27.01.2005 · Altana hat abermals den Gewinn gesteigert, will die Dividende kräftig erhöhen sowie weiter wachsen. Diese Gemengelage dürfte die neutral bewertete Aktie kurzfristig stützen. Zuletzt ließ sie aber eine klare Richtung vermissen.
Der Bad Homburger Pharma- und Spezialchemiekonzern darf mit Fug und Recht als sehr gut geführtes Unternehmen bezeichnet werden. Mehrheitlich in Familienhand, legte der Vorstand in den vergangenen Jahren, abesehen von der 2002 erlittenen Delle, einen Rekordgewinn nach dem anderen vor. Zudem hat Altana achtmal die Dividende erhöht. Und daran ändert sich zumindest vorerst nichts: Auch im abgelaufenen Jahr hat das Unternehmen seinen Gewinn erheblich gesteigert - und zwar über die eigene Prognose hinaus. Angesichts dessen will Altana seine Aktionäre „wie in den vergangenen Jahren an der positiven Ergebnisentwicklung in vollem Umfang“ teilhaben lassen.
Nach vorläufigen Angaben ist der Gewinn unter dem Strich im Vergleich zum Vorjahr um einen zweistelligen Prozentsatz gestiegen; 2003 hatte Altana gut 345 Millionen Euro verdient und eine Dividende von 83 Cent je Aktie gezahlt. Mit Blick auf das laufende Jahr sagt der Vorstand um Chef Nikolaus Schweickart voraus, auf dem Wachstumskurs zu bleiben. Der Konzern, der 2004 auch in Deutschland wieder Mitarbeiter eingestellt hat, wolle weiter kräftig in Anlagen und Forschung investieren.
In beiden Geschäftsfeldern gewachsen
Starke Geschäfte mit seinem Magenmittel Pantoprazol haben Altana im vergangenen Jahr den über den bisherigen Planungen liegenden Ergebniszuwachs beschert. Es zeichne sich ein Gewinn vor Steuern von 620 Millionen Euro ab, teilte Altana am Donnerstag mit. Zuvor waren rund 600 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden. Den Konzernumsatz bezifferte Altana für das vergangene Jahr mit 2,963 Milliarden Euro, ein Plus von acht Prozent. Reuters-Daten zufolge hatten 26 Analysten im Schnitt einen Umsatz von 2,97 Milliarden Euro erwartet.
Altana ist in beiden Geschäftsfeldern gewachsen, wobei die kleinere Chemiesparte relativ stärker zugelegt hat. Die Pharmasparte erwirtschaftete einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von sieben Prozent entspricht. Der weltweite Marktumsatz - einschließlich aller Vertriebspartner - mit dem Top-Medikament Pantoprazol lag bei 2,5 Milliarden Euro, ein Plus von sechs Prozent. Den Eigenumsatz mit dem Säurehemmer bezifferte Altana auf 1,2 Milliarden Euro, was einer Steigerung von neun Prozent gleichkommt. Die Chemiesparte habe beim Umsatz um 13 Prozent auf 854 Millionen Euro zugelegt.
Vorbörslich im Plus - Analysten bei Bewertung der Aktie uneins
Vorbörslich werden die Zahlen von Altana positiv gesehen. Die Aktie legt beim Wertpapierhandelshaus Lang & Schwarz um 0,3 Prozent zu, nachdem sie am Mittwoch um knapp 1,5 Prozent auf 44,88 Euro gestiegen war. Analysten bewerten das Unternehmen, das noch in diesem Monat sein neues Lungenmedikament in Europa einführen wird, unterschiedlich. Während Helaba Trust mit „verkaufen“ votiert, sieht Equinet den Titel wie Merrill Lynch als Kauf an und beziffert seinen Wert auf 54 Euro; das neue Mittel biete „Überraschungspotential“, meint Equinet, während Helaba Trust zurückhaltender ist.
Dazu paßt der ziemlich kurvenreiche Kursverlauf der etwas hinter dem Dax her hinkenden Altana-Aktie in den vergangenen Monaten: Der Titel kennt keine klare Richtung; der übergeordnete Trend ist seit Sommer 2003 negativ. Aktuell gibt es aber Hoffnungszeichen: Aus dem seit Ende Mai vergangenen Jahres ausgebildeten Abwärtstrend lugt die Aktie heraus, da sie seit Anfang November um fast 14 Prozent zugelegt hat. Die neuen Nachrichten dürften dem Titel einen (kleinen) Schub geben. Denn die derzeit bei 1,85 Prozent liegende Dividendenrendite wird steigen und dürfte über den entsprechenden Werten der Konkurrenz von Bayer (2,0) und Schering (1,77) liegen. Und da viele Anleger dieses Jahr besonders auf die Dividende und nachhaltige Steigerungen achten, ist dies ein Pluspunkt.
Im Vergleich zur Konkurrenz etwas unterbewertet
Dabei ist Altana mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16,5 für 2004 und 15,1 für das laufende Jahr neutral bewertet und etwas teurer als der Dax, der auf ein KGV von etwa zwölf kommt. Im Vergleich mit Bayer (38,4/24,5) und Schering (19,3/16,4) ist Altana hingegen unterbewertet und hat insofern etwas Nachholpotential. Independent Research beziffert das Kurspotential wie Merrill Lynch (Kursziel: 50 Euro) auf sieben Prozent.
Ob die Aktie dieses auch nutzt, ist eine andere Frage. Letztlich wird der Chart anzeigen, wohin es mit dem Titel geht. Wenn er den Widerstand bei 47/48 Euro aus dem Weg räumt, dürfte er gute Chancen auf einen weiteren Anstieg haben. Der nächste charttechnische Widerstand lauerte dann erst bei 53/54 Euro. Bis klar, wohin die Reise geht, sollten sich Anleger besser bedeckt halten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |