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Prognosen Aktienstrategen rechnen 2013 nur mit kleinem Kursplus

Prognosen rechnen zum Jahresende mit einem Anstieg des Dax. Analysen des letzten Aktienjahres hatten die Entwicklung zu pessimistisch bewertet.

© Wresch, Jonas Vergrößern Es soll ein gutes Jahr für den Dax werden

Die Aktienstrategen von Banken und Fondsgesellschaften gehen von einer Fortsetzung der Hausse an den Aktienmärkten aus. Dies geht aus einer Befragung von 21 Finanzinstituten durch diese Zeitung hervor. Im Durchschnitt sehen die Analysten den Dax zur Jahresmitte zwar leicht unter seinem aktuellen Niveau von rund 7750 Punkten. Zum Jahresende wird jedoch im Durchschnitt ein Stand von 8069 Punkten erwartet. Dies entspricht einem Anstieg um 4 Prozent.

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Von den 19 Banken und Fondsgesellschaften, die eine Dax-Prognose abgegeben haben, rechnen sieben mit einem Anstieg des Dax auf 8200 Punkte und mehr, und damit auf ein Rekordhoch. Seinen bislang höchsten Stand hatte der Dax im Juli 2007 mit 8152 Punkten erreicht. Sieben weitere Finanzinstitute erwarten den Dax zum Jahresende nahe bei 8000 Punkten, vier Banken sehen den Index in einem Jahr ungefähr auf seinem aktuellen Niveau. Nur die Société Générale rechnet mit Verlusten aus der Geldanlage in Aktien und erwartet den Dax gut 6 Prozent tiefer als derzeit auf 7250 Punkten. Im Jahresverlauf rechnen aber auch andere Banken mit zeitweiligen Kursverlusten. So erwartet zum Beispiel die Fondsgesellschaft Allianz Global Investors den Dax zur Jahresmitte auf 7000 Punkten.

Letzte Prognosen zu pessimistisch

Die Société Générale war schon im vergangenen Jahr die pessimistischste der befragten Finanzinstitute. Sie hatte einen Rückgang des Dax auf 5500 Punkte erwartet. Der Auswahlindex stieg dagegen um 29 Prozent. Nun haben die Analysten der französischen Großbank ihre pessimistische Haltung ein Stück weit revidiert und die Anlageklasse Aktien von der Einstufung „Untergewichten“ auf „Neutral“ erhöht, unter anderem weil die Geldpolitik in Europa ein wenig den „Stress“ aus den Finanzmärkten genommen habe.

Den außergewöhnlich starken Anstieg des Dax in diesem Jahr hatte mit der japanischen Bank Nomura nur ein einziges Geldhaus erwartet. Die Dax-Prognose von 7600 Punkten kam dem tatsächlichen Jahresschlussstand 2012 von 7612 Punkten sehr nahe. Insgesamt waren die Vorhersagen der Banken für das vergangene Aktienjahr viel zu pessimistisch. Im Durchschnitt erwarteten die Institute einen Jahresendstand des Dax von lediglich 6600 Punkten. Damit lagen ihre Prognosen um 1000 Punkte zu tief.

Die Analysten von Nomura hatten sich aber auch für die europäischen Aktienmärkte insgesamt - gemessen am Euro Stoxx 50 - sehr optimistisch gezeigt. Hier hat sich der erwartete starke Anstieg allerdings nicht bewahrheitet. Der Euro Stoxx 50 legte nur um knapp 14 Prozent zu. Hier lagen mäßig optimistische Banken wie JP Morgan, die Deka Bank oder die Helaba besser.

Infografik / Prognosen zur Entwicklung der Aktienmärkte im Jahr 2013

Für dieses Jahr zeigt Nomura abermals den größten Optimismus. Die Analysten geben mit 8890 Punkten die mit Abstand höchste Dax-Prognose ab. M.M.Warburg folgt mit 8400 Punkten auf Platz zwei. Zwar sei der wirtschaftliche Ausblick verhalten, der Anlagenotstand führe gleichwohl zu positiven Erträgen in der Anlageklasse Aktien, heißt es zur Begründung bei der Hamburger Privatbank. Die Zinsen auf Tagesgeld- und Sparkonten wie auch für sichere Staatsanleihen seien derart niedrig, dass immer mehr Anleger auf der Suche nach Rendite den Sicherheitsaspekt ihrer Geldanlage überdenken und vielleicht relativieren dürften.

Auch auf europäischer Ebene rechnen die befragten Aktienstrategen im Durchschnitt nur mit einem geringen Anstieg der Aktienkurse. Der Euro Stoxx 50 wird zum Jahresende mit knapp 2800 Punkten knapp 4 Prozent höher gesehen als aktuell. Eine Aufholjagd gegenüber den zuletzt besonders gut gelaufenen deutschen Aktien findet demnach im Jahr 2013 nicht statt. Vielmehr dürfte sich die schwächere Entwicklung zunächst fortsetzen. Zur Jahresmitte sehen die meisten Experten den Euro Stoxx 50 tiefer als aktuell.

Dagegen wird die Entwicklung des amerikanischen Aktienmarktes positiver gesehen. Im Jahr 2012 blieb der Dow Jones mit einem Plus von 7 Prozent weit hinter dem deutschen Aktienmarkt zurück. 2013 wird für den traditionsreichsten amerikanischen Aktienindex ein Plus von 6 Prozent erwartet und damit ein etwas höherer Anstieg als in Europa. Zur Begründung verweisen einige Analysten auf den amerikanischen Häusermarkt, der das Krisen-Tief mittlerweile hinter sich haben dürfte und wo es in einigen Bereichen nach jahrelanger Flaute Nachholbedarf gebe. Überdies wurden zuletzt Lichtblicke am Arbeitsmarkt bemerkt, die für den in Amerika immens wichtigen privaten Konsum Gutes verheißen könnten.

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Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 02.01.2013, 20:30 Uhr


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