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Optionsscheine Nützliche Formeln zur Berechnung

 ·  Ohne rechnerisches Basiswissen lässt sich mit Optionsscheinen kaum etwas anfangen: die grundlegenden Formeln.

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Wer sich mit Optionsscheinen beschäftigt, der benötigt natürlich auch ein paar Anhaltspunkte, an denen er sich bei der Einschätzung seiner Chancen orientieren kann.

FAZ.NET stellt die wichtigsten vor. Beispielsweise die zur Berechnung des inneren Wertes: Liegt der aktuelle Kurs einer Aktie über dem Bezugskurs, so besitzt eine Kaufoption bei sofortiger Ausübung einen inneren Wert. Der ist per Definition immer positiv oder gleich Null.

Innerer Wert einer Kaufoption:

Liegt beispielsweise eine Aktie bei 120 Euro und der Bezugskurs bei 100 Euro, so hat die Option einen inneren Wert von 20 Euro. Bei einem Bezugsverhältnis von 0,1 (1:10) hätte jeder Schein einen inneren Wert von Zwei.

Innerer Wert einer Verkaufsoption:

Da ein Put auf fallende Kurse einer Aktie setzt, muss er natürlich umgekehrt berechnet werden: Bezugskurs - Aktienkurs = innerer Wert. Auch in allen folgenden Formeln müssen im Falle eines Puts jeweils Bezugskurs und Aktienkurs vertauscht werden.

Mit dem Zeitwert drückt sich die Gewinnerwartung eines Optionsscheins aus. In Verbindung mit den Kursschwankungen des Basiswertes besteht immer die Möglichkeit, dass sich der Kurs in die richtige Richtung bewegt und zu einem inneren Wert des Optionsscheins führt. Tritt die erwartete Kursentwicklung dagegen nicht ein, so verliert der Schein jeden Tag der verbleibenden Laufzeit ein wenig von seinem Zeitwert. Gegen Ende der Laufzeit nähert er sich immer schneller der Null.

Zeitwert einer Option:

Im Gegensatz zum inneren Wert ist der Zeitwert also kein echter „Wert", sondern gleichsam der „Einsatz", den der Anleger einer „Optionswette" zahlt.

Die „Moneyness“

Aus dem Verhältnis des innerer Wert, des Zeitwertes und des Optionsscheinkurses zueinander ergibt sich die Unterscheidung in „aus dem Geld", „am Geld" und „im Geld".

Die Berechnung wird in folgneder Tabelle am Beispiel eines Calls mit dem Bezugsrechtsverhältnis 1:1 demonstriert. Die gewählten Werte sind dabei rein willkürlich.

AktienkursBezugskursInnerer WertOS-KursZeitwert 
90 100044aus dem Geld
100 100077am Geld
110 10010155im Geld
150 (1) 10050500"weit" im Geld

Das Aufgeld, Agio oder auch die Prämie

Das Aufgeld gibt an, wie stark sich der Preis eines Basiswertes einer Option ändern muss, damit der Optionsschein am Laufzeitende die Gewinnschwelle erreicht.

Anders gesagt ist das Aufgeld der Betrag, den die Aktie noch zulegen (Put : verlieren) muss, damit Call oder Put ohne Verlust ausgeübt werden können. Es hilft nichts, einen Call mit einem Strike von 100 Euro zu kaufen, und sich dann zu freuen, daß die Aktie von 90 auf 100 steigt. Denn bei 100 Euro hat der Call bei Verfall einen Wert von plus minus Null. Das heißt, der bezahlte Optionspreis ist komplett verloren!

Das Aufgeld in Prozent:

„Über den Daumen" spricht man bei fünf Prozent von einem geringen Aufgeld, bei 15 bis 25 Prozent von moderatem Aufgeld und bei 30 Prozent und mehr von einem hohem Aufgeld.

Die Gewinnschwelle ist eine kritische Größe

Die Gewinnschwelle besagt, welchen Kurs der Basiswert bei Calls überschreiten oder bei Puts unterschreiten muss, wenn sich die Anlage in dem Schein lohnen soll.

Speziell Anfänger sind manchmal überrascht, um wie weit die Gewinnschwelle vom Bezugskurs entfernt ist. Das Bezugsverhältnis muss bei der Berechnung unbedingt mit berücksichtigt werden.

BezugskursOS-KursBezugsverhältnisGewinnschwelle
1000 211002
1000 20,11020
1000 20,011200
1000 20,0051400
1000 20,0013000

Die Hebelwirkung macht die Instrumente interessant

Der Hebel, auch Gearing genannt, ist der eigentliche Grund für die Anlage in Optionsscheinen. Denn er sorgt dafür, dass man mit Optionsscheinen bei weit geringerem Kapitaleinsatz den gleichen oder sogar mehr Gewinn (aber auch Verlust) erzielen kann, als mit der Aktienanlage selbst. Ohne ihn würde man schlicht die Aktie kaufen.

Einfach gesagt drückt der Hebel aus, um wieviel geringer der Kapitaleinsatz beim Kauf von Optionsscheinen im Vergleich zum Kauf der Aktie selbst ist. Ein Hebel von fünf bedeutet, dass der Anleger fünfmal weniger Kapital einsetzen muss.

Vom Gearing zum Leverage

Interessanter wird es, wenn man den einfachen Hebel oder das Gearing mit der Kennzahl Delta multipliziert. Damit kommt man nämlich zum Leverage oder dem theoretischen Hebel.

Das Delta gibt an, wie weit sich der Schein bewegt, wenn sich das Underlying um eins bewegt. Allerdings ist das Delta eine dynamische Kennzahl. Sie verändert sich jeden Tag, nicht nur bei Veränderungen des Basiswertes, sondern auch unter dem Einfluss der Volatilität. Der Anleger sollte bei der Wahl der Informationsquelle darauf achten, dass immer ein aktuelles Delta mitgeliefert wird. Banken, die ihre Anleger ernst nehmen, bieten die Information beispielsweise auf ihrer Web-Seite an.

Der theoretische Hebel oder Leverage ist eine der wichtigsten Kennzahlen eines Optionsscheins. Er besagt, um wieviel Prozent sich der Schein bewegt, wenn sich die Basis um ein Prozent bewegt hat. Ein theoretischer Hebel von fünf bedeutet, dass ein Schein sich fünfmal stärker bewegt als die zugrundeliegende Aktie. Genau hier liegt die Chance und das Risiko von Optionsscheinen.

Auch hierfür gibt es wiederum „Daumenkennzahlen". Ein Leverage zwischen eins und zwei bedeutet der Optionsschein ist eher langweilig, man sollte besser die Aktie direkt kaufen. Ein Leverage zwischen vier und fünf ist normal, der Optionsschein ist interessant. Ein Leverage von mehr als sieben ist dagegen sehr gewagt!

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