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Veröffentlicht: 17.12.2012, 13:44 Uhr

Nikkei Die 10.000er-Marke in Reichweite

Der Wahlsieg der Liberal-Demokraten hat die Tokioter Börse auf den höchsten Stand seit achteinhalb Monaten gehievt. Experten trauen den Index mehr als 10.000 Punkte zu. Bank-Aktien könnten zu den Gewinnern gehören.

© dpa

Die Rallye an der japanischen Börse geht weiter. Der Erdrutschsieg der Liberaldemokraten (LDP) hat den Aktienmarkt in Tokio am Montag auf ein neuerliches Achtmonatshoch geführt. Vor allem Exportwerte profitierten vom Wahlsieg der LDP, da der Yen zugleich seine jüngsten Verluste ausweitete.

Regierung kündigt härtere Gangart an

Der künftige Ministerpräsident Shinzo Abe kündigte eine härtere Gangart im Kampf gegen die Rezession an. Gegen die Deflation und den hohen Kurs des Yen will Abe mit höheren Staatsausgaben angehen. Der Wahlsieg der LDP war zwar erwartet worden. Mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit im Rücken kann Abe zusammen mit dem Koalitionspartner Neue Komeito seine angekündigte, kräftige Korrektur in wichtigen politischen Feldern durchsetzen. 

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Bei einigen Teilnehmern machte sich aber auch schon Skepsis breit. „Die Geldpolitik mag lockerer werden, aber nicht so stark wie es der Markt erwartet. Dann könnte es mit einer weiteren Abschwächung des Yen schwer werden“, sagte Devisenexperte Paul Mackel von der HSBC.

Nikkei bald wieder über 10.000?

Auch beim Nikkei wachsen die Bäume nicht in den Himmel. So konnte der Index das Tageshoch von über 9.900 Punkten nicht halten.  Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index ging mit einem Plus von einem Prozent bei 9828 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix-Index rückte 0,9 Prozent auf 807 Punkte vor. Dennoch:

Der Nikkei habe die Chance, die Marke von 10.000 Punkten zu knacken, sagte der Chef-Stratege von SMBC Nikko Securities, Ryoto Sakagami. Sollte die Bank von Japan am Donnerstag jedoch keine weitere geldpolitische Lockerung ankündigen, könnten Investoren nach der Rally des vergangenen Monats, bei der der Nikkei gut 14 Prozent zulegte, Gewinne mitnehmen.

Mäßige makroökonomische Fundamentaldaten

Seitens der Analysten gab es schon diverse Äußerungen zu der (neuen) Situation in Japan. So saget beispielsweise June-Yon Kim, Manager des Fidelity Japan Fund, bezüglich der Implikationen für den japanischen Aktienmarkt: „Da auch die Führung der Bank von Japan Anfang 2013 wechselt, ist es vorstellbar, dass sie sich nach langem Mauern nun dem politischen Druck beugen und die vom potenziellen Premierminister Abe angekündigten Maßnahmen mittragen wird. Die Erwartungen, dass die lange Deflationsperiode zum Ende kommt und der Yen schwächer wird, würden sich auch 2013 günstig auf die Kurse von japanischen Aktien auswirken.“

Allerdings sei nicht mit einem aggressiven Bullen-Szenario zu rechnen, da die Anzeichen auf eine Verschlechterung der makroökonomischen Fundamentaldaten bald wieder ins Rampenlicht rücken werden, so der Fondsmanager weiter und verweist auf die aktuellen Daten: Die Exporte Japans nach China würden unverändert unter den politischen Spannungen leiden, und die Binnenproduktion dürfte in nächster Zeit mäßig ausfallen. Aufgrund des geringeren Umsatzwachstums, der schwächeren Industrieproduktion und gestiegener Kosten seien die Unternehmensgewinne in Japan seit Juni dieses Jahres nach unten korrigiert worden.

Banken-Aktien könnten profitieren

Aktien mit mittelfristig günstigen Aussichten seien in diesem Zusammenhang die der japanischen Mega-Banken. Dank ihres minimalen Engagements in europäischen Staatsanleihen und ihrer soliden Bilanzen würde ihnen im Vergleich zu ihren globalen Wettbewerbern kein erhebliches Abwärtsrisiko drohen. „Eine mögliche Zinserhöhung würde nicht realisierte Gewinne bei ihren Beständen an japanischen Staatsanleihen schrumpfen lassen. Ein höheres Zinsniveau dürfte aber auch ihre Nettozinseinnahmen erhöhen. Die daraus resultierende Gewinnsteigerung wird wohl den Wertverlust der alten Anleihen in ihren Büchern mehr als ausgleichen. Zudem setze ich auch weiterhin auf japanische Telekommunikationsunternehmen, die günstig bewertet sind“, so Kim weiter.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Dow Jones Newswires

 

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