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Mittwoch, 15. Februar 2012
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Pharma “Medikamentenpleite“: Aktie von Merck & Co gibt ab

30.09.2004 ·  Der Rückzug eines Medikaments kostet den amerikanischen Pharmariesen Merck & Co. Umsatz und Ertrag. Die Aktie reagiert mit einem massiven Kurseinbruch. Bleibt zu hoffen, daß die erreichte Unterstützungszone hält.

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Biotechnologie- und manchmal auch große Pharmaunternehmen sind stark auf die erfolgreiche Entwicklung neuer Produkte mit großem Umsatzpotential angewiesen. Nur dann können sie ihre Umsatze steigern und gute Gewinne erzielen. Denn da der Patentschutz zeitlich befristet ist, gehen die Umsätze und die Margen bei älteren Produkten danach zurück.

Scheitert die Genehmigung eines Produktes oder muß es nach massiven Vorleistungen gar nach kurzer Laufzeit vom Markt genommen werden, dann können die Aktien der Unternehmen darauf massiv reagieren. Denn die Kosten sind schon aufgelaufen, während der Ertrag ausfällt. Das ist ein doppelt negativer Effekt.

Merck-Aktie verliert nach Medikamentenrückzug massiv an Wert

Genau diese Reaktion läßt sich am Donnerstag bei der Aktie des amerikanischen Pharmakonzerns Merck & Co. beobachten. Sie verliert an der Wall Street bis zu knapp 28 Prozent auf bis zu 32,46 Dollar je Aktie im Tagestief. Denn das Unternehmen hat sein Arthrosemedikament Vioxx weltweit vom Markt genommen. Das Unternehmen verwies am Donnerstag auf Ergebnisse einer Studie, wonach durch das Mittel das relative Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steige. Das Medikament mit dem Wirkstoff Rofecoxib ist in Deutschland als Suspension und Tablette beispielsweise zum Einsatz gegen Arthrose, rheumatoide Arthritis und Schmerzen zugelassen.

Das ist ein herber Schlag für das Unternehmen. Denn das Medikament Vioxx erbrachte im vergangenen Jahr einen weltweiten Umsatz von 2,5 Milliarden Dollar oder umgerechnet etwas mehr als zwei Milliarden Euro. Es war damit eines der wichtigsten „Umsatzbringer“ für Merck. So dürfte es nicht verwundern, daß das Unternehmen mit Blick auf den Verkaufsstopp auch eine Gewinnwarnung herausgab. Der Gewinn je Aktie kann nach Unternehmensschätzungen um 50 Cent bis 60 Cent reduziert werden. Bisher hatte das Unternehmen einen Gewinn von 3,11 Dollar bis 3,17 Dollar je Aktie für das Gesamtjahr 2004 prognostiziert.

Deutlicher Umsatzeinbruch - zerstörter Chart

Der Umsatzverlust wird allein im vierten Quartal dieses Jahres auf 700 Millionen Dollar bis 750 Millionen Dollar geschätzt. Das ist deutlich, muß aber noch nicht alles sein. Denn Branchenkenner rechnen - ähnlich wie bei Bayer nach dem Rückzug eines Cholesterinmedikaments - mit kostspieligen Klageaktionen gegen Merck und hohen Schadenersatzforderungen betroffener Patienten. Auch die gesamte Branche könnte beunruhigt werden. Denn die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA möchte nun auch vergleichbare Produkte anderer Hersteller untersuchen.

Mit einem Kurs-Gewinnverhältnis von 13 auf Basis einer angepaßten Gewinnschätzung scheint die Aktie nicht sonderlich teuer zu sein. Mittlerweile stellt sich bei Pharmaunternehmen immer mehr die Frage, wie viele solche Ereignisse in Zukunft denkbar sind. Sollten sie häufiger auftreten, müßten wohl die Risikoprämien erhöht werden. Der Chart zeigt schon länger ein gesundes Mißtrauen des Marktes gegen das Unternehmen. Denn die Aktie befand sich in einem langfristigen Abwärtstrend, von dem sie sich selbst im vergangenen Jahr nur vorübergehend erholen konnte.

Mit dem aktuellen Kursverlust erreicht der Wert den tiefsten Stand seit acht Jahren. Charttechnisch befindet er sich auf einer Unterstützungszone. Sollte sie nicht halten, wären weitere Kursverluste auf bis zu 25 Dollar denkbar. Denn auf diesem Niveau läge die nächste Unterstützung.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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