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Quartalszahlen Dollareffekt: IBM begünstigt, SAP benachteiligt

 ·  Mit zum Teil deutlichen Kursgewinnen reagieren die Aktien von IBM und SAP auf die überraschend vorgelegten Zahlen. Der schwache Dollar macht sich bei IBM positiv bemerkbar, während er bei SAP den intensiven Wettbewerb noch verstärkt.

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Mit Kursgewinnen von bis zu 8,1 Prozent im frühen Handel reagierte am Montag die Aktie des amerikanischen Hard-, Software- und Dienstleistungsunternehmens IBM auf die vorläufigen Umsatz- und Ertragszahlen für das vergangene Geschäftsjahr und dessen viertes Quartal.

Das Unternehmen konnte den Umsatz im vierten Quartal des Jahres 2007 im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 9,7 Prozent auf 28,9 Milliarden Dollar steigern, der Gewinn je Aktie legte gleichzeitig im Quartalsvergleich um 23,9 Prozent auf 2,8 Dollar zu. Beides war etwas mehr als erwartet. Dabei dürfte die positive Überraschung vor allem über die Währungsseite über den schwachen Dollar erzielt worden sein. Dieser macht sich bei der Umrechung der im Ausland abgewickelten Geschäfte in die heimische Dollarbilanz zumindest optisch positiv bemerkbar. Immerhin stammen rund sechs Prozentpunkte des Umsatzzuwachses von knapp zehn Prozent aus Währungsgewinnen.

Schwacher Dollar macht sich bei IBM über das starke Auslandsgeschäft positiv bemerkbar, ....

Der externe Gewinn wurde jedoch immerhin verstärkt durch Bestrebungen des Managements, in den stark wachsenden Schwellenländern zu expandieren. Vorstandschef Samuel Palmisano hatte in den vergangenen Monaten die Anzahl der Beschäftigten in Staaten wie Brasilien, Russland, Indien und China auf insgesamt mehr als 100.000 Personen erhöht, um auf diese Weise vom Wachstum in diesen Ländern profitieren zu können. Diese Strategie scheint sich nun auszuzahlen.

Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung bei IBM widerlege Befürchtungen, die konjunkturelle Schwäche in den Vereinigten Staaten führe zu deutlichen Gewinnrückgängen bei den Unternehmen, argumentieren nun die Optimisten. Allerdings erzielt IBM inzwischen mehr als die Hälfte seiner Erlöse im Ausland. Und dort hat die Wirtschaftsschwäche bisher noch nicht voll durchgeschlagen. Zudem wäre das Wachstum und auch die Gewinnentwicklung deutlicher geringer ausgefallen, wenn das Unternehmen nicht von der inflationären Geldpolitik der Vereinigten Staaten profitieren könnte.

So dürfte es ratsam sein, nicht zu optimistisch zu werden. Immerhin gehen immer mehr Analysten davon aus, dass die Branche an sich im laufenden Jahr langsam wird wachsen können, als ursprünglich erwartet. Auf der anderen Seite ist die IBM-Aktie mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 14,8 und 13 auf Basis der Gewinnschätzungen für das vergangene und laufende Geschäftsjahr vergleichsweise vernünftig bewertet. Das dürfte dem Papier in Verbindung mit einer robusten operativen Diversifikation eine gewisse Robustheit verleihen. Absicherungsstrategien können jedoch nie schaden.

Auch die überraschend schon vorgelegten Zahlen von SAP wurden vom Markt zumindest leicht positiv aufgenommen. Das Unternehmen habe trotz der scharfen Konkurrenz durch das amerikanische Unternehmen Oracle im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz mit Software und softwarebezogenen Serviceleistungen erzielt, hieß es. Die Erlöse stiegen vorläufigen Zahlen zufolge um 13 Prozent auf 7,44 Milliarden Euro, bereinigt um Wechselkurse betrug das Plus 17 Prozent. Damit lag SAP nach eigenen Angaben über den Erwartungen. Die Börse honorierte die am Montagabend vorgelegten Zahlen mit einem kräftigen Kursanstieg von 2,73 Prozent auf zuletzt 33,44 Euro.

... während er bei SAP den intensiven Wettbewerb noch verstärkt

Bei der operativen Marge liegt SAP wegen Investitionen in das neue Geschäftsfeld Unternehmenssoftware für den Mittelstand mit voraussichtlich 26,5 Prozent nach eigenen Angaben voraussichtlich unter dem Vorjahr von 27,3 Prozent. SAP hatte für 2007 eine operative Marge von 26 bis 27 Prozent vorausgesagt. Der Gesamtumsatz für das vergangene Jahr stieg den Angaben zufolge um 9 Prozent auf rund 10,26 Milliarden Euro.

In den letzten drei Monaten des Jahres 2007 stiegen die Software und softwarebezogenen Serviceerlöse um 13 Prozent auf 2,48 Milliarden Euro. Es war das 16. Quartal in Folge mit zweistelligen Wachstumsraten. Die Softwareerlöse allein stiegen den Angaben zufolge um 14 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr 2007 erwartet SAP ein Plus von 13 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Das sei das stärkste Wachstum seit dem Jahr 2000, ließ das Unternehmen verlauten.

Die kräftigsten Zuwächse verbuchte SAP im vergangenen Jahr mit einem Plus von 19 Prozent auf 0,96 Milliarden Euro bei Software und softwarebezogenen Services in der Region Asien-Pazifik-Japan. In dem größten Markt Europa, Mittlerer Osten und Afrika stiegen die Erlöse um 13 Prozent auf rund 3,98 Milliarden Euro. Schwächer fiel das Wachstum mit einem Plus von 9 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro auf dem wichtigen amerikanische Markt aus.

Im Unterschied zu IBM ist die Aktie der SAP AG mit Kurs-Gewinnverhältnissen von knapp 21 und knapp 18 auf Basis der Gewinnschätzungen für das vergangene und das laufende Geschäftsjahr allerdings nicht sonderlich günstig. Das gilt vor allem dann, wenn die scharfe Konkurrenz mit Unternehmen wie Oracle und vor allem auch den Gegenwind von der Währungsseite betrachtet: Während IBM Oracle davon profitieren können, muss SAP operativ damit klar kommen. Absichern lassen sich zwar die Wechselkursbewegungen. Gegen ein einmal erreichtes Wechselkursniveau können dagegen nur noch operative Gegenmaßnahmen helfen.

Charttechnisch können beide Papiere nicht überzeugen Jene von SAP laufen kurzfristig nach unten, langfristig befinden sie sich in einem volatilen Seitwärtstrend. Aus diesem Grund ist die Aktie mangels einer interessanten Dividende kaum interessant. Beide Unternehmen sollten sich im Sinne ihrer Aktionäre überlegen, eine interessante Dividende auszuschütten, statt die Cashflows für sinnlose Aktienrückkäufe zu verschwenden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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