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Ölfeldausrüster Anbieter verdienen dank hohem Ölpreis prächtig

28.03.2011 ·  Der stark gestiegene Ölpreis beschert nicht nur den großen Ölkonzernen ein gutes Geschäft, sondern auch den Dienstleistungs-Unternehmen in der Branche. Sie profitieren von der hohen Investitionsbereitschaft der Ölkonzerne.

Von Tim Höfinghoff
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Der stark gestiegene Ölpreis beschert nicht nur den großen Ölkonzernen ein gutes Geschäft, sondern auch den Dienstleistungs-Unternehmen in der Branche. Sie profitieren von der hohen Investitionsbereitschaft der Ölkonzerne. Anbieter wie der Marktführer Schlumberger sind gefragt, die Öl- und Gasvorkommen aufzuspüren sowie die Technik zu liefern, um die Rohstoffvorkommen auszubeuten.

"Für die Unternehmen aus der Ölservicebranche läuft es schon seit Mitte 2010 sehr gut", sagt Analyst Matthias Müller von der Schweizer Großbank Credit Suisse, "auch der Ausblick ist positiv." Der Philadelphia-Oil-Service-Sector-Index, der die Aktienkurs-Entwicklung von 15 Dienstleistern abbildet, ist in den vergangenen 12 Monaten um 40 Prozent gestiegen.

Geschäft der Ölfeldausrüster wird indirekt vom hohen Ölpreis beflügelt

Angetrieben wird das Geschäft der Ölfeldausrüster von dem hohen Ölpreis. Der Preis für den Schmierstoff der Weltwirtschaft war schon im vergangenen Jahr stetig geklettert, weil sich die Konjunkturlage auf der Welt verbessert hatte und mehr Ölbedarf bestand. Mit den Unruhen im Mittleren Osten und in Nordafrika ist am Ölmarkt die Befürchtung hinzugekommen, dass wichtige Öllieferanten wie Libyen ausfallen. Dies hatte den Ölpreis bis auf 120 Dollar je Barrel (159 Liter) getrieben, mittlerweile kostet Öl der Nordseesorte Brent 115 Dollar.

Mit den hohen Energiepreisen nimmt die Bereitschaft der Ölkonzerne zu, die Zulieferer zu beauftragen: Sie offerieren zum Beispiel schwimmende Bohrinseln, sind auf das horizontale Bohren spezialisiert oder kümmern sich um die geologischen Untersuchungen. Auch das Verschließen der Bohrlöcher übernehmen die Zulieferer. Branchenprimus ist das Unternehmen Schlumberger aus den Vereinigten Staaten. Es beschäftigt 105 000 Mitarbeiter in 140 Ländern und erzielte im vergangenen Quartal einen Gewinnanstieg um 30 Prozent auf 1 Milliarde Dollar. Andere wichtige Anbieter in dem Markt sind zum Beispiel Halliburton, Baker Hughes und Noble Corporation.

"Das Investitionsvolumen in der Ölbranche wird sich dieses Jahr auf rund 480 Milliarden Dollar belaufen", sagt Analyst Müller, "das ist ein Zuwachs von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr." Die Investitionen der Ölkonzerne sind auch deshalb gestiegen, weil es immer schwieriger wird, die Ressourcen zu heben. "Der Aufwand, an das Öl und Gas zu gelangen, hat deutlich zugenommen, dies trifft besonders auf die Tiefseebohrungen zu."

Markt für Bohrtechnik hat sich rasch erholt

Zwar hatte die Deepwater-Horizon-Katastrophe im April 2010 im Golf von Mexiko der Ölbranche und Ausrüstern wie dem Bohrplattformanbieter Transocean einen schweren Rückschlag eingebracht. Doch inzwischen ist das Verbot, in der Region nach Öl zu bohren, von der amerikanischen Regierung wieder aufgehoben worden. In den Vereinigten Staaten hatte es in jüngster Zeit zudem viele Schiefergasfunde gegeben. Weil es zu Kapazitätsengpässen kam, hatten die Preise für die nötige Bohrtechnik erheblich zugelegt. Davon konnten Unternehmen wie Halliburton profitieren. Besonders in den Vereinigten Staaten hat sich der Markt für Bohrtechnik schnell erholt. "In anderen Teilen der Welt hinkt die Entwicklung noch etwas hinterher, sollte sich aber weiter erholen und international aufgestellten Unternehmen wie Schlumberger entgegenkommen", prognostiziert Müller.

Privatanleger, die an dem Geschäft der Öl- und Gaszuliefer-Unternehmen teilhaben wollen, können nicht nur Aktien der Anbieter kaufen, es gibt zudem Zertifikate auf verschiedene Ölservice-Indices.

Auch wenn Analysten wie Müller die Aussichten der Branche optimistisch einschätzen: Das gute Geschäft kann schnell gefährdet sein. Wenn der Ölpreis stark sinken sollte, können die Investitionen und damit die Aufträge für die Dienstleister reduziert werden. Hinzu kommt, dass viele Anbieter in Ländern operieren, die alles andere als politisch stabil sind. Verstaatlichungen in der Energiebranche wie etwa in Venezuela sind ein Beispiel. Und die Situation im ölreichen Libyen zeigt, dass die Ölförderung für eine längere Zeit ausfallen kann, wenn es in einem Förderland zu einem Bürgerkrieg kommt.

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Jahrgang 1975, Redakteur in der Wirtschaft.

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