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Veröffentlicht: 10.09.2016, 14:44 Uhr

Die Vermögensfrage Wie nachhaltig sind Fonds für Nachhaltigkeit?

Ethik und Ökologie sind mmer mehr Anlegern wichtig. Die Finanzbranche reagiert mit entsprechenden Produkten. Aber was genau heißt nachhaltig? Und kann da für den Anleger auch mal ein Klumpenrisiko entstehen?

von Rainer Juretzek
© Illustration Picture Press Ökologisch Wirtschaften liegt im Trend: Immer mehr Unternehmen erstellen eigene Nachhaltigkeitsbilanzen.

Als Nachhaltigkeitsfonds werden Investmentfonds bezeichnet, die in ihrer Anlagepolitik eine ethische und ökologische Ausrichtung verfolgen und bestimmte soziale Standards einhalten. Das heißt, das Anlegerkapital wird nur in Aktien oder Anleihen von Unternehmen investiert, die in die Kategorie „nachhaltig“ eingestuft sind. Insbesondere institutionelle Investoren, wie zum Beispiel Stiftungen, investieren in solche Fonds oder beauftragen Vermögensverwalter mit entsprechender Expertise ein danach ausgerichtetes Portfolio zusammenzustellen. Aber auch private Investoren wollen zunehmend Nachhaltigkeitsaspekte in ihrer Geldanlage berücksichtigt wissen.

Was heißt aber Nachhaltigkeit in der Anlagepraxis? Oft wird auch der englische Begriff sustainability vewendet. Wer prüft, ob ein Investment als nachhaltig bezeichnet werden kann? Schließlich bieten Fondsgesellschaften entsprechend bezeichnete Investmentprodukte an. Zu Beginn dieser Bewegung, die schon mehr als zwei Jahrzehnte zurückliegt, waren die Kriterien für nachhaltige Investments uneinheitlich. Inzwischen wurden Standards für die diesbezügliche Einstufung von Unternehmen entwickelt.

Einer der bekanntesten ist der Dow Jones Sustainability World Index. Aufgrund des steigenden Bedürfnisses internationaler Investoren entstehen derzeit auch neue internationale Transparenz- und Qualitätsinitiativen im Markt, wie die Global Initiative for Sustainability Ratings (GISR) und der Deep Data Delivery Standard. Die Marktentwicklung bestätigt auch der jährliche Report des „Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG)“, der für die 10 Jahre von 2005 bis 2014 eine Verzehnfachung des Volumens für „Nachhaltige Investmentfonds“ und Verwaltungsmandate ermittelt hat (siehe Grafik).

Umfassender Qualitätsstandard für Nachhaltigkeits-Ratingagenturen

Die Frage ist aber, wie kommt ein Unternehmen in eine Nachhaltigkeitskategorie oder in einen entsprechenden Index, und was hat das letztlich für eine Bedeutung für die Investmententscheidung. Diese Aufgabe haben unter anderem spezialisierte Vermögensverwalter, aber auch unabhängige Ratingagenturen übernommen, die ein transparentes Nachhaltigkeitsrating gewährleisten sollen. So gibt es für unabhängige Nachhaltigkeits-Ratingagenturen einen umfassenden Qualitätsstandard, den Arista: Responsible Investment Research Standard. Dieser internationale Standard wurde auf Initiative der Europäischen Kommission vom Verband der unabhängigen Nachhaltigkeitsrating-Agenturen (Arise) entwickelt. Die Einhaltung dieser Anforderungen wird regelmäßig durch unabhängige Prüfer im Rahmen von Audits überwacht.

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Eine der ersten Nachhaltigkeits-Ratingagenturen, die nach diesem Standard zertifiziert wurden, ist die in München ansässige Oekom Research AG. Die Agentur wurde schon 1993 gegründet und prüft mit mehr als 50 Analysten regelmäßig mehr als 3800 Unternehmen global auf Nachhaltigkeitskriterien. Auftraggeber sind Asset Manager und institutionelle Investoren. Das sind beispielsweise auch Fondsgesellschaften, die einen Nachhaltigkeitsfonds aufgelegt haben und verwalten. Dahinter verbirgt sich ein Gesamtvolumen von mehr als 600 Milliarden Euro allein bei dieser Agentur. Das zeigt die Bedeutung, die diese Thematik inzwischen gewonnen hat, mit steigender Tendenz.

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