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Quartalszahlen IBM-Aktie charttechnisch ausgereizt

19.01.2007 ·  IBM legte zwar keine schlechten Zahlen für das vergangene Jahr vor, die Aktie ist jedoch allenfalls fair bewertet und scheint charttechnisch vorerst ausgereizt zu sein. Mit einer attraktiveren Dividendenpolitik wäre sie interessanter.

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Nach massiven Kursverlusten im Jahr 2002 und einer verhaltenen Kursentwicklung auf tieferem Niveau in den Jahren danach verbuchte die Aktie von IBM in den vergangenen Monaten im Rahmen der allgemeinen Rally an der Wall Street Kursgewinne von bis zu 37 Prozent.

Der Charttechnische Ausbruch aus der Seitwärtsbewegung der vergangenen Jahre ist damit allerdings nicht gelungen. Aufgrund der nachbörslichen Kursverluste von bis zu knapp sechs Prozent am Donnerstag nach Vorlage der Umsatz- und Gewinnzahlen für das vierte Quartal des vergangenen Geschäftsjahres sieht es kurzfristig auch nicht so aus, als ob er aus charttechnischer Sicht gelingen könnte.

IBM wächst profitabel, wenn auch verhalten

Dabei sahen die Zahlen gar nicht so schlecht aus. Denn der weltgrößte Computer-Dienstleister hat seinen Gewinn im vierten Quartal im Vergleich mit der Vorjahresperiode um elf Prozent gesteigert und dabei vor allem von einem guten Geschäft in der Software-Sparte profitiert. Unterm Strich seien im abgelaufenen Vierteljahr 3,54 Milliarden Dollar verdient worden, teilte der amerikanische Konzern am Donnerstagabend mit. Den Umsatz steigerte das Unternehmen auf 26,3 Milliarden Dollar von 24,4 Milliarden. Vor Sonderposten lag der Gewinn je Aktie bei 2,26 Dollar. Analysten hatten hier im Schnitt mit 2,19 Dollar gerechnet, bei einem Umsatz von 25,7 Milliarden Dollar.

Im Gesamtjahr lag der Umsatz nach einem Plus von vier Prozent bei 91,4 Millairden Dollar, der operative Gewinn legte um 18 Prozent beziehungsweise um neun Prozent nach Ausschluss von Sondereffekten zu und der Nettogewinn je Aktie legte nach Bereinigung von Sondereffekten auf verwässerter Basis um 14 Prozent auf 6,06 Dollar je Aktie zu. Der Cashflow konnte um 2,2 Millairden auf 15,3 Millairden Dollar gesteigert werden.

„Wir gehen mit einem guten Schwung in das Jahr 2007“, sagte IBM-Finanzchef Mark Loughridge. Fachleute rechnen für das laufenden Jahr mit einem Umsatz von 94,48 Milliarden Dollar nach 91,42 Milliarden im vergangenen Jahr. Analysten bezeichneten das Ergebnis grundsätzlich als positiv. „Es war ein gutes Quartal“, sagte Marc Heilweil von Spectrum Advisory Services, der Nachrichtenagentur Reuters. „Das einzige Gebiet, das enttäuscht hat, war der Hardware-Bereich,“ ergänzte er. Das sei auch ein Grund dafür, dass die IBM-Papiere 5,2 Prozent auf 94,24 Dollar nachgaben, sagte Heilweil.

Aber auch der psychologische Faktor nach den enttäuschenden Ausblicken der Computerkonzerne Intel und Apple in den vergangenen Tagen dürfte dabei eine Rolle spielen. Denn zusammen mit dem sehr verhaltenen Ausblick, den auch Caterpillar am Donnerstag lieferte, verstärkt sich wieder einmal der Eindruck, die amerikanische Wirtschaft laufe doch nicht so rund, wie immer wieder argumentiert wird und wie die vorgelegten Konjunkturzahlen gerne interpretiert werden. Dabei sind diese recht oft rückwärtsgewandt

Aktien sind fair bewertet

Die Service-Sparte profitiert von einem Großauftrag der Bundeswehr, den IBM zusammen mit Siemens erhalten hat. Der“Herkules“-Auftrag läuft über zehn Jahre und hat ein Volumen über 7,1 Milliarden Euro. Dabei soll das Konsortium die nicht an Waffensysteme gebundene Informations- und Kommunikationstechnik der Streitkräfte modernisieren und betreiben. IBM hatte im vergangenen Jahr sein Software-Geschäft deutlich ausgebaut und elf Softwarefirmen gekauft. Der Konzern ist auf diese Weise weltweit zum zweitgrößten Softwarehersteller nach Microsoft geworden. Das einstige Kerngeschäft mit PCs macht dagegen seit dem Verkauf der verlustträchtigen Sparte an die chinesische Lenovo nur noch einen kleinen Teil des IBM-Umsatzes aus.

Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 15 und 13,7 auf Basis der Gewinnschätzungen für das vergangene und das laufende Geschäftsjahr ist die Aktie optisch sicherlich nicht teuer, auch wenn die Gewinnschätzungen gerne belastende Faktoren als „einmalig“ ausblenden, obwohl sie es nicht sind. Allerdings wären die Aktien interessanter, wenn das Unternehmen aufgrund des starken Cashflows eine interssantere Dividende zahlen würde, statt ihn für umstrittene Aktienrückkäufe - sie dienen in der Regel nur den Aktienoptionsprogrammen der Mitarbeiter - zu verschwenden. Charttechnisch scheint das Papier vorläufig wieder einmal ausgereizt zu sein.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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