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Pharmazie Merck-Aktie profitiert kurzfristig von Transaktionsgerüchten

04.01.2007 ·  Mit Kursgewinnen von etwa vier Prozent reagiert die Aktie der Merck KGaA auf bisher unbestätigte Meldungen, sich vom Generikageschäft trennen zu wollen. Auf dieser Basis wird die Aktie etwas spekulativ.

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Mit Kursgewinnen von bis zu etwas mehr als vier Prozent reagiert die Aktie des Darmstädter Pharmakonzern Merck KGaA auf einen bisher unbestätigten Zeitungsbericht, nach dem sich das Unternehmen von seinem Geschäft mit patentfreien Nachahmermedikamenten, also dem Generikageschäft, trennen wolle.

Der Gesellschafterrat habe bereits die Suche nach einem Käufer abgesegnet, hieß es schon am Mittwoch unter Berufung auf Unternehmens- und Branchenkreise. Lege man die Bewertung anderer Generika-Transaktionen zugrunde, könne Merck mit einem Verkaufserlös von gut vier Milliarden Euro rechnen, hieß es weiter.

Generikaunternehmen werden derzeit hoch bewertet

Analysten der HVB wiesen darauf hin, dass bei den jüngsten Akquisitionen im Generikasektor für Unternehmen das Zwei- bis annähernd das Vierfache des Umsatzes gezahlt wurde. Danach würde die Generika-Sparte von Merck mit 3,7 Milliarden bis 7,3 bewertet werden. Mögliche Interessenten seien vor allem Finanzinvestoren.

Diese Strategie scheint, sollte sie sich bestätigen, auf den ersten Blick etwas verwunderlich zu sein. Denn die Generikaprodukte sollten nach bisherigen Prognosen aufgrund der Kostendämpfungsmaßnahmen im Gesundheitswesen deutliche Wachstumsraten verbuchen können. Allerdings drängten in den vergangenen Monaten zunehmend die etablierten Anbieter - wie etwas Novartis - auf diesen Markt, um bei Auslaufen von Patenten eigener, bisher geschützter Markenprodukte die Umsatzverluste zumindest teilweise auffangen zu können. Auf diese Weise wird der Wettbewerb immer härter.

Auf der anderen Seite führten die Übernahmeaktivitäten in diesem Bereich zu hohen Bewertungen. Genau davon scheint das Unternehmen nun profitieren zu wollen. „Merck ist daran interessiert, den Verkauf rasch anzustoßen“, sagte eine mit dem Unternehmen vertraute Person am Donnerstag. Derzeit seien hohe Bewertungen für Geschäfte mit Nachahmermedikamenten zu erzielen. Das wolle Merck ausnutzen. „In ein oder zwei Jahren könnten die Bewertungen möglicherweise wieder ganz anders ausschauen“, sagte der Insider.

Weitere Strategie ist bisher ergebnisoffen

Merck wollte zu den Informationen keine Stellung nehmen. Das Unternehmen baut sein Geschäft mit Originalpräparaten derzeit deutlich aus und ist dabei, für rund elf Milliarden Euro das Schweizer Biotechunternehmen Serono übernehmen. Eine etwas riskante Strategie, hängt doch der Seronoumsatz bisher stark von einem einzelnen Produkt ab. Möglicherweise ist der kolportierte Verkauf eines Unternehmensteils jedoch nur der Auftakt zu einer längerfristig orientierten Ausrichtung darauf, künftig verstärkt neue und vor allem auch margenträchtigere Produkte entwickeln zu wollen.

Ob diese Strategie aufgehen wird, dürfte sich erst noch zeigen müssen. Auf dieser Basis wird die Aktie etwas spekulativ. War die Bewertung bisher relativ vernünftig, so bleibt offen, wie nach eventuellen Transaktionen die potentielle Ertragsentwicklung aussehen wird. Charttechnisch konsolidiert das Papier auf hohem Niveau.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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