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Öl & Gas Aktie der SBM Offshore profitiert vom Öl-Boom

08.07.2005 ·  Die Aktie von SBM Offshore alias IHC Caland verbucht Kursgewinne. Das Unternehmen profitiert von der Konzentration auf die Kernkompetenz und dürfte steigende Erträge verbuchen. Ein Schnäppchen ist die Aktie allerdings nicht mehr.

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Der Ölpreisboom hinterläßt allerorten Spuren. Auch bei der Aktie des niederländischen Unternehmens SBM Offshore, das noch bis vor kurzem unter dem Namen IHC Caland firmierte. Sie konnte im vergangenen Jahr den zuvor anhaltenden, mittelfristigen Abwärtstrend überwinden und innerhalb von nicht einmal ganz einem Jahr 74 Prozent zulegen auf zuletzt 58,5 Euro. Der steile, kurzfristige Trend zeigt weiterhin nach oben.

Das Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren restrukturiert und sich vom Schiffsbau getrennt. Es konzentriert sich nun auf die neu definierten Kernkompetenzen. Die bestehen in der Entwicklung, dem Anbieten und dem Bau von so genannten Offshore-Einrichtungen, die zur Produktion, der Lagerung und der Weiterleitung von Öl und Gas nötig sind.

Konstruktion schwimmender Verarbeitungs-, Speicherungs- und Überladeeinrichtungen

SBM Offshore bezeichnet sich als Pionier für so genannte Floating Production Storage and Offloading systems (FPSOs), also schwimmende Verarbeitungs-, Speicherungs- und Überladeeinrichtungen. Das Unternehmen entwickelt und baut sie auf eigene Rechnung und „verleast“ sie dann an Öl- und Gasunternehmen. Heute scheint dieses Konzept von den meisten Unternehmen anerkannt und auch genutzt zu werden. SBM verfügt über 18 langfristige Verträge, die das Leasing und das Betreiben des Anlagen beinhalten.

Aufgrund einer Sonderbelastung in Höhe von 67,6 Millionen Dollar erzielte das Unternehmen im vergangenen einen zum Vorjahr fast unveränderten Gewinn von 46,8 Millionen Dollar. Für das laufende Jahr wird ein Gewinn von 125 Millionen Dollar oder umgerechnet 3,1 Euro je Aktie. Auf dieser Basis ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 19 zwar optisch nicht mehr sonderlich günstig. Allerdings verfügte das Unternehmen im April über einen Auftragsbestand von 1,427 Milliarden Dollar, ohne Berücksichtigung der damals noch zum Unternehmen gehörenden Schiffbausparte.

In den vergangenen Wochen konnten weitere Aufträge an Land gezogen und entsprechende Kontrakte unterzeichnet werden. So zum Beispiel für Petrobras, für Murphy Sabah Oil, für die Marine Structure Consultants, von Fred Olsen und auch von BP. Im Laufe des Jahres werden neben den schon ertraggenerierenden Projekten weitere ihre Produktion aufnehmen und auf diese Weise die Ertragsströme erhöhen.

Zweistellige Wachstumsraten angestrebt

Das Unternehmen hat das Ziel, den Gewinn je Aktie in den kommenden Jahren mit zweistelligen Zuwachsraten zu steigern. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem organischen Wachstum. Eine Diversifikation oder auch Zukäufe werden im Moment ausgeschlossen. Denn das Management möchte sich auf die Kernkompetenzen beschränken, um im riskanten Geschäft überdurchschnittlich anschneiden und Werte schaffen zu können.

Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Entwicklung innovativer Lösungen und dem Ausbau der bestehenden Kontrakte. Da Leasing-Arrangemenst einerseits zu zuverlässigen und leicht prognostizierbaren Einkommensströmen führen, dürfte diese Strategie zu im Trend steigenden Erlösen führen. Gleichzeitig ist diese Strategie jedoch sehr kapitalintensiv. Aus diesem Grund soll verstärkt auf die Eigenkapitalrentabilität geachtet werden.

Insgesamt ist die Aktie optisch zunächst kein Schnäppchen. Gleichzeitig dürfte das Unternehmen jedoch bei einem anhaltenden Öl-Boom in der Lage sein, seine Erträge steigern zu können. Aus diesem Grund könnte die Aktie noch weiter nach oben laufen. Allerdings dürfte es ratsam sein, sowohl den Ölpreis als auch den Trend der Aktie direkt im Auge zu behalten, um sich rechtzeitig vom Papier verabschieden zu können. Absicherungsstrategien können sicherlich nicht schaden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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