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Pharma & Chemie Altana-Aktie offenbar nicht stark genug für Sprung über Widerstand

17.03.2005 ·  Altana hat 2004 mehr verdient als erwartet und will zum neunten Mal in Folge die Dividende erhöhen sowie weiter wachsen. Analysten reagieren mit Beifall, doch die Aktie verliert. So droht die Notiz an einem Widerstand abzuprallen.

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Altana ist ein Phänomen. Der Bad Homburger Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana hat in den vergangenen Jahren stetig den Umsatz und, mit Ausnahme von 2002, auch den Ertrag gesteigert. 2004 bildete keine Ausnahme von der Regel: Altana konnte dank abermals starker Geschäfte mit seinem Magen-Medikament Pantoprazol einen Gewinnsprung verzeichnen.

Die Aktionäre sollen für 2004 eine deutlich höhere Dividende erhalten. Zudem blickt der Konzernvorstand um Nikolaus Schweickart zuversichtlich auf das laufende Jahr. Altana will weiter wachsen, sowohl im Arzneimittel- als auch im Chemiegeschäft. Das gilt auch und gerade für Pantoprazol.

Analysten reagieren mit Beifall: Sal.Oppenheim hat den fairen Wert deutlich hochgestuft, die DZ Bank eine Kaufempfehlung ausgesprochen, da sie die Aktie ebenfalls als unterbewertet ansieht. Gleiches gilt für die Landesbank Rheinland-Pfalz. Doch die Börse hält sich nicht an diese Meinungen. Schon eher folgt sie der Ansicht von Helaba Trust, die die Altana-Aktie wegen eines als gedämpft eingestuften Ausblicks als Verkauf ansieht. Der Titel verliert knapp 0,5 Prozent auf 47,14 Euro. Gemessen an anderen Pharmaaktien ist er nicht teuer, aber höher bewertet als der Dax. Charttechnisch gesehen befindet sich die Notiz in einer kitzligen Lage. Zwar hat sie zuletzt einen Aufwärtstrend verzeichnet, droht nun aber am Widerstand bei 48 Euro zu scheitern; an dieser Marke ist sie zuletzt im Oktober abgeprallt.

Dividende soll um 14,4 Prozent steigen

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe binnen Jahresfrist um zehn Prozent auf 617 Millionen Euro zugelegt, teilte Altana laut Reuters mit. Analysten hatten nach Schätzungen von Reuters mit 609 Millionen Euro gerechnet. Der Konzernüberschuß kletterte um 13 Prozent auf 391 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie von 2,88 Euro übertraf die Prognose von 2,79 Euro klar. Den Aktionären stellte der Vorstand eine von 83 Cent auf 95 Cent erhöhte Dividende in Aussicht, ein Plus von 14,4 Prozent. Dies ist die neunte Dividendenerhöhung in Folge. Die Dividendenredite steigt von 1,7 Prozent auf gut zwei Prozent.

Für das laufende Jahr stellte der Konzern einen weiteren Anstieg des Ergebnisses in Aussicht. Bei Altana Pharma werde mit stabilen Erträgen gerechnet. Auch in der Chemiesparte sollen die Erlöse - auch durch Akquisitionen - weiter zulegen, wobei zudem ein Ergebnisanstieg erwartet wird. Die Umsätze mit Pantoprazol sollen in gleichem Maße steigen wie im vergangenen Jahr, als der Eigenumsatz mit dem Säurehemmer um neun
Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zugenommen hatte.

Analysten spenden Beifall

Die Analysten von Sal. Oppenheim haben die Aktie des Bad Homburger Pharma- und Spezialchemiekonzerns Altana auf „Buy“ von „Neutral“ nach oben gestuft. Die Schätzung für den fairen Wert der Aktie sei zugleich auf 54 Euro von bislang 49 Euro angehoben worden, teilte Sal.Oppenheim am Mittwoch mit. Die Hochstufung spiegele das wachsende Vertrauen in die Stabilität des Magenmittels Pantoprazol wider. Zudem hätten sich die Perspektiven für das neue Atemwegspräparat Daxas aufgehellt. Bei 54 Euro sieht auch die Landesbank Rheinland-Pfalz das Papier als fair bezahlt an und sieht es als „Outperformer“ an, das wie in den jüngsten drei Monaten den Dax schlagen wird. Die DZ Bank votiert mit Kaufen und nennt ein Kursziel von 53 Euro.

Doch um in diese Kursregion vorstoßen zu können und ein ermutigendes Signal zu senden, muß die Aktie zwingend den Widerstand bei 48 Euro herausnehmen. Ein Kaufsignal wäre aber erst ein Sprung über das Zwölfmonatshoch bei gut 53 Euro, das ebenfalls einen Widerstand darstellt. Umgekehrt ist die Aktie bei 46 Euro recht gut unterstützt. Dort hat sie sich seit Ende Februar zweimal gefangen und ist wieder nach oben gelaufen. Mehr als Halte-Position ist der Titel angesichts der aktuellen Kursreaktion nicht.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi mit Reuters
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