18.10.2006 · Die Quartalszahlen von IBM sind mäßig, die von Intel und Yahoo sind sogar schlecht, die Kurse jedoch steigen. Sie hätten noch schlechter sein können, heißt es lakonisch. Haben muß man diese Papiere nicht, sie sind nicht einmal günstig.
So ist es an den Börsen derzeit: Die Konjunkturdaten deuten auf eine Abschwächung hin, die Kurse jedoch steigen. Vor allem die Technologiewerte hatten in den vergangenen Wochen Flair. Denn die Unternehmensgewinne seien und blieben hoch und die Zinsen tief. Und in diesem Umfeld gebe es keine Alternative zu Aktien, heißt es.
Allerdings bringen die bekanntesten Unternehmen Umatz- und Quartalszahlen auf den Markt, die alles andere als gut sind. Bei Yahoo ist der Gewinn je Aktie im dritten Quartal im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 31,25 Prozent gefallen und bei Intel sogar um 45,5 Prozent. Aber auch hier steigen die Aktien im europäischen Handel, da die Zahlen besser ausgefallen seien, als befürchtet. Im europäischen Handel liegt die Yahoo-Aktie mit einem Plus von knapp fünf Prozent bei 20,09 Euro und die Aktie von Intel legt ein Prozent auf 16,95 Euro zu.
Yahoo- und Intelpapiere sind teuer bis sehr teuer
Allerdings sollte man solche Kursbewegungen wohl nicht überbewerten. Immerhin befindet sich das Intelpapier in einem langfristigen Abwärtstrend und auch die Papiere von Yahoo laufen schon seit Jahresbeginn nach unten. Das dürfte kaum verwundern, sind die Papiere des Internetunternehmens mit Kurs-Gewinnverhältnissen (KGV) von 53,6 und 39,3 auf Basis optimistischer Gewinnschätzungen alles andere als günstig und auch die Intel-Aktie ist mit KGVs von 26,7 und 19,4 selbst unter Berücksichtigung der Liquiditätsreserven alles andere als ein Schnäppchen.
Vor allem auch dann nicht, wenn man berücksichtigt, daß sich Yahoo aufgrund zunehmender Konkurrenz von allen Seiten und auch wegen einer sich abschwächenden Konjunktur in der Defensive befindet. Schon im September hatte Yahoo seine Geschäftserwartungen für das Vierteljahr heruntergeschraubt und damit die Aktienmärkte schockiert. Nun wies das Unternehmen für das Vierteljahr einen Nettogewinn von 159 Millionen Dollar aus. Vor einem Jahr hatte Yahoo unterm Strich noch 254 Millionen Dollar verdient. Die Erlöse legten um 19 Prozent zu auf 1,58 Milliarden Dollar.
Als Grund nannte der Konzern Schwächen bei der Werbung für Autos und Finanzdienstleistungen. Das sind zusammen mit dem Häusermarkt jene Bereiche, die die amerikanische Wirtschaft in den vergangenen Jahren stimuliert durch unnatürlich tiefe Zinsen und hohe Geldmengen beflügelt hatten. Es läßt sich fragen, ob sich das Unternehmen erfolgreich gegen diese Entwicklung wird wehren können, zumal noch andere denkbare Probleme wie etwa Klickbetrug, der die Werbeumsätze künstlich hoch hält - im Hintergrund lauern.
Auch bei Intel, dem amerikanischen Unternehmen, das mehr als 80 Prozent seiner Umsätze im Ausland erzielt, sind die Spuren eines zunehmend gesättigten Marktes und der Konkurrenz nicht zu übersehen. Der Gewinn ist im dritten Quartal in Folge von Preissenkungen um mehr als ein Drittel eingebrochen: Der Nettogewinn lag bei 1,3 Milliarden Dollar oder 22 Cents je Aktie, nach zwei Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz ist um 12,3 Prozent auf 8,74 Milliarden Dollar gefallen.
IBM-Papiere sind vernünftig bewertet, dafür wächst das Unternehmen kaum
Intel-Finanzchef Andy Bryant sagte, sein Unternehmen dürfte vom Rivalen AMD im dritten Quartal Marktanteile zurückgewonnen haben und stehe inzwischen nicht mehr so unter Preisdruck, wie in der Vergangenheit. Ob das so ist, wird sich noch zeigen müssen. Denn der Markt ist extrem dynamisch und über den stärker werdenden Konkurrenten AMD wird man sicherlich nicht mehr ironisch lächeln wie in der Vergangenheit. Interessant dürfte das Papier nur dann werden, wenn das Unternehmen aufhören würde, seine Mittel für die Aktionäre enteignenden Aktienoptionsprogramme zu verpulvern und statt dessen eine anständige Dividende zu zahlen.
Im Gegensatz dazu konnte IBM sowohl den Umsatz um fünf Prozent auf 22,6 Milliarden als auch den Gewinn je Aktie um 15,1 Prozent auf 1,45 Dollar steigern. Der Umsatz im Hardware- und Software-Segment legte um neun Prozent, der Umsatz im weltweiten Service-Geschäft um 3 Prozent zu. Das ist nicht sonderlich berauschend, zumal die Neuaufträge in Höhe von 10,5 Milliarden Dollar unter den Erwartungen blieben, wie IBM-CFO Mark Loughridge eingestand. Einige große Outsourcing-Aufträge konnten im dritten Quartal nicht abgeschlossen werden und seien somit in das vierte Quartal übergegangen, sagte er
Für das Gesamtjahr kündigte IBM-CEO Samuel J. Palmisano an, IBM werde das Ergebnis steigern. Zudem sollten die Analysten das besser als erwartete Ergebnis des dritten Quartals in ihre Jahresprognose miteinbeziehen, sagte Palmisano. Der IBM-Aktienkurs legt in Europa 2,7 Prozent auf 71,75 Euro zu. Mit KGVs von 15,4 und 14,2 sind die Papiere zwar unter Berücksichtigung der liquiden Mittel nicht sonderlich teuer, dafür kann das Unternehmen auch kaum wachsen. Insgesamt drängen sich alle Papiere nicht auf. Vielleicht sollte IBM als „Quasiversorger“ dazu übergehen, eine anständige Dividende auszuschütten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |