20.06.2008 · Mit Plasmaderivaten lässt sich gutes Geld verdienen. Davon profitiert das spanische Unternehmen Grifols, das Umsätze und Gewinne deutlich steigern kann. Die Aktie ist optisch kein Schnäppchen, aber Grifols hat Preissetzungsmacht.
Die Suche nach günstigen Aktien ist im Moment nicht einfach. Denn entweder gehören die Werte, die gut laufen, zu jenen Branchen, die in den vergangenen Jahren aufgrund der steigenden Preise im Energie- und Rohstoffbereich bekannt und bei Anlegern beliebt geworden sind. Allerdings besteht inzwischen das Risiko, dass die Erwartungen zu hoch und die etablierten Trends reif für eine Korrektur geworden sind.
Werte anderer Branchen sehen zwar bisweilen optisch selektiv sehr gut aus. Allerdings sind sie zumindest auf den ersten Blick nicht sonderlich günstig zu haben. Dazu gehören die Papiere des spanischen Blutplasma-Unternehmens Grifols. Sie befinden sich schon seit Monaten unbeirrt von aller Volatilität an den Börsen in einem eindrucksvollen Aufwärtstrend, in dem sie in den vergangenen beiden Jahren knapp 300 Prozent zugelegt haben.
Optisch sieht die Aktie zunächst nicht sonderlich günstig aus ...
Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 47,4 sowie 32,8 und 24,4 auf Basis des im vergangenen Geschäftsjahr abgelieferten Gewinns und auf Basis der Schätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr erscheinen die Aktien zunächst nicht sonderlich günstig zu sein. Allerdings zeigen schon diese Zahlen, was der Markt vom Unternehmen erwartet: Deutliches und vor allem auch profitables Wachstum.
Solche Erwartungen lassen sich mit Blick auf die operative Entwicklung der vergangenen Jahre und den aktuellen Ausblick rechtfertigen. Immerhin konnten in der Vergangenheit die Umsätze im Trend gesteigert werden, während gleichzeitig der Gewinn je Aktie deutliche zulegte. Im vergangenen Jahr legten die Umsätze im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 8,5 Prozent auf 703,3 Millionen Euro zu, während der Gewinn um 94,2 Prozent auf 41,4 Cent je Aktie gesteigert werden konnte.
Im laufenden Jahr setzt sich die positive Entwicklung fort. Der Umsatz stieg im ersten Quartal im Vergleich zur Vorjahresperiode um 10,9 Prozent auf 210,7 Millionen Euro, der Gewinn um 33 Prozent auf 31,1 Millionen Euro. Auf vergleichbarer Basis und bei konstanten Wechselkursen hätte der Umsatzzuwachs sogar 22 Prozent betragen. Das in Barcelona ansässige Unternehmen versucht, Dollarrisiken durch natürliches Hedging auszugleichen, indem es seine Rohstoffe verstärkt im Dollarraum einkauft.
... allerdings kann Grifols bei steigenden Umsätzen die Margen verbessern
Grifols kann nicht nur deutlich wachsen, sondern hat aufgrund der Nachfrage auch Preissetzungsmacht. Das führt zumindest gegenwärtig dazu, dass bei wachsenden Umsätzen auch die Margen verbessert werden können. So legte die Netto-Umsatzrentabilität in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres von 12,8 auf 15,4 Prozent zu. Knapp 54 Prozent der Erlöse kamen aus der Europäischen Union, 32,5 Prozent aus den Vereinigten Staaten und knapp 14 Prozent aus der restlichen Welt.
Das Management des Unternehmens blickt sehr optimistisch in die Zukunft. Da die Nachfrage nach Blutplasmaprodukten größer sei als das Angebot, sei neben weiterem Wachstum auch eine weitere Verbesserung der Margen zu erwarten, erklärte Nuria Pascual, Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden in einem Interview. Das Unternehmen werde in den kommenden fünf Jahren 400 Millionen Euro investieren, um die produzierten Mengen zu steigern.
Grifols besteht aus einer Gruppe von Unternehmen, die sich mit der Erforschung, der Entwicklung und der Produktion von Plasmaderivaten, intravenösen Therapien, lateraler Ernährung, Diagnosesystemen und medizinischen Materialien beschäftigt. Der größte Teil der Erlöse stammt aus dem erstgenannten Bereich. Aufgrund der Wachstumsmöglichkeiten sowie der unzyklischen Entwicklung des Geschäftes und des Trends bietet die Aktie noch gewisse Reize, auch wenn man keineswegs von einem Schnäppchen reden kann. Absicherungsstrategien gegen Enttäuschungen können jedoch grundsätzlich nie schaden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |