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Porsches VW-Optionsgeschäfte Warum das Kurschaos ausblieb

19.06.2009 ·  Die Optionsgeschäfte, die Porsche in den vergangenen Monaten im Bezug auf die Aktien von Volkswagen tätigte, sorgten in den vergangenen Tagen für Schlagzeilen. Doch an der Terminbörse tat sich wenig. Warum eigentlich?

Von Christof Leisinger
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Die Optionsgeschäfte, die Porsche im Rahmen der ursprünglich angestrebten Übernahme von Volkswagen in den vergangenen Monaten im Bezug auf die Aktien von Volkswagen tätigte, sorgten in den vergangenen Tagen für Schlagzeilen.

Der Handel am Freitag könne volatil werden, weil viele dieser Kontrakte an der Terminbörse Eurex um 17.30 Uhr verfielen, hieß es im Vorfeld.

Unaufgeregter Handel im Tagesverlauf

Tatsächlich ist jedoch bis zum Handelsende nicht viel passiert: Der Dax schloss mit leichten Kursgewinnen, die Aktie von Volkswagen (VW) verzeichnete ein Minus von 2,8 Prozent und hielt sich über der Kursmarke von 220 Euro, während die Vorzugsaktie von Porsche trotz der Bekanntgabe ernüchternder Umsatzzahlen am Morgen kaum bewegte und mit einem Kursverlust von 2,2 Prozent zum Vortag bei 44 Euro aus dem Handel ging. Das heißt, von Turbulenzen oder besonders extremen Kursschwankunken konnte nicht die Rede sein.

Das wird kaum überraschen. Denn die Menge der an der Eurex offenen VW-Terminkontrakte, die im Juni verfielen, war vergleichsweise gering. Die Anzahl an Verkaufsoptionen, die im Geld lagen und die den Käufer zur Übernahme von VW-Aktien zu einem über dem Börsenkurs liegenden Preis hätten verpflichten können, lagen bei etwa 8.000 Stücken. Es ging also bei einem Wandlungsverhältnis von eins zu hundert um weniger als 800.000 VW-Inhaberaktien im Wert von weniger als 200 Millionen Euro. Grundsätzlich hat die Volkswagen AG 300 Millionen Inhaberaktien ausstehen, davon gehen an der Börse nach Bloomberg-Angaben 86 Millionen um. Es handelte sich also um knapp ein Prozent der umlaufenden Papiere.

Es handelt sich im Kern um den Kauf von VW-Aktien per Termin

Porsche selbst hatte in den vergangenen Wochen wiederholt erklärt, an der Terminbörse Eurex keinerlei Rechte oder Pflichten auf VW-Papiere eingegangen zu sein. Am Freitag ließ das schwäbische Unternehmen zusätzlich verlauten, im Moment überhaupt nicht an der Börse aktiv zu sein. Experten gehen schon länger davon aus, dass Porsche so genannte OTC-Optionsgeschäfte mit verschiedenen Banken auf die Aktien von VW abgeschlossen habe. Dabei handelt es sich um maßgeschneiderte Kontrakte, im Kern um individuelle Verträge auf Gegenseitigkeit.

Wie sie genau aussehen ist nicht bekannt. Es wäre allerdings seltsam, wenn diese Kontrakte ausgerechnet am großen Verfallstag der Terminbörsen auslaufen und wenn Porsche und seine Kontrahenten in irgendeiner Form davon überrascht werden würden. Aus den Mitteilungen der Vergangenheit lässt sich grundsätzlich ableiten, Porsche habe Kaufoptionen auf VW gekauft und Verkaufsoptionen dagegen verkauft. Diese Kombination mag kompliziert klingen, ist aber recht einfach: Es handelt sich im Grunde um den Kauf von VW-Aktien per Termin bei geringem Kapitaleinsatz.

Letztlich stellt sich nur die Frage, zu welchem Preis Porsche diese VW-Aktien effektiv erworben hat und ob das Unternehmen die notwendige Liquidität zur endgültigen Übernahme der Papiere haben wird, sobald diese Kontrakte fällig gestellt werden. Die Antwort darauf steht noch aus. Allerdings wird offensichtlich intensiv daran gearbeitet. Nicht zuletzt auch in Gesprächen mit möglichen Investoren aus Qatar, sowie mit der staatlichen KfW.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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