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Pharmazie Gute Ergebnisse treiben teure Novartis-Aktie weiter

18.10.2005 ·  Gute Ergebnisse für das dritte Quartal hat der schweizer Pharmakonzern Novartis am Dienstag vorgelegt. Indes begrenzt eine hohe Bewertung das kurzfristige Potential der Aktie.

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Gute Zahlen für das dritte Quartal könnten am Dienstag die Novartis-Aktie beflügeln, so die Meinung am Markt. Der Pharmakonzern hat den Reingewinn im dritten Quartal 2005 um 13 Prozent auf 1,67 Milliarden Dollar gesteigert und damit die Analystenerwartungen übertroffen.

Novartis bestätigte zudem die Ertragsprognosen für das Gesamtjahr. Die Belastungen aus der Übernahme der Generika-Hersteller Hexal und Eon Labs werden zudem geringer ausfallen als bisher angenommen.

Schönheitsfehler im Bereich Consumer Health

Der Konzern-Nettoumsatz wuchs im Berichtsquartal um 19 Prozent auf 8,42 Milliarden Dollar, wobei sich die Erlöse in der wichtigsten Sparte Pharma um zehn Prozent auf 5,09 Milliarden Dollar erhöhten. In Franken betrug das Umsatzwachstum im Konzern 18 Prozent und im Pharmabereich neun Prozent. Analysten hatten den Konzernumsatz auf 8,29 Milliarden Dollar.

Der operative Gewinn erhöhte sich um 17 Prozent auf 1,89 Milliarden Dollar und blieb damit hinter dem Umsatzwachstum zurück. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Quartalsgewinn von 1,77 Milliarden Dollar gerechnet. Im unterproportionalen Ergebnisanstieg spiegelt sich zum einen ein Ergebnisrückgang im Bereich Consumer Health, in dem vor allem rezeptfreie, apothekenpflichtige Produkte zur Selbstmedikation zusammengefaßt sind.

In diesem Bereich machte Novartis ein verstärkter Wettbewerbsdruck in den Vereinigten Staaten und Frankreich zu schaffen. Außerdem führten geänderte Kostenerstattungsrichtlinien in Deutschland bei der Einheit Medical Nutrition zu einem nur niedrigen Wachstum. Geringer als erwartet fielen auch die Umsätzen in Amerika im Bereich Tiergesundheit aus. Zum anderen führte die Neubewertung von Akquisitionen und höhere Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte im Zusammenhang mit den Übernahmen bei Sandoz zu einer Erhöhung der Herstellungskosten der verkauften Produkte.

Hexal und Eon Labs machen sich besser als erwartet

Im Gesamtjahr erwartet Novartis auf Konzernebene und in der Pharma-Division weiterhin ein währungsbereinigtes Nettoumsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. Beim operativen Ergebnis und beim Reingewinn wird unverändert mit Rekordwerten
gerechnet, wobei in diesem Ausblick die Auswirkungen der Übernahmen von Hexal und Eon Labs nicht berücksichtigt sind.

Neu ist indes, daß Novartis mit einem geringer als bisher angenommenen negativen Nettoeffekt auf das operative Ergebnis rechnet. Dieser wird jetzt mit 75 bis 150 Millionen Dollar angegeben. Der geschätzte negative Einfluß auf den Reingewinn des Konzerns dürfte 175 Millionen bis 250 Millionen Dollar betragen statt der bisher angenommenen 250 Millionen bis 350 Millionen Dollar.

Die Integration der deutschen Hexal und der amerikanischen Eon Labs bei der Generika-Tochter Sandoz schreite rapide voran, so Novartis. Angesichts der im dritten Quartal erstmals konsolidierten Übernahmen verdoppelte sich der Sandoz-Umsatz in lokalen Währungen auf 1,5 Milliarden Dollar. Unter Ausschluß der Übernahmen resultierte ein Umsatzplus von neun Prozent.

Novartis-Chef Daniel Vasella äußerte sich zufrieden: „Angesichts der soliden Resultate der
ersten neun Monate sind wir zuversichtlich, daß wir unsere Ziele für das Gesamtjahr
erreichen und sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn neue Rekordergebnisse erziele werden.“

Hohe Bewertung dämpft kurzfristiges Kurspotential

Die Geschäfte bei Novartis laufen gut, von kleineren Schönheitsfehlern einmal abgesehen, die das gute Bild nicht nachhaltig zu trüben vermögen. Analyst Karl Heinz Koch von Lombard Odier Darier Hentsch verwies am Dienstag morgen auf die überragende operative Marge der Pharmasparte, die sich um 2,8 Prozentpunkte auf 33 Prozent verbessert habe. Der Markt habe mit einer Ziffer unter 30 Prozent gerechnet.

Das alles ist gut und schön, doch die guten Ergebnisse haben ihren Preis - zumindest für die Aktionäre. Aktuell wird die Novartis-Aktie mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen für das laufende Geschäftsjahr von 20 und das kommende Geschäftsjahr von 17 bewertet. Das ist deutlich teurer als es viele Papiere der europäischen Konkurrenten wie Schering, Sanofi-Aventis, Novo Nordisk oder Bristol-Myers Squibb sind.

Für die Aktie spricht dagegen ein Aufwärtstrend, der seit Anfang 2003 anhält und der in diesem Jahr an Dynamik und Stabilität gewonnen hat. Derzeit notiert die Aktie auf einem Drei-Jahres-Hoch und visiert bei einem Kurs von 65,65 Franken das Vier-Jahres-Hoch bei 69,10 Franken an. Langfristig sind die Aussichten der Aktie sicherlich gut. Indes täte ihr eine kleine Pause gut, damit die Bewertung nicht allzuweit vorausläuft.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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