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Pharmahandel Celesio-Aktie dem MDax voraus und auf Rekordhoch

15.09.2005 ·  Analystenstimmen zu Celesio sind in jüngster Zeit moderat ausgefallen. Das hat die Notiz des Pharmahändlers aber nicht davon abgehalten, auf ein Rekordhoch zu laufen. Und neuerdings eilt sie dem bullenstarken MDax auch voraus.

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Als größter Arzneimittelhändler Europas bringt Celesio eine enorme Marktmacht mit. Dem entspricht ein schweres Gewicht im Mittelwerte-Index MDax. Nun ist schiere Größe keine Garantie für Geschäftserfolg. Doch Celesio versteht den Pharmahandel.

Dies folgt aus der Entwicklung der Geschäftszahlen. Seit dem Jahr 2000 hat das Unternehmen den Umsatz stetig gesteigert und mit Ausnahme des Jahres 2001 auch das Ergebnis je Aktie. Gleichzeitig erhöhte Celesio schrittweise die Dividende von 77 Cent zur Jahrtausendwende auf zuletzt 1,20 Euro.

Die schöne Geschäftsentwicklung spiegelt sich auch im Verlauf des Aktienkurses wider. Zwar hat sich die Notiz der Baisse vom Sommer 2001 bis März 2003 nicht entziehen können. Doch binnen fünf Jahren hat sich die Aktie um 85 Prozent verbessert, wobei in den vergangenen zwölf Monaten ein Plus von 35 Prozent aufgelaufen ist. Zwar liegt Celesio mit Blick auf diesen Zeitraum etwas hinter dem MDax, der um 40 Prozent zugelegt hat. Doch seit neuestem eilt die Aktie dem Index voraus: sowohl die Monats- als auch die Wochenbilanz sind positiv.

Dabei ist Celesio mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 15,8 für dieses Jahr und 14,2 für 2006 zwar etwas teurer als Mitbewerber Andreae-Noris Zahn (Anzag) und Sanacorp, aber günstiger bewertet als der MDax (17,3/15,2). Und der Trend spricht ohnehin für Celesio: Die Notiz ist am Mittwoch auf ihr Rekordhoch von 73,90 Euro gelaufen und wird am Donnerstag vorbörslich höher gestellt. Insofern fiel die Prognose von FAZ.NET im Mai zu zurückhaltend aus.

Vorstand für das zweite Halbjahr recht zuversichtlich

Seinerzeit hatte der Pharmahändler mit den Zahlen zum ersten Quartal die Analysten aber auch nicht ganz zufrieden gestellt. Die Geschäftsentwicklung in den ersten sechs Monaten überzeugte indes die Marktteilnehmer unter dem Strich. Celesio hat im ersten Halbjahr Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert und die Erwartungen der Analysten leicht übertroffen. Zwischen Januar und Ende Juni stiegen die Erlöse in lokaler Währung um 7,2 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro. Von dpa-AFX befragte Experten hatten im Durchschnitt mit 9,961 Milliarden Euro gerechnet.

Für den Rest des Jahres gab sich der Vorstand vorsichtig optimistisch. In allen drei Geschäftsbereichen erwartet er nachhaltiges Wachstum. Die Großhandelssparte werde voraussichtlich mit dem Marktwachstum Schritt halten, das Apothekengeschäft sogar besser abschneiden als die übrige Branche.

Zu kämpfen habe Celesio allerdings mit sinkenden Preisen auf dem britischen Markt. Der europäische Pharmamarkt werde im laufenden Jahr vermutlich um rund fünf Prozent wachsen. Im zweiten Halbjahr werde sich das Gewinnwachstum verlangsamen, sagte Vorstandschef Fritz Oesterle. Dennoch sei vor Steuern immer noch mit einem leicht zweistelligen Plus zu rechnen. Die Rohertragsmarge werde sich voraussichtlich auf dem Niveau der ersten sechs Monate stabilisieren.

Die meisten Kursziele überflügelt

Analysten äußerten sich in Kommentaren zum Halbjahresergebnis durchaus wohlwollend. Ausgesprochen „bullish“ sind sie aber nicht gestimmt. Die NordLB hat ebenso wie die Landesbank Rheinland-Pfalz den Titel bei einem Kursziel von 73 Euro auf „Halten“ zurückgestuft und auf die im Branchenvergleich etwas höhere Bewertung verwiesen. Die Hamburger Sparkasse gibt zu bedenken, daß weitere Reformen auf dem Gesundheitssektor mit Blick auf Celesio kritisch zu sehen seien. Eine optimistische Stimme kommt von Merck Finck & Co: Das Haus empfiehlt weiter, Celesio zu kaufen, und nennt ein Kursziel von 80 Euro. Independent Research hat jüngst geraten, den Titel zu „akkumulieren“. Den fairen Wert sieht das Analysehaus bei 73,70 Euro.

Zu übersehen ist mithin nicht: Die Celesio-Aktie bewegt sich inzwischen oberhalb der von den meisten Analysten markierten Kursziele. Diese Tatsache schadet der Notiz bisher aber nicht. Dies mag damit zusammenhängen, daß sich Celesio als zuverlässiges Unternehmen erwiesen hat; nicht von ungefähr setzen die erfolgreichen Fondsmanager von FPM seit längerem auf die Aktie. Wer die Aktie im Portfolio hat, sollte die Gewinne laufen lassen, solange der Trend stimmt. Und dieser wäre erst bei einem Fall unter 66 Euro gefährdet.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi
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