22.02.2007 · Der Dax hat seit Beginn der laufenden Hausse stärker zugelegt als die Indizes anderer Industrieländer. Einzig die Schwellenmärkte entwickeln sich ähnlich gut. „Aktien bleiben attraktiv“, sagt Aktienstratege Bernd Meyer.
Kaum eine Region auf der Welt ist für Anleger in den vergangenen vier Jahren lukrativer gewesen als Deutschland. Wer genau am 12. März 2003 den Wendepunkt des Deutschen Aktienindex Dax nach drei Jahren Baisse erwischt hatte - damals stand der Dax bei 2189 Punkten -, hätte bis heute einen Wertzuwachs von 217 Prozent erzielen können. Dies ist deutlich mehr, als die Leitindizes in den anderen Industrieländern geschafft haben. Die deutschen Nebenwerte aus M-Dax und S-Dax haben sich sogar noch besser entwickelt.
Für die gute Entwicklung deutscher Aktien gibt es im Wesentlichen drei Gründe: In der Baisse, die am 7. März 2000 bei einem Dax-Stand von 8136 Punkten ihren Anfang nahm und bis zu ebenjenem 12. März 2003 reichte, verlor der Dax 73 Prozent und damit weit mehr als die Indizes der anderen Industrieländer. Es gab also ein hohes Aufholpotential. Außerdem profitieren gerade die deutschen Unternehmen von dem exzellenten weltwirtschaftlichen Umfeld.
Gesteigerte Produktivität
In kaum einem Land sind die Unternehmen so von Exporten abhängig. Nur 30 Prozent der Umsätze der Dax-Unternehmen werden im vergleichsweise schwach wachsenden Deutschland erzielt. Der dritte Grund für den steilen Anstieg deutscher Aktien sind die Fortschritte innerhalb der Großunternehmen. Sie haben durch Rationalisierungen ihre Produktivität gesteigert und sind so profitabler geworden.
Gleichwohl war es nicht gleichgültig, an welchem der 30 Unternehmen im Dax sich die Anleger beteiligt haben. 24 Prozent Kursgewinn schafften seit dem 12. März 2003 Altana-Aktionäre, 47 Prozent jene der Deutschen Telekom und 736 Prozent die glücklichen Besitzer von Continental-Papieren.
Starke Volkswirtschaft: Bauboom in Spanien
Ein Blick auf die Gewinner ergibt ein buntes Bild: An der Spitze folgen einem Reifenhersteller ein Nutzfahrzeugbauer, eine Bank, ein Stahlkocher, ein Börsenbetreiber, ein Chemiekonzern und ein Energieproduzent. Einzig Werte, die dem Technologiesektor zugeordnet werden, wie SAP, Siemens oder Infineon, finden sich nicht in der Spitzengruppe.
Gleichwohl bleibt der Dax deutlich von seinem absoluten Höchststand des Jahres 2000 von 8136 Punkten entfernt. Andere Indizes in Industriestaaten waren besser. So hat der amerikanische Dow Jones Index sein Hoch aus dem Jahr 2000 längst hinter sich gelassen. Auch der Schweizer SMI und der spanische Ibex befinden sich auf Allzeithochs. Die spanischen Unternehmen profitierten von dem seit Jahren überdurchschnittlichen Wachstum ihrer Volkswirtschaft, mit dem ein Bauboom einherging. Auch der Übernahmekampf um den Energiekonzern Endesa verhalf dem Ibex zu stets neuen Höhen.
„Fair bewertete Aktien“
Ebenfalls auf neuen Allzeithochs befinden sich die deutschen Indizes für kleine und mittlere Unternehmen. Lange wurden diese Aktien als langweilig gemieden. Mittlerweile haben sie den Dax-Unternehmen längst den Rang abgelaufen. Sie gelten als hochprofitabel, sind oft Weltmarktführer in attraktiven Nischen, und deren Aktien waren zudem lange Zeit vergleichsweise günstig zu haben.
Mittlerweile gilt jedoch für sie wie auch für die großen Werte: Ein Schnäppchen sind die Papiere nicht mehr. „Die Aktien sind noch nicht teuer, sondern fair bewertet“, sagt Bernd Meyer, Aktienstratege bei der Deutschen Bank. „In einem Umfeld globalen Wachstums werden die Gewinne weiter steigen, und Aktien bleiben attraktiv.“
Ähnlich attraktiv wie deutsche Aktien fanden die Anleger in der Vergangenheit Werte aus den Volkswirtschaften der Emerging Markets. Länder wie China oder Indien weisen seit Jahren enorm hohe Wachstumsraten auf. Die Aussicht auf eine weitere Aufholjagd gegenüber den nach wie vor um ein Vielfaches reicheren Volkswirtschaften der Industrieländer hat viele Anleger Aktien aus diesen Ländern kaufen lassen. Trotz vielfacher Warnungen ist eine deutliche Korrektur an diesen Börsen bislang ausgeblieben (siehe auch: Sirenenruf der Exotenmärkte).
Tolle Ausschüttungen!
Fionn Huber (fionn)
- 22.02.2007, 10:51 Uhr
Produktivität: Deutschland hat die USA überholt
Fionn Huber (fionn)
- 22.02.2007, 12:35 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |