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Porsche und VW „Hexensabbat“ bestimmt den Börsentag

19.06.2009 ·  Der hoch verschuldete Sportwagenhersteller Porsche verbucht einen deutlichen Umsatzrückgang. Wegen des Hexensabbats stehen die Aktien von Porsche und VW im Blick der Anleger. Ein großer Teil der von Porsche eingegangenen Optionsgeschäfte zur Übernahme von VW sollen heute auslaufen.

Von Tim Höfinghoff
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Der Automobilbauer Porsche ist wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise sowie der Absautzflaute im Autogeschäft weiterhin stark unter Druck. Das Unternehmen meldete am Freitag vor Börseneröffnung Neun-Monats-Zahlen. Umsatz, Absatz und das operative Ergebnis sanken. Der Umsatz (ohne die Volkswagen-Beteiligung) ging um 15 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro zurück. Der Absatz sank um 27 Prozent. Das operative Ergebnis lag unter dem Ergebnis des Vorjahres, konkrete Zahlen nannte das Unternehmen dazu aber nicht.

Porsche hält knapp 51 Prozent am größten europäischen Autobauer Volkswagen (VW). Börsianer vermuten, dass Porsche sich über Optionen den Zugriff auf weitere 20 Prozent der VW-Stimmrechte gesichert hat. Wegen der VW-Übernahme ist Porsche in Bedrängnis geraten. Porsche ist mit 9 Milliarden Euro verschuldet und braucht dringend frisches Geld. Derweil tobt ein Machtkampf zwischen dem Porsche-Vorstand und Großaktionär Ferdinand Piëch.

Optionsgeschäfte laufen aus

Wegen des sogenannten Hexensabbats stehen am Freitag die Aktienkurse von Porsche und Volkswagen besonders im Fokus der Anleger. Hintergrund ist, dass an der Terminbörse umfangreiche Verkaufsoptionen auf Stammaktien von Volkswagen auslaufen. An den Börsen kursieren seit Wochen Spekulationen darüber, dass dies mit den Optionsstrategien von Porsche zu tun hat. Porsche hatte durch spekulativen Aktiengeschäfte zuletzt deutlich profitieren können. (Siehe dazu auch: )

Die Volkswagen-Aktie verlor 3 Prozent und notierte am Vormittag mit 224 Euro. Der Aktienkurs von Porsche sank nur leicht und notierte mit einem Minus von 0,7 Prozent.

Bezüglich der Optionsgeschäfte teilte Porsche nun mit: „Das nicht dem operativen Bereich zugeordnete Ergebnis aus Aktienoptionsgeschäften, die auf Barausgleich gerichtet sind und durch die Porsche an Veränderungen des Börsenkurses der VW-Aktien teilnimmt, ist vor allem aufgrund des hohen Kursniveaus der VW-Stammaktie zum 30. April 2009 gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraums deutlich angestiegen.“

Bei dem sogenannten „großen Verfall“ laufen Terminkontrakte sowie Optionen auf verschiedene Indizes wie den Dax aber auch auf einzelne Aktien aus. Diese Verfallstage sind stets der dritte Freitag in den Monaten März, Juni, September und Dezember.

Gespräche mit Emirat Qatar

Porsche ist bereits seit einiger Zeit unter Druck: Durch die Erhöhung der Beteiligung an Volkswagen auf 51 Prozent hatte Porsche hohe Schulden angehäuft. Mittlerweie hat sich Porsche Kredite in Höhe von 10,75 Milliarden Euro gesichert. Derweil sollen zusätzliche Mittel von der staatlichen Förderbank KfW kommen. Dabei geht es um weitere 1,75 Milliarden Euro. Der Sportwagenbauer will für den möglichen KfW-Kredit nun Volkswagen-Aktien aus seinem Besitz als Sicherheit hinterlegen. Am Freitag sagte ein Porsche-Sprecher, dass für den Steuerzahler daher kein Schaden entstehen würde. Außerdem laufen Verhandlungen zwischen Porsche und dem Emirat Qatar wegen eines möglichen Einstiegs bei Porsche.

Der Zwist zwischen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Ferdinand Piëch geht derweil in eine neue Runde: In einem Brief wehrt sich Wiedeking gegen Angriffe von Piëch, der als Großaktionär und Aufsichtsrat bei Porsche einen großen Einfluss bei Porsche ausübt. Piëch hatte Wiedeking im Mai bei einer Veranstaltung von VW öffentlich heftig kritisiert. Wiedeking warf nun Piëch vor, dass dessen Äußerungen unter Umständen geschäftsschädigend gewesen seien. Piëch habe als Aufsichtsrat besondere Pflichten, die er womöglich verletzt habe.

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