikanische Staatsanleihen und auf die Staatspapiere anderer stark verschuldeter Staaten. Er empfiehlt Anlegern, Anleihen aus Ländern mit niedrigen Defiziten wie Deutschland und Kanada sowie Unternehmenspapiere zu kaufen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @cri
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