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Pharmazie Novartis- robust in turbulentem Umfeld

20.10.2008 ·  Ungeachtet aller Turbulenzen entwickelt sich Novartis operativ robust. Das Unternehmen hat kaum Schulden und blickt optimistisch nach vorne. Die Aktien konnten dem schwachen Markt weitgehend widerstehen. Sie sind vernünftig bewertet.

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Mit massiven Kursgewinnen von bis zu knapp zwölf Prozent sorgten am Freitag die Aktien von Novartis, Swisscom, Roche und Nestle dafür, dass der SMI am Verfallstag an den Terminbörsen einen satten Kursgewinn von 6,7 Prozent verbuchen konnte.

Ein Grund für die Kursgewinne mag die Erwartung sein, dass sich die Börsen mit zunehmender Wirkung der verschiedenen Rettungsmaßnahmen alleine schon aus technischen Gründen von den Kursverlusten der vergangenen Wochen erholen werden.

Robuste operative Entwicklung - niedrige Schulden...

Da gleichzeitig viele Anleger mit anhaltender Volatilität, restriktiveren Kreditvergabebedingungen und einer schwachen Konjunktur in der näheren Zukunft rechnen, tendieren sie dazu, auf Unternehmen mit einer robusten operativen Entwicklung und wenig Schulden zu setzen.

Dazu zählen unter anderem die Schweizer Pharmawerte Roche und Novartis. Der eine oder andere mag sogar darüber informiert gewesen sein, was am Montag bekannt wurde: Novartis hat im dritten Quartal von der Nachfrage nach Krebsmedikamenten und Impfstoffen profitiert und Umsatz sowie operatives Ergebnis deutlich gesteigert. Für das Jahr 2008 peilt Konzernchef Daniel Vasella weiterhin Rekordwerte bei Umsatz und Gewinn an, wie das Unternehmen am Montag in Basel mitteilte.

Die Prognose für das Pharmageschäft wurde erhöht, während Novartis den Ausblick für die Generikasparte Sandoz senkte. Diese Neuigkeit ist interessant und wichtig, da das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr 63 Prozent seiner Erlöse im Pharmageschäft erzielte, knapp 19 Prozent wurden mit Generika umgesetzt, 14,3 Prozent im Konsumentengeschäft und knapp vier Prozent mit Impfstoffen und im Diagnosebereich.

Im dritten Quartal verbuchte der Pharmakonzern einen Anstieg des operativen Ergebnisses um knapp 61 Prozent von 1,452 Milliarden amerikanischen Dollar im Vorjahr auf nunmehr 2,335 Milliarden Dollar. Die operative Marge konnte von 15,1 auf 21,7 Prozent gesteigert werden. Angetrieben von der Erholung in den Vereinigten Staaten stieg der Konzernumsatz um 11,8 Prozent auf 10,747 Milliarden Dollar. Der Überschuss erhöhte sich um 32,3 Prozent auf 2,082 Milliarden Dollar. Die unterdurchschnittliche Entwicklung des Nettogewinns ist auf einen höheren Steuersatz sowie auf gestiegene Finanzierungskosten für die Alconübernahme zurückzuführen.

... operative Effizienz und vernünftige Bewertung

Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben daran, in einem schwierigen Umfeld das Produktportfolio ständig zu verbessern. Dabei setzt man auf Innovationen und die Konzentration auf Märkte, die hohe Margen zulassen. Gleichzeitig soll die operative Effizienz verbessert werden.

Dazu soll weiterhin das Kosteneinspar- und Effizienzprogramm „Forward“ beitragen. In diesem liege die Umsetzung bereits über Plan: Es konnten Ersparnisse von 714 Millionen Dollar realisiert und das angestrebte Ziel von 670 Millionen Dollar damit übertroffen werden, teilte Novartis am Montag bei Vorlage seiner Zahlen für die ersten neun Monate mit. Insgesamt will Novartis mit „Forward“ bis 2010 Kosten in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar sparen.

Novartis geht davon aus, im Gesamtjahr sowohl auf der Umsatz- als auch der Gewinnseite neue Rekordwerte erreichen zu können. Auf diese Weise wird sich die robuste Entwicklung der vergangenen Jahre voraussichtlich fortsetzen. Nicht nur das macht die Aktie für langfristig orientierte Anleger interessant. Sondern mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 13,6 und 12,3 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr und einer Dividendenrendite von 2,7 Prozent ist das Papier vergleichsweise attraktiv bewertet.

Die Aktie schnitt in den vergangenen Jahren zwar schlechter ab als der Gesamtmarkt. Allerdings wurde der Gesamtmarkt getrieben von nicht wiederholbaren Tendenzen im Finanzbereich. Zum anderen schlägt sich das Papier in schwierigen Märkten deutlich robuster als der Rest. Das zeigte sich in den vergangenen Monaten, in denen sich der Kurs besser als der Markt entwickelte.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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